Windows 8.1 und Touch-Screen

Ultrabooks mit WQHD-Displays im Test

Die neuen Top-Ultrabooks begeistern mit einer ultrahohen Display-Auflösung. Wir haben die ersten vier Geräte mit 3200 x 1800 Bildpunkten im Test - alle verfügen über ein Touch-Display, das Yoga von Lenovo kann sich sogar mit einem Griff in ein Tablet verwandeln.

Im Test: Vier neue Ultrabooks begeistern mit scharfer Auflösung.

© Hersteller / Archiv

Im Test: Vier neue Ultrabooks begeistern mit scharfer Auflösung.

Wir haben Ultrabooks mit WQHD-Displays im Test: Bisher mussten Windows-Anwender zu einem Apple-Notebook greifen, wenn sie eine Auflösung jenseits von Full-HD genießen wollten. Denn die MacBook-Pro-Geräte können mit Retina-Displays aufwarten, das 13-Zoll-Gerät stellt 2560 x 1600 Pixel dar, die 15-Zoll-Variante sogar 2880 x 1800 Bildpunkte.

Das hat nun ein Ende: Denn die vier Ultrabooks von Dell, Fujitsu, Lenovo und Samsung in diesem Vergleichstest verfügen über noch schärfere "WQHD+"-Displays mit IPS-Panel: Sie liefern bei Auflösungen von 13,3, 14 und 15,6 Zoll sogar 3200 x 1800 Bildpunkte. Die Displays sind bei allen vier Geräten im Test Touchscreens, passend zum Betriebssystem Windows 8.1. Die Touch-Fähigkeit bedeutet aber auch, dass durch die Bank spiegelnde Displays verwendet werden, entspiegelte Touchscreens gibt es nicht in dieser hohen Auflösung.

Testverfahren

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Skalierungsprobleme

Unter Windows 7 würden Menüs, Schaltflächen und andere Bedienelemente bei einer so hohen Auflösung nur winzig klein angezeigt und wären kaum bedienbar, und auch bei Windows 8 ist die für die Auflösung notwendige 200-Prozent-Skalierung nur umständlich zugänglich. Windows 8.1 erkennt die hochauflösenden Bildschirme dagegen automatisch und stellt die Skalierung selbst auf 200 Prozent. Schriften, Menüs und Icons erscheinen daher auf dem 3200er-Display so wie auf einem Panel mit 1600 x 900 Bildpunkten, nur bei Fotos mit hoher Auflösung und bei Schriften eben viel schärfer.

Windows selbst und die meisten Programme, die Windows-Standardelemente für die grafische Oberfläche verwenden, kommen mit der Skalierung ohne Probleme klar. Anders ist es, wenn eine Software eine komplett selbst gestrickte Oberfläche verwendet und bei der Entwicklung nicht an Displays mit einer extrem hohen Auflösung gedacht wurde, ein Beispiel ist PowerDirector 10 von Cyberlink.  Solche Programme kann man dann nur noch mit der Lupe bedienen.

Bildergalerie

DELL XPS 15
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WQHD-Displays

Die neuen Top-Ultrabooks begeistern mit einer ultrahohen Display-Auflösung.Wir haben die ersten vier Geräte mit 3200 x 1800 Bildpunkten im Test -…

Dell XPS 15: Das Power-Ultrabook mit großem Akku

Das XPS 15 von Dell ist mit seinem 15,6-Zoll-Display das größte und mit knapp 2100 Euro auch das teuerste Gerät im Test. Allerdings ist das von uns getestete Topmodell der XPS-15-Baureihe auch das mit Abstand leistungsfähigste Ultrabook mit Ultra-HD-Display auf dem Markt. Als Prozessor dient ein schneller Intel Core i7 mit vier Kernen. Für die Grafik sorgt mit dem GeForce GT 750M ein Nvidia-Chip der oberen Mittelklasse. 

