Backup - und Imaging-Tools

True Image 2017 vs. Disklmage 11 Pro im Vergleichstest

Die professionellen Backup-Tools von Acronis und O&O schicken die Windows-Bordmittel in Rente. Wir haben True Image 2017 und Disklmage 11 Pro im Test.

Acronis True Image 2017 und Disklmage Prof. Ed.

© Hersteller

Welches Backup-Tool​ ist das bessere? Wir machen den Test.

Windows besitzt zwar mehrere Backup- Tools, mit denen sich Dateien sichern und sogar komplette Systemabbilder anlegen lassen. Den Bordmitteln fehlen jedoch einige wichtige Funktionen wie Komprimierung und Verschlüsselung. Als Alternative bieten sich Acronis True Image 2017 und O&O DiskImage 11 Professional an.​

Bedienung 

True Image hat das Menüdesign von Windows 10 fast 1:1 übernommen. Das geht anfangs etwas zulasten der Übersichtlichkeit, weil die Programm-Icons von True Image nicht sofort selbsterklärend sind. Hat man sich jedoch an die Aufmachung gewöhnt, läuft alles Weitere reibungslos ab. DiskImage ist einsteigerfreundlicher, weil in der Standardansicht alle Menüeinträge klar bezeichnet sind. Wer sich bereits mit dem Programm auskennt, kann zur Express-Ansicht wechseln, die in einem Mini-Fenster nur die Menü-Icons anzeigt.​

True Image und DiskImage lotsen Anwender assistentengesteuert durch alle Backup-Aufgaben und erledigen ihre Aufgaben schnell und zuverlässig. Dennoch hinterlässt True Image bei der Bedienung den insgesamt besseren Eindruck. Parallel zur Sicherung legt die Software automatisch einen Zeitplan an, der in der Standardeinstellung täglich (bei Dateien und Ordnern) oder wöchentlich (bei Partitionen und kompletten Laufwerken) ein inkrementelles Backup durchführt. Das macht jede weitere Konfiguration seitens des Nutzers praktisch überflüssig. Bei DiskImage muss man den Planer manuell anstoßen, was weniger komfortabel ist​ und auch mal vergessen werden kann. Bei der Laufwerks- oder Dateisicherung hat man bei True Image über Optionen und Erweitert sofort Zugriff auf alle Backup- Parameter.

Disklmage 11 Professional Menüaufbau

© OO - Software

Zugänglich: Durch den übersichtlichen Menüaufbau von O&O DiskImage 11 Professional finden sich auch Einsteiger schnell mit dem Backup-Tool zurecht.

DiskImage bietet hier nur eine Handvoll Optionen im Sicherungsassistenten an. Dafür arbeitet es mit Profilen, in denen man die Sicherungsoptionen für Laufwerks- und Dateioperationen im De​tail festlegt. Für ein Backup wird das gerade ausgewählte Profil verwendet. So ist es sehr einfach, verschiedene Arten von Sicherungen schnell durchzuführen. True Image kennt für jede Backupaufgabe nur eine Standardkonfiguration, deren Parameter man jeweils erst anpassen muss.​

Backup 

Bei ihrer Kernaufgabe, dem Anlegen und Wiederherstellen von Backups, sind sich True Image und DiskImage ebenbürtig. Sie erstellen Sicherungen von kompletten Laufwerken, einzelnen Partitionen sowie von Dateien und Ordnern. Ein Backup der Windows-Partition im laufenden Betrieb ist ebenso möglich wie das Klonen des kompletten Laufwerks. Dabei passen True Image und DiskImage die Partitionsgrößen des Zieldatenträgers relativ zum Original- Laufwerk an und machen ihn bootfähig. Backups legen die Programme wahlweise vollständig, inkrementell oder differenziell an.

 Auf Wunsch werden sie verschlüsselt, komprimiert und auf Integrität überprüft. True Image und DiskImage sichern mit dem sektorbasierten Backup auch Laufwerke, die ein unbekanntes Dateisystem verwenden, wie es bei verschlüsselten Partitionen der Fall ist. Als Speicherort für die Backups stehen neben internen und externen Datenträgern auch Netzwerkverzeichnisse und FTP-Server zur Auswahl, wobei Disk-Image zusätzlich die verschlüsselte Variante SFTP unterstützt. Bestimmte Dateitypen kann man vom Backup ausschließen und die Sicherung in mehrere Sicherungsdateien aufteilen, um sie auf DVD zu brennen.​

In den Abonnementversionen von TrueImage kommen zu den lokalen Sicherungsmethoden auch Cloud-Backups dazu. Acronis stellt dafür je nach Tarif zwischen 50 GByte und 5 TByte Online-Speicherplatz auf seinen Servern bereit. Bevor sie in der Datenwolke des Herstellers landen, verschlüsselt True Image die Backups auf Wunsch lokal. Für noch mehr Datensicherheit lässt sich auch der Server-Standort auswählen, der auf Deutschland voreingestellt ist.​

Acronis True Image 2017 Zeitplan

© Acronis

Komfortabel: Zusätzlich zum Backup erstellt Acronis True Image 2017 automatisch einen Zeitplan, der in regelmäßigen Zeitabständen ein inkrementelles Update der Sicherung anlegt.

Wiederherstellung 

Auch bei der Wiederherstellung lotsen die Assistenten von True Image und Disk- Image den Anwender souverän durch alle Programmschritte. Für den Notfall lässt sich eine Rettungsumgebung auf Windows-PEBasis anlegen, die dann von DVD oder USBStick startet. Dabei verdienen sich die Duellanten Bestnoten, denn sie beherrschen ein Hardware-unabhängiges Recovery.​

Leistung 

True Image legt Backups im Duell deutlich schneller an als DiskImage. Die Aufgabe im Test ist ein alltäglicher Fall: Sichern der 48 GByte großen SSD-Systempartition auf einer zweiten SSD in der Standardkonfiguration (auf HDD-Platten dauert das Anlegen deutlich länger). True Image erledigte das in rasanten 1:40 Minuten. DiskImage ließ sich mit 3:12 Minuten fast doppelt so viel Zeit und war damit sogar etwas langsamer als die Windows-Sicherung (2:45 Minuten). Auch beim Image-Größenvergleich gewinnt True Image mit 17,4 GByte gegen die 19,5 GByte (Windows-Sicherung 24,8 GByte).​​

Acronis True Image 2017

© Acronis

Acronis True Image 2017 legt Backups mit wenigen Mausklicks an und arbeitet um einiges flotter als O&O DiskImage 11 Professional Edition.

Spezielle Funktionen

 True Image und DiskImage bieten jeweils interessante Spezialfunktionen an. Bei True Image gehört das Backup von Smartphones und Tablets dazu. Das funktioniert sowohl mit Android- als auch mit iOS-Endgeräten. Befinden sich PC und Mobilgerät im gleichen WLAN, lassen sich die Daten bequem per Funkverbindung auf den Computer übertragen. Im Abo-Modell gibt es sogar ein Facebook-Backup, um gepostete Fotos und Videos zu sichern. Zu den Spezialfunktionen zählt auch der Try & Decide-Modus, bei dem Anwender erst bedenkenlos Änderungen am System vornehmen und später entscheiden, ob sie die Änderungen übernehmen oder verwerfen. DiskImage unterstützt auch das VHDX-Format und kann Backups damit in virtuelle Festplatten schreiben. Diese lassen sich dann in Virtualisierungstools wie Virtual Box oder VMware Player verwenden. Beide Programme können ihre Backups als virtuelle Laufwerke in den Windows Explorer einbinden. Das erlaubt es zum Beispiel, einzelne Dateien zu entnehmen oder den Inhalt zu durchstöbern.​

Fazit 

Acronis True Image 2017 gewinnt das Duell gegen O&O DiskImage 11 Professional Edition sehr knapp. Die beiden empfehlenswerten Tools begegnen sich bei den Backup- und Wiederherstellungsfunktionen durchaus