Klangbilder

Universal-Player im Test

Endlich gibt es für audiophile Feingeister preiswerte Player, die außer Blu-ray und DVD-Video auch die "guten" alten hochauflösenden Formate DVD -Audio und SACD abspielen. Die Redaktion hat zwei Modelle von Marantz und Yamaha untersucht.

  1. Universal-Player im Test
  2. Was ist DSD?

Nicht jeder, der sich für Surround interessiert, ist automatisch auf Heimkino festgelegt. Wer sich auch für gute Musik begeistern kann, der liegt mit einer hochwertigen Surround-Anlage ebenfalls richtig.

Der Knackpunkt der Player von Marantz und Yamaha liegt darin, dass sie auch die mittlerweile in der Industrie als "vintage Formats" bezeichneten "alten" High-End-Audioformate DVD-Audio und SACD (Super Audio Compact Disc) abspielen können - und das auch via HDMI, was bislang zumindest bei SACD nicht ohne Einschränkungen funktionierte.

Marantz UD5005

© Video Homevision

Der Marantz UD5005

Diese beiden Liebhaberformate stellen die einzige moderne Art dar, Surround-und Quadro-Aufnahmen der letzten drei Jahrzehnte abzuspielen. Darunter finden sich Schätze aller Genres, inklusive einiger Devotionalien, die viele nur als schnöde Stereo-Aufnahmen kennen, etwa "Dark Side of the Moon" von Pink Floyd als 5.1-Remaster der 1972er Quadro-Aufnahmen auf SACD oder sogar der gesamte Katalog von Genesis.

Auch die kaum noch neu produzierte DVD-Audio bietet Schätze wie das Gesamtwerk von Depeche Mode oder Klassiker wie "A Night at the Opera" von Queen - mit der spektakulären Quadro-Aufnahme des Welthits "Bohemian Rhapsody".

Klingt wie das masterband

Testurteil:

Marantz UD5005

€ 530; www.maranz.de

+ ausgezeichnete Bildqualität+ angenehm musikalischer Klang+ umfassende Kompatibilität, spielt auch DVD-Audio und SACD- Betriebsgeräusch bei Blu-ray

Gesamtwertung: sehr gut 88 %

Preis/Leistung: sehr gut

Diese Aufnahmen sind de facto identisch mit dem Studiomaster mit bis zu 24 Bit Quantisierungstiefe und 192 Kilohertz Abtastrate. Der entscheidende Faktor für die Audioqualität ist aber die Tatsache, dass weder DVDAudio noch SACD eine Datenreduktion verwenden. DVD-Audio nutzt wahlweise PCM (Pulse Count Modulation) - also Audio-Rohdaten wie auf der CD, nur mit höherer Auflösung und bis zu 5.1 Kanälen.

Surround-Aufnahmen mit hoher Sampling-Rate nutzen die verlustfreie Kompression MLP (Meridian Lossless Packing). Diesen Algorithmus entwickelte Dolby zu TrueHD weiter, das heute die Blu-ray verwendet. Die DVD-Audio kann als Hybridscheibe auch einen DVD-Video-Teil beinhalten, den alle DVD-und BD-Player wiedergeben können. Darauf findet man in de Regel dieselbe Aufnahme noch einmal, aber datenreduziert mit DTS oder Dolby Digital.

Direct Stream Digital

© Video Homevision

Direct Stream Digital

Die SACD verwendet ein eigenes Aufzeichnungsformat namens DSD (Direct Stream Digital). Hierbei handelt es sich um eine Aufnahme mit nur einem Bit Quantisierungstiefe, dafür mit einer Abtastrate von sagenhaften 2,8224 Megahertz. Mathematisch entspricht dieses DSD-Signal einem PCM-Signal von 24 Bit mit 176,4 Kilohertz.

Die meisten SACDs bestehen aus zwei oder drei Layern. Die Basis ist eine Stereoschicht mit DSD. Diese darf zusätzlich eine Schicht mit 5.1 ergänzen. Fast alle SACDs sind Hybridscheiben, die zusätzlich einen CD-Layer beinhalten, den praktisch alle CD-tauglichen Geräte abspielen, dann aber nur in CD-Qualität.

Marantz-Fernbedienung

© Video Homevision

Die Marantz-Fernbedienung wirkt unaufgeräumt, verzichtet aber auf Doppelbelegungen und steuert auch die Verstärker der Marke.

Der Nachteil bestand lange darin, dass die Signale der SACD aus rechtlichen Gründen nicht digital ausgegeben werden durften. Das geht aber seit HDMI 1.2. Erste Verstärker konnten das DSD-Signal bereits vor zwei Jahren verarbeiten, aber erst neuerdings kommen Player auf den Markt, die es auch liefern.

Und das ist für eine moderne Surround-Anlage oft klanglich entscheidend, denn nur bei durchgängig digitaler Verarbeitung lassen sich Raumkorrektur und Bassmanagement ohne verlustbehafteten analogen Zwischenschritt nutzen.

Download: Tabelle

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