TV-Duell

LCD-TV Samsung UE75F8090 gegen Plasma-TV Panasonic TX-P60ZT60E

Plasma-TVs verschwinden allmählich vom Markt. Doch ist die Technologie wirklich überholt oder lohnt es sich, noch schnell umzusteigen? Wir bitten zum ultimativen Kampf: LCD-TV Samsung UE75F8090 gegen Plasma-TV Panasonic TX-P60ZT60E.

LCD vs Plasma

© Josef Bleier, Hersteller

LCD vs Plasma

Pro

  • exzellentes Schwarz
  • guter Blickwinkel

Contra

  • Bildhelligkeit
  • Stromverbrauch
  • leichtes Bildflimmern

Der Wettstreit zwischen Plasma und Liquid Crystal Display (LCD) ist gefühlt so alt wie die Geschichte der Flatscreen-Geräte selbst. Aufgrund der unterschiedlichen Display-Technologien kommt es seit Jahren zu einem erbitterten Kräftemessen, bei dem LCD in der jüngsten Vergangenheit immer öfter die Nase vorn hatte. Plasma verbrauche zu viel Strom und biete im Gegenzug nicht die beste Bildqualität, um dieses Defizit wieder auszugleichen, heißt es. LCD dagegen sei verbraucherfreundlich und der einst miserable Schwarzwert aufpoliert worden. Die Argumente für und gegen Plasma kommen aus allen Richtungen; doch am Ende sagen uns die Fakten und Messergebnisse aus dem Testlabor, welches das perfekte TV-Gerät fürs Wohnzimmer ist.

Daher hat die video-Redaktion nochmals zum ultimativen Technologie-Duell der geladen. Samsung und Panasonic schicken ihr jeweiliges Top-Gerät ins Rennen:

  • Panasonic bringt mit seinem neuen TX-P60ZT60E den vielleicht besten Plasma der Welt mit Studiomonitor-Zertifizierung auf den Markt.
  • Samsung stellt einen LCD-TV mit stolzen 75 Zoll aus seiner besten Serie dieses Jahres dagegen: F8090.

Das äußere Auftreten

Bereits äußerlich unterscheiden sich die Kontrahenten - auch abgesehen von der Größe - deutlich: Der Standfuß des Samsung UE75F8090 umrandet das gesamte Display. Von vorne betrachtet, sieht man am Ende nur noch die Endstücke des gebogenen Fußes. Der Panasonic TX-P60ZT60E tritt dagegen konventionell auf: Eine viereckige Platte gibt dem TV den optimalen Halt, und der schlichte V-förmige Standfuß verleiht ihm seine besondere Ausstrahlung.

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Wer ein Sideboard nutzen will, hat mit dem Panasonic einen leichten Vorteil: Der Fuß passt optimal auf alle Oberflächen. Beim Samsung gelang es uns dagegen kaum, im Testlabor den fast 1,60 Meter langen und gut 30 Zentimeter breiten Standfuß auf unseren dafür vorgesehenen Tischen unterzubringen.

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Panasonic TX-P60ZT60E
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Das ultimative Duell - LCD vs. Plasma

Panasonic TX-P60ZT60E, 4.500 Euro, bei Amazon kaufen

Wer verbraucht mehr?

Panasonics Plasma ist mit 4.500 Euro deutlich preisgünstiger als der LCDTV von Samsung mit stolzen 8.000 Euro. Letzterer ist zwar etwas größer, doch ganz macht der Größenunterschied die Preisspanne nicht wett.

In puncto Ausstattung liegen die beiden Kontrahenten eng beieinander. Der Samsung bietet vier, der Panasonic drei HDMI-Buchsen. Beide Modelle verfügen über je drei USBAnschlüsse (jeweils einer davon ist ein USB-3.0-Port). Auch den begehrten Doppel-Tuner und sowohl einen digitalen Tonausgang als auch CI+-Slots für HD-Content haben beide Fernseher an Bord. 

Pro

  • Strom sparend
  • korrekter Helligkeitspegel (Gamma)

Contra

  • schlechter Blickwinkel
  • kein perfektes Schwarz

Im Standby-Modus nehmen sich die Gegner nicht viel in Sachen Stromverbrauch. Erst im Betrieb muss sich der Panasonic mit seiner Plasma-Technologie dem Strom sparenden LCD von Samsung geschlagen geben. Selbst ohne die unterschiedliche Display-Größe zu beachten, verbraucht der Samsung mit maximalen 250 Watt ca. 200 Watt weniger als der kleinere Panasonic. Gemessen wurde hier der maximale Verbrauch bei weißem Bildinhalt (100 IRE), also hellem Content. Beim Durchschnittsverbrauch sah der Panasonic dann schon besser aus, da beim Plasma-Display der Stromverbrauch vom dargestellten Bild abhängt (ähnlich wie bei Röhrenfern sehern). Helle Flächen brauchen mehr Energie, dunkle weniger.