Er liefert bei Spielen die mehr als doppelte Leistung der im Prozessor integrierten HD-4400-Grafikeinheit, wir messen im 3DMark Cloud Gate immerhin 10528 Punkte. Im Normalbetrieb ist die sparsame Intel-Grafik aktiv, die Umschaltung erfolgt automatisch. Das trägt auch zu der guten Akkulaufzeit bei: Im PCMark 8 hält das 2-kg-Notebook dank seines großen Akkus vier Stunden und 21 Minuten. Großzügig ist die Speicherausstattung mit 16 GByte Arbeitsspeicher, als Massenspeicher ist eine 512-GByte-SSD eingebaut. Die teure SSD erklärt zum Teil auch den hohen Preis für das Dell XPS 15. Das Dell liegt mit sehr guten 5661 Punkten im PCMark 7 bei der Systemleistung an der Spitze des Testfelds.

Das 15,6 Zoll große Sharp-Display liefert eine sehr gute Bildqualität, bei seitlichem Einblick allerdings ebenso wie beim Fujitsu mit leichtem Gelbstich. Die Samsung-Displays im Lenovo und Samsung sind noch etwas besser. In dem aus Aluminium und Kohlefaser bestehenden Gehäuse sind vier USB-Buchsen mit Ladefunktion untergebracht, drei davon mit USB-3.0-Unterstützung. Zusätzliche Monitore können über HDMI und Mini-DisplayPort angeschlossen werden. Einen LAN-Anschluss gibt es nicht, der Intel-WLAN-Adapter beherrscht dafür bereits den neuen 802.11ac-Standard und zusätzlich Bluetooth 4.0. 

Die Tasten des Keyboards mit Hintergrundbeleuchtung sind angenehm groß. Das große Touchpad in der gummierten Handballenablage unterstützt wie bei den anderen Geräten Gesten mit bis zu vier Fingern. 

Fujitsu Lifebook U904: Schlankes Business-Notebook

Das Lifebook U904 von Fujitsu kombiniert ein 14-Zoll-WQHD+-Display mit typischen Business-Features. Mit einer Dicke von 15,5 Millimetern ist das 1,39 kg leichte U904 das schlankste 14-Zoll-Ultrabook auf dem Markt, das stabile Gehäuse besteht aus Magnesium. Der Core-i7-4600U mit zwei Prozessorkernen kann auf zehn GByte Arbeitsspeicher zugreifen und sorgt auch für die Grafikdarstellung. 

Im voreingestellten Energiesparmodus geht die CPU nur für kurze Zeit in den leistungssteigernden Turbo-Modus, der die Taktfrequenz automatisch anhebt. Daher liegt das Lifebook mit 3175 Punkten im PCMark 7 sogar hinter den Geräten mit Core-i5-Prozessoren. Stellt man die Energieeinstellungen auf Höchstleistung, dann kommt der Fujitsu im PCMark 7 auf deutlich bessere 4852 Punkte. 

Bei der 3D-Leistung ist das U904 mit 3477 Punkten das Schlusslicht, bei der Akklaufzeit dafür mit 276 Minuten der Spitzenreiter im Testfeld. Da unser Benchmark das Notebook permanent fordert, ist in der Praxis bei normaler Arbeit etwa die doppelte Akkulaufzeit möglich.

Mit LAN, Dual-Band-WLAN-n, Bluetooth und dem Datenfunk LTE bietet das 1850 Euro teure Ultrabook die komplette Palette an Kommunikationsschnittstellen. Zusätzlich sind noch zwei USB-3.0-Ports und eine HDMI-Buchse im Vollformat an Bord. Beim Keyboard mit Hintergrundbeleuchtung gefallen die großen Cursortasten, der Tastenhub ist mit etwa 1,5 Millimetern recht klein. Ebenso wie beim Dell ist ein großes Touchpad mit Multitouch-Funktion eingebaut.

Fujitsu Lifebook U904 Ultrabook Ethernet

© Fujitsu

Fujitsu hat beim Lifebook U904 eine clevere ausziehbare Klappbuchse für den Ethernet-Anschluss eingebaut.

Lenovo Yoga 2 Pro: Gelenkiges Hybrid-Ultrabook

Der Name Yoga ist bei dem 13,3-Zöller Yoga 2 Pro von Lenovo Programm: Das Display lässt sich durch ein Doppelscharnier auf die Rückseite des Chassis umklappen, das Yoga verwandelt sich so in ein Tablet. Daneben gibt es mit dem Stand- und dem Zelt-Modus noch zwei weitere Aufstellmöglichkeiten für das Lenovo-Hybrid-Ultrabook, etwa zum Lesen oder Betrachten von Filmen. Der Inhalt des Displays wird dabei mittels Lagesensor automatisch angepasst. Zudem sind auch alle bei Tablets üblichen Sensoren an Bord.

