Kamera-Duell

Leica X2 und M Monochrom im Vergleichstest

Die Leica X2 tritt im Systemvergleichs-Duell gegen die Leica M Monochrom an. Wo können die beiden Kameras im Test punkten?

Leica X2 vs M Monochrom Test

© Leica

Leica X2 vs M Monochrom Test

Die Testkandidaten

Pro

  • hochwertige Verarbeitung
  • gute Bildqualität

Contra

  • kein eingebauter Sucher
  • langsamer Kontrast-AF

Pro

  • herausragende Bildqualität
  • hochwertige Verarbeitung

Contra

  • hoher Preis
  • kleiner Monitor

Selbst die kleinsten und günstigsten Vollformatkameras kosten deutlich mehr als die Top-Modelle der APS-C-Klasse. Letztere bieten oft die bessere Ausstattung aber eben auch den kleineren Sensor und damit weniger Reserven für Aufnahmen bei schwachem Licht. Der ColorFoto-Systemvergleich deckt auf, wann sich der Umstieg lohnt. In diesem Test tritt die Leica X2 gegen die Leica M Monochrom an.

Ein in unterschiedlichster Hinsicht besonderes Paar: Die Leica X2 schlägt in diesem Testfeld aus der Reihe, weil sie als APS-C-Kompaktkamera die kleinste und einzige Kandidatin mit fest verbautem Objektiv 2,8/24 mm (36 mm KB-äquivalent) stellt.

Die Leica M Monochrom gehört marktübergreifend zu den Ausnahmeerscheinungen, weil sie ausschließlich Schwarzweißbilder macht und dabei 6.800 Euro kostet. Das mag zunächst abgehoben klingen. Doch es steckt mehr dahinter: Der Verzicht auf Farbe ist hier nicht nur als Stilelement zu verstehen, er schafft auch völlig andere Voraussetzung für die Bildqualität. Grundlage dafür ist der spezielle Schwarzweißsensor, ein 18-Megapixel-CCD im Vollformat ohne RGB-Filtermosaik, der nur Helligkeitswerte erfasst und dadurch eine höhere Grundempfindlichkeit erreicht (ISO 320). Zudem entfallen das Demosaiking und der Weißabgleich. Das Ergebnis ist bemerkenswert - mehr dazu im Abschnitt Bildqualität.

Leica M Monochrom

© Leica

Bei der M Monochrom stellt lässt sich die Blende mittels Objektivring wählen.

Ausstattung

Beide Leicas sind exzellent verarbeitet, für heutige Maßstäbe aber spartanisch ausgestattet - die M ohne Live-View und beide ohne Videofunktion. Die Gehäuse bestehen aus solidem Metall, zum Teil mit Belederung; doch einen ausgeformten Griff gibt es nicht. Im Praxiseinsatz stört das mehr an der 600 g schweren Leica M Monochrom als an der 344 g leichten Leica X2. Schade auch, dass Leica auf Dichtungen verzichtet. Einen integrierten Blitz hat nur die Leica X2 (LZ4).

Sucher und Monitor

Die Leica M Monochrom markiert in ihrem Messsucher den zum Objektiv passenden Bildausschnitt mit einem Rahmen, wobei das Foto letztlich doch einen minimal größeren Bereich umfasst. Für die Leica X2, die keinen eingebauten Sucher vorweisen kann, verkauft Leica externe Varianten als optionalen Ersatz. Ansonsten muss der kleine, gering auflösende 2,7-Zoll-Monitor reichen, der eine Live-Vorschau inklusive Gitter und Histogramm einblenden kann. Die Leica M Monochrom ohne Live-View stellt mit 2,5-Zoll-Display den Negativrekord in diesem Testfeld auf.

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© Archiv

Für die Leica X2 gibt es einen optional erhältichen Aufstecksucher.

Autofokus und Performance

Während das M-System traditionell keine automatische Fokussierung vorsieht, ist die Leica X2 mit einem 11-Feld-Kontrast-AF ausgestattet. Der arbeitet allerdings langsam (0,77/0,78 s) und nicht immer zuverlässig. Bildserien nimmt die Leica M Monochrom mit nur 1,6 B/s, die X2 mit 4,5 B/s auf. Zur Belichtungsmessung nutzt die Große generell eine stark mittenbetonte Methode, wohingegen die X2 wie üblich auch Spot- und Matrix-Messung beherrscht. Zudem lässt die Monochrom lediglich die Wahl zwischen manueller Steuerung und Zeitautomatik, die X2 stellt zusätzlich eine Blenden- und Programmautomatik bereit.

Leica M Monochrom

© Leica

Bei der M Monochrom stellt der Fotograf die Verschlusszeit über das Wahlrad links des Auslösers ein.

Handhabung

Die Leica M Monochrom hat statt Modus- ein Verschlusszeitenrad mit Einstellung "A" für Zeitautomatik; die Blende wird über den Objektivring geregelt. An der Leica X2 findet sich am Objektiv nur ein Gewinde für den Digiscoping-Adapter zum Anschluss von Leica-Spektiven. Daher gibt es hier neben dem Verschlusszeit- auch ein Blendenrad - stehen beide auf "A", arbeitet die Leica X2 mit Programmautomatik.

Leica X2

© Leica

Die X2 hat statt Modus- ein Verschlusszeit- und ein Blendenrad. Stehen beide auf A, arbeitet die Kamera mit Programmautomatik.

Manuelles Fokussieren erfolgt bei der Monochrom ebenfalls per Objektivring mithilfe einer Mischbildanzeige im Sucherzentrum. Die LeicaX2 bietet zum Einstellen der Schärfe ein Einstellrad an der Kamerarückseite und unterstützt mit Lupe oder Entfernungsskala.

Bildqualität

Ein Vergleich der Bildqualität von Leica M Monochrom und Leica X2, von Schwarzweiß- und Farbbild, erscheint unangebracht. Trotzdem eines vorweg: Die Leica M Monochrom macht zusammen mit dem 2,5/90 mm dermaßen gute Bilder, dass weder die Leica X2 noch die anderen APS-C- und Vollformatkameras im Messlabor mithalten können. Konstant 2083 LP/BH Grenzauflösung bis ISO 12800, sehr gute Feinzeichnung und ein konkurrenzlos schwaches Rauschen - top!

Einzige Schwäche: die Dynamik, die bereits bei ISO 3.200 auf 5,7 Blenden sinkt. In diesem Punkt ist die Leica X2 überlegen, da sie in zu hellen Partien einen überbelichteten Farbkanal durch die Infos aus den anderen beiden Kanälen kompensieren und so einen Objektkontrast von bis zu 12 Blenden darstellen kann. Ihre Auflösung liegt konstant um 1.400 LP/BH, der Visual Noise bei 0,5 bis 2,0 VN (ISO 3200), die Kurtosis als Maß für Texturverluste zwischen 0,3 bis 1,0.

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Testfazit

Angesichts der fantastischen Bilder der Leica M Monochrom (Einzeltest) erscheint Leicas Idee, eine Schwarzweiß-Kamera für 6.800 Euro anzubieten, sehr überzeugend. Auch die kleine Leica X2 (Einzeltest) überzeugt mit einer im APS-C-Vergleich guten Bildqualität. Problem bleiben hier der fehlende Sucher, der langsame Autofokus, die Beschränkung auf eine Festbrennweite und wie bei der M Monochrom der Preis: 1.750 Euro, immerhin inklusive Lizenz für Adobe Lightroom.

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