Im TV-Betrieb halten sich die Sequenzen in Sachen Helligkeit meist die Waage. Der Panasonic fällt damit nicht mehr allzu sehr aus dem Rahmen. In LCDs brennt dagegen konstant eine Hintergrundbeleuchtung, die von den Flüssigkristallen nach Bedarf abgeschirmt wird. Der Verbrauch bleibt somit selbst bei hellen und dunklen Bildinhalten konstant.

Das beste Bild

Der bedeutendste Punkt zwischen den beiden Herstellern ist sicherlich die Bildqualität. Beim Abspielen der Bluray Samsara fiel der Panasonic im dunklen Raum mit seinem atemberaubenden Schwarzwert positiv auf. Der schwarze TV-Rahmen ist von den schwarzen Balken oben und unten im TV-Bild bei manchen 16:9-Filmen gar nicht mehr zu unterscheiden, so schwarz ist auch der Bildinhalt. Beim Samsung ist Schwarz zwar dunkel, aber nicht ganz perfekt.

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Auch in Sachen Blickwinkel schneidet Samsung schlechter ab als Panasonic. Begründen kann man dies mit den technischen Unterschieden von LCD und Plasma: Während beim LCD-TV die gesamte Bildfläche wegen der geringen Anzahl der Leuchtdioden indirekt ausgeleuchtet wird, erzeugen beim Plasma alle zwei Millionen Bildpunkte Farben und Helligkeit - unabhängig voneinander. Auch seitlich betrachtet, ist daher der Kontrast des TX-P60ZT60E ungeschlagen.

Selbst, was die Farben betrifft, fällt beim Panasonic kaum auf, ob man direkt vor dem TV-Gerät steht oder um 30 Grad oder mehr versetzt. Der Samsung dagegen verliert mit zunehmendem Blickwinkel an Farbbrillanz. Bereits bei einer geringen Abweichung von der frontalen Ansicht (ca. 20 Grad) werden die Farben deutlich blasser. An den Farbeinstellungen sollte man daher nur dann etwas verändern, wenn man frontal vor dem TV-Gerät steht.

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Samsung UE75F8090
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Das ultimative Duell - LCD vs. Plasma

Samsung UE75F8090, 8.000 Euro, bei Amazon kaufen

Ein wahres Lichterfest

Betrachtet man die Bilder der beiden Geräte im dunklen Raum, überzeugt der Panasonic mit seinem hohen Kontrast und dem satten Schwarz. Das Bild ist extrem knackig und hat dank der Schärfe schon die Tendenz zum Dreidimensionalen.

Fällt jedoch zu viel Tageslicht ins Wohnzimmer, ist der 60-Zöller bei Weitem nicht so hell wie der Samsung. Erreicht der Gigant in 75 Zoll fast 280 cd/m2 an Helligkeit, fällt es dem Panasonic in den verschiedenen Einstellungen schon schwer, über 100 cd/m2 hinauszukommen. Damit bietet er nur rund ein Drittel so viel Helligkeit wie ein LCD-TV und damit für einen lichtdurchfluteten Raum zu wenig.

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Obwohl er die Auszeichnung "Studio Master Panel" trägt, ist es nicht leicht, den Panasonic zu kalibrieren. Die verbaute Plasma-Technologie machte es selbst mit dem Equipment der video-Testredaktion nicht immer einfach, die besten Einstellungen aus dem Modell herauszuholen. Wer sich daher für den Fernseher entscheidet, sollte eine gewisse Erfahrung in Sachen TV-Kalibrierung mitbringen.

Einstellungssache

Die beste Performance lieferte der 60-Zöller nach der Schritt-für-Schritt Kalibrierung über die Panasonic-App. nach den Vorgaben der isf (Imaging Science Foundation Inc.). Hier konnte vor allem die Gammakurve detailliert eingestellt werden und war am Ende mit einer Abweichung von nur 2,7 Prozent fast perfekt. In anderen Voreinstellungen wie Standard oder THX Cinema dagegen waren die Abweichungen von der optimalen Kurve für unseren Geschmack zu groß. Generell ist der Plasma-TV bei der Gammafrage etwas sensibler als die herkömmlichen LCD-TVs.

Beim Samsung ließen sich die Einstellungen problemlos vornehmen. Im Kinomodus trifft der TV von der Farbdarstellung über Gamma die Werte fast perfekt. Nur bei der Helligkeitsverteilung über die gesamte Bildschirmfläche hat die LCD-Technologie gegenüber Plasma einen Nachteil. Der Bildmittelpunkt (Hotspot) ist rund 12 cd/m2 heller als die Ränder des Displays. Beim Panasonic ist der Bildschirm in allen Bereichen gleich hell: Die Abweichungen sind so minimal, dass man sie vernachlässigen kann.

Bewegungen im Bild

Bei HD-Content wirkt das Bild der beiden Hochklasse-TVs solide und ruckel-frei. Bei weniger hochwertigem Content merkt man schnell, dass die Bewegungsglättung des Samsung schon einen Schritt weiter ist als die seines Gegners. Samsung arbeitet seit Jahren mit extrem zuverlässigen Bildoptimierern, die bereits in niedriger Einstellung (Motion Plus: Standard) gute Dienste liefern und ruckelfreie Schwenks erzeugen.

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Beim Panasonic werden die Bildinhalte etwas grober dargestellt. Die Bewegtbild-Verbesserung des Herstellers glättet die Kanten in der Einstellung hoch für Kinofans schon fast zu stark, mit der mittleren Stufe kann man hier sicher am besten leben.

Auch die Bildruhe ist beim Panasonic und aufgrund von Plasma nicht hundertprozentig gegeben. Bei HDOptimaler Content sind die Unterschiede nicht so gravierend, bei SD-Content ist dagegen ein leichtes Grieseln im Bild zu erkennen.

Die smarte Generation

Dass TV-Geräte immer smarter und intelligenter werden, ist seit einigen Jahren ein kontinuierlicher Prozess. Ob Gesten- und Sprachsteuerung oder vielfältige Apps: Die Smart-TV-Oberflächen der beiden Hersteller wirken dieses Jahr angenehm aufgeräumt und übersichtlich. Von Video on Demand bis Musik ist alles an Bord.

Eine Besonderheit im Hinblick auf Vernetzung und Multimedialität bietet der Samsung-TV mit seiner versenkbaren Kamera. Damit geht der Hersteller vor allem auf die Wünsche der Anwender ein: Viele befürchteten nämlich in den letzten Jahren, dass die in den Fernsehgeräten integrierten Kameras der Hersteller von außen manipulierbar seien und sie damit einen unsichtbaren Fremden in ihr Zuhause einladen könnten. Panasonic liefert dagegen keine Kamera zu seinem Gerät.

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Neben den multimedialen Anwendungen sind zwei Fernbedienungen pro Gerät bei den Top-Herstellern seit einiger Zeit ebenfalls gang und gäbe. Samsung liefert zu seinem 75-Zoll-Giganten leider eine etwas kleine Standard-Fernbedienung mit. Die Knöpfe der schwarzen Tastatur sind zwar gut durchdacht, doch in der Hand liegt die Fernbedienung etwas unbequem. Demgegenüber hat der Panasonic-TV ein edles und hochwertiges Pendant an Bord, das keinerlei Wünsche offen lässt.

Fazit

Was für ein Wettstreit: Beide Hersteller sind mit ihren besten Modellen in Sachen LCD bzw. Plasma an den Start gegangen und haben bezüglich Ausstattung, Handling und vor allem Bildqualität alle Register gezogen.

Am Ende hatte für uns der Panasonic-TV knapp die Nase vorn. Der einzigartige Schwarzwert, gepaart mit exzellentem Blickwinkel, ist genau das Richtige für Kinofans. Nur hier sind die Balken der 16:9-Filme tiefenschwarz und die Bilder greifbar plastisch. Falls Panasonic aufgrund der sinkenden Nachfrage von Plasma als letzter verbliebener Hersteller seine Plasma-Sparte irgendwann ebenfalls aufgibt, sollte er wohl aufzuhören, wenn es am schönsten ist.

Der Panasonic TX-P60ZT60E ist einer der besten Plasma-TVs, die wir bisher testen durften. Nur wer wirklich in einem extrem hellen Wohnzimmer mit vielen Glasfronten und damit viel Tageslicht sitzt, sollte eher zu dem LCD-Gerät von Samsung greifen, weil der Panasonic-TV in diesem Fall einfach zu dunkel ist.

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