Das 13,3 Zoll große IPS-Panel stammt von Samsung und liefert eine sehr gute Bildqualität. Mit einem Gewicht von 1,4 kg lässt sich das Yoga auch im Tablet-Modus noch passabel nutzen, das beleuchtete Keyboard schaltet sich ab, wenn das Display um mehr als 180 Grad gedreht wird.

In dem flachen orangefarbenen Chassis des Testgeräts, alternativ gibt es das Gerät auch in dezenterem Grau, arbeitet ein Intel Core-i5-4200U als Prozessor. Er übernimmt auch die Grafikdarstellung. Trotz acht GByte RAM und einer 256-GByte-SSD ist der Preis für das Testgerät mit knapp 1300 Euro vergleichsweise moderat. Bei den Schnittstellen war man sparsam: Neben dem Cardreader gibt es zwei USB-Buchsen, nur eine davon USB-3.0-fähig, und einen Micro-HDMI-Ausgang. Der WLAN-n-Adapter mit integriertem Bluetooth-Modul funkt nur auf dem dicht belegten 2,4-GHz-Band.

In den Leistungsmessungen macht das Yoga 2 Pro eine ordentliche Figur: Mit 4699 Punkten im PCMark 7 liegt es hinter dem Dell auf dem zweiten Platz bei der Systemleistung, beim 3DMark ist es etwas langsamer als das mit der gleichen CPU ausgestattete Samsung ATIV Book 9 Plus. In der Akkulaufzeit belegt der Lenovo-Hybrid zwar mit 230 Minuten im PCMark 8 den letzten Rang, in der Praxis kann man aber etwa sieben Stunden mit dem Gerät abseits einer Steckdose arbeiten.

Samsung ATIV Book 9 Plus: Ultra-HD im ultraschlanken Ultrabook

Mit einem Gewicht von gerade einmal drei Kilogramm ist das superschlanke Samsung ATIV Book 9 Plus das Leichtgewicht unter den Notebooks mit Ultra-HD-Display. Der sehr gute 13,3-Zoll-IPS-Touchscreen kommt aus dem eigenen Hause, er ist derselbe, der auch im Lenovo Yoga 2 Pro zum Einsatz kommt. 

In dem nur 13,6 Millimeter hohen aber trotzdem sehr steifen Aluminiumgehäuse steckt ein Intel Core-i5-4200U, dieselbe CPU wie im Lenovo. Allerdings bekommt man beim Arbeitsspeicher und der SSD im Vergleich zum Yoga mit vier und 128 GByte jeweils nur die halbe Kapazität geboten. Trotzdem ist der Samsung mit 1550 Euro sogar noch etwas teurer. 

Die Akkulaufzeit ist mit 265 Minuten ordentlich. Der Tastenhub des Keyboards mit Hintergrundbeleuchtung ist kurz, das Tippen durch das gute Layout aber angenehm.Neben zwei USB-3.0-Buchsen in Normalgröße hat Samsung die weiteren Ports nur im Mini-Format in dem dünnen Alu-Body untergebracht, für den Gbit-LAN-Anschluss liegt ein Adapter bei, für die Micro-HDMI-Buchse nicht. Der WLAN-n-Controller unterstützt beide Frequenzbänder.

Fazit:

Klaus Länger

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Experten-Meinung: Klaus Länger, Autor

Prinzipiell sind alle vier Ultrabooks mit Ultra-HD-Display im Test empfehlenswert, auch weil sie unterschiedliche Anwender ansprechen. Der Testsieger von Dell ist vor allem für Käufer interessant, die eine sehr gute Leistung suchen und sich dabei nicht am Gewicht und am Preis stören. Das Fujitsu kann mit Business-Features und dem mobilen Datenfunk LTE aufwarten. Für das Samsung-Ultrabook können sich de-signbewusste Käufer begeistern, auch wenn Speicher und SSD etwas knapper bemessen sind. Das Lenovo Yoga ist toll für alle, die ein Ultrabook suchen, das sich in ein Tablet verwandeln kann. Zudem ist es mit knapp 1300 Euro vergleichsweise günstig.

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