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TV-Aufnahmen übers Heimnetz

Videos über das Heimnetzwerk in verschiedene Räume zu schicken ist nicht ganz neu. Echte Innovationen sind aber Flat-TVs und HDTV-Rekorder, die das TV-Bild und Aufnahmen im Netzwerk streamen. Wir stellen Ihnen hier solche TV-Netzwerker und deren Funktionen vor.

TV-Aufnahmen übers Netz

© Hersteller/Archiv

TV-Aufnahmen übers Netz

Langsam, aber sicher fallen die Augen zu. Der Tag war lang, das Fernsehprogramm bislang eher mittelprächtig. Jetzt noch die Tagesthemen, dann ab ins Bett. Doch eigentlich wäre es viel entspannter, die tägliche Dosis Nachrichten im Bett anzuschauen, um dann mit dem Wetterbericht sanft in Morpheus' Arme wegzugleiten.

Ein Traum? Kein bisschen, mit den richtigen Empfangsgeräten lässt sich das Fernsehen tatsächlich aus dem Wohnzimmer in entlegene Regionen des Haushaltes mitnehmen. Zum Beispiel mit dem Panasonic DMR-BST720. Die Panasonic-Rekorder zeigen das laufende Programm nicht nur auf dem direkt angeschlossenen TV-Bildschirm, sondern auch auf Mobilgeräten im lokalen Netzwerk - namentlich auf Android-Mobilgeräten, iPhones und iPads.

Das Ganze klappt über den DLNA-Standard fürs Medien-Streaming im Heimnetzwerk in Kooperation mit einer speziell fürs Live-TV-Streaming entwickelten App auf dem jeweiligen Smartphone oder Tablet. Der Nutzer legt sich ins Bett, informiert sich am iPad über die aktuelle Nachrichtenlage und döst irgendwann zwischen Meldungen zu politischen Querelen und Euro-Problemen weg.

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Allerdings klappt das nur mithilfe der DIGA Player App auf Tablets und Smartphones von Apple sowie zusammen mit Android-Geräten - bei SD- und HD-Sendungen in guter Bildqualität.

Der Rekorder wird zum Medien-Server

Die HDTV-Universal-Rekorder von Panasonic sind kein Einzelfall und Live-TV-Streaming ist längst nicht die einzige Anwendung für die neuen Wohnzimmer-Server. Auch die Technik ist nicht ganz neu - nur deren Umsetzung in Wohnzimmergeräten kommt derzeit erst in Fahrt.

Mit PC-Programmen wie der TV-Server-Software TVersity etwa lässt sich Fernsehen schon seit einigen Jahren vom Computer via Netzwerk an DLNA-Empfangsgeräte (Clients) schicken. Nur war dafür bislang ein im Arbeitszimmer vor sich hin arbeitender PC mit Empfangskarte erforderlich, ebenso wie ein spezieller Netzwerk-Player im Empfangsraum.

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Mit dem Siegeszug der vernetzten Set-Top-Boxen und Smart TVs einerseits und der Verbreitung von Smartphones und Tablets nebst passender Video-Apps andererseits wird das Ganze aber derzeit immer einfacher. An die Stelle von PC-Tuner-Karten und Server-Software treten Geräte von HUMAX, Kathrein, Loewe, Panasonic oder Samsung, statt auf stationäre Geräte holt man das laufende Fernsehprogramm auf den iPad-Bildschirm und schaut es wahlweise in der Küche oder auf dem Balkon an.

Das steckt hinter DLNA

Die Technik hinter den TV-Streaming-Lösungen ist die gleiche wie bislang: die Medienübertragung nach dem Standard der Digital Living Network Alliance (DLNA). Der DLNA-Standard regelt den Abruf und die Übertragung von Fotos, Videos und Musik vom Server zu einem Wiedergabegerät - im Fachjargon Client oder DLNA-Renderer genannt. So geben auch DLNA-fähige Digital-TV-Rekorder Aufnahmen von ihrer Festplatte übers Netzwerk frei - so wie etwa auch Netzwerk-Festplatten mit Medien-Server-Funktion Videos aus ihrem Speicher zum Abruf durch einen passenden Client bereithalten.

Die HDTV-Blu-ray-Rekorder von Panasonic können das bereits seit ihrer ersten Generation vor über zwei Jahren, Geräte wie etwa der HUMAX iCord HD+ oder die HDTV-Receiver UFS-922 und UFS-923 von Kathrein haben solche Funktionen im Laufe der letzten Jahre per Software-Updates gelernt.

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Die neueste Generation der Panasonic-HDTV- und Blu-ray-Rekorder dient nicht nur wie ihre Vorgänger als DLNA-Server für Aufnahmen, die neuen Geräte streamen jetzt neben Mitschnitten auch das Live-Programm.

Immer mehr Geräte ziehen nach: Der Kathrein UFS-925, aktuelle Loewe-TVs mit DR+-Festplattenrekorder sowie Panasonic-TVs mit Aufnahmefunktion stellen ihre Mitschnitte ebenfalls per DLNA-Server im Netzwerk bereit. Die modular aufrüstbaren Dreamboxen und Topfield-HDTV-Receiver werden per Zusatz-Software zu TV-Medien-Servern.

Ratgeber: Der richtige Server für Netzwerk-Player

Die DLNA-Rekorder werden im Netzwerk von allen passenden Empfangsgeräten erkannt, ihre Aufnahmearchive gelistet und auf Wunsch gestreamt. Voraussetzung: Der jeweilige Empfänger muss das Digital-TV-Aufnahmeformat des Receivers erkennen und unterstützen. Meistens schneiden die HDTV-Receiver Sendungen als sogenannte Transport-Streams mit der Datei-Endung.ts mit. Neuere DLNA-Clients kennen das Format in der Regel, ältere haben vor allem mit HDTV-Mitschnitten zum Teil zu kämpfen.

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Das Topmodell VT1 erlaubt anderen Vantage-Receivern das Streaming von Mitschnitten aus dem Archiv der lokalen Festplatte.

Auf dem iPad fernsehen

Der Abruf von Aufnahmen per DLNA-Streaming klappt nicht nur über klassische Netzwerk-Player, sondern auch mit Mobilgeräten. Zum einen gibt es für die mobilen Begleiter Apps für den DLNA-Medienabruf im Heimnetzwerk. Zum anderen bieten die Gerätehersteller auch selbst solche Programme für die verschiedenen Mobil-Betriebssysteme an.

Kathrein etwa hat eine kostenlose Fernbedienungs- und Streaming-App für iPad und iPhone, die den Medienabruf von den HDTV-Receivern regelt. Sie ersetzt beim Fernsehen die Fernbedienung und zeigt Senderlisten, den elektronischen Programmführer (EPG) und das Aufnahmearchiv auf dem mobilen Touchscreen. Per Fingertipp wählt man aus, ob man eine Aufnahme oder eine Live-Sendung am Fernseher oder auf dem iPad sehen möchte.

Eine ähnliche App hat Panasonic im Programm: Der DIGA Player für Apple- und Android-Geräte ersetzt zwar die Fernbedienung nicht ganz, ruft aber alles ab, was der HD-Rekorder auf dem Kasten hat. Auf Wunsch - wie eingangs erwähnt - auch das TV-Programm.

Download: Tabelle

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