Giganten zum Zwergenpreis

27-Zoll-Monitore

Große PC-Bildschirme müssen nicht teuer sein. Schon ab 250 Euro sind 27-Zoll-Flachbildschirme zu bekommen. Ob die gigantischen Preisschlager möglicherweise ein riesiger Reinfall sind, soll dieser Artikel im Folgenden näher beleuchten

  1. 27-Zoll-Monitore
  2. Schnittstellen-Vielfalt
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© PCgo

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Endlich genügend Platz auf dem Bildschirm, das erwarten Anwender von einem großen PC-Monitor: Mehrere Windows-Fenster nebeneinander, Grafikprogramme mit ausladenden Werkzeugpaletten oder Desktop-Gadgets und Chat-Programme sind Motivation genug. Auf einem klassischen 4:3-Bildschirm macht das alles keinen Spaß mehr.

Bislang galten 24-Zoll-Monitore mit einer Diagonalen von 60 Zentimetern als geeignete Wunschkandidaten. Seit dem Frühjahr 2011 sorgen zunehmend die neuen, noch größeren 27-Zoll-Monitore mit ihrer Diagonalen von satten 69 Zentimetern für Aufsehen. Frei nach dem Motto: "Wenn schon groß, dann richtig" greifen immer mehr Käufer zu den Bildschirmgiganten.

Ein Grund für die wachsende Beliebtheit sind sicherlich die niedrigen Preise. Schon ab 250 Euro sind 27-Zoll-Monitore zu haben. 27-Zöller sind ideal für Anwender, die mit der Schrift- und Symbol-Darstellung auf kleinen Monitoren Probleme haben.

Zudem eignen sie sich für alle Anwender die am PC oft spielen und den Computer zum Ansehen von HD-Videos benutzen oder über einen separaten Empfänger (PC-intern oder extern über HDMI) darauf das TV-Programm ansehen wollen. Bei einem so großen Bildschirm muss man nicht mehr "mit der Nase davor" sitzen, sondern kann aus einiger Entfernung, das Geschehen auf dem Schirm gut verfolgen, gerade im Video- oder Spielbetrieb.

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Eine Frage der Auflösung

Bei 27-Zoll-Flachbildschirmen gibt es mehrere Unterschiede zu beachten. Das beginnt schon bei der Auflösung. Die günstigen Geräte besitzen durchgehend FullHD, also 1920 x 1080 Bildpunkte. Diese Auflösung ist allerdings auch in den meisten anderen Bildschirmgrößen zu finden. Das beginnt beim kleinen 21,5-Zöller (Bilddiagonale 54,6 Zentimeter), geht über die beliebten 24-Zöller (Bilddiagonale 61 Zentimeter) bis hin eben zum 27-Zöller (Bilddiagonale 69 Zentimeter).

Letztendlich bedeutet das, dass man auf dem großen Monitor auch nicht mehr sieht, als auf dem kleinen Gerät. Auf 27-Zöllern mit FullHD ist die Darstellung zwar größer, aber keineswegs schärfer. Gut zu erkennen ist der "Schärfegrad" anhand der Tabelle "Typische Monitorgrößen und ihre Pixeldichte". Je höher die Pixeldichte, desto schärfer und detailreicher erscheinen Bilder und Texte.

Ein FullHD-27-Zöller schafft es demnach gerade mal auf 82 ppi. Zum Vergleich: Eines des schärfsten Displays ist derzeit sicher das von Apple "Retina" getaufte Display des iPhone 4: Es weist satte 326 ppi auf. Würde man damit ein FullHD-Display bauen, käme man gerade einmal auf eine Bildschirmdiagonale von 6,8 Zoll, also 17,2 Zentimetern.

Das entspricht etwa einem kleinen Tablet-PC. Kaum jemand würde so ein kleines Display jedoch als Bildschirm für seinen Computer benutzen wollen. Neben dem ppi-Wert ist also auch die Entfernung wichtig, mit der man vor dem Bildschirm sitzt. Ein weiterer Vergleich: Ein typischer 42-Zoll-FullHD-Fernseher kommt gerade einmal auf 52 ppi. Da man in der Regel mehrere Meter vor dem Gerät sitzt, ist das kein Problem, das Bild wirkt aus dieser Entfernung trotzdem messerscharf.

Für die vorgestellten 27-Zoll-TFTs ergibt sich daraus folgendes Fazit. Wer das Gerät in der gleichen Entfernung wie einen möglicherweise vorhandenen 21,5-Zoll-TFT betreibt, wird beim genauen Hinsehen einen kleinen Schärfeverlust bei der Schriftdarstellung feststellen. Hier hilft es, den Bildschirm einfach ein paar Zentimeter weiter weg zu stellen.

Beim Betrachten von Videos oder beim Spielen ist der Effekt dagegen nicht zu erkennen. Anspruchsvolle Hobby-Fotografen, die ihre Bilder professionell bearbeiten wollen, sollten von den günstigen 27-Zoll-Geräten Abstand nehmen und lieber einen Bildschirm mit höherer Pixeldichte wählen.

Alternativ kann man auf 27-Zöller mit den Auflösungen 2560 x 1440 oder 2560 x 1600 Pixeln zurückgreifen. Diese Geräte sind allerdings deutlich teurer: Mindestens 600 Euro sind für so einen Monitor derzeit üblich.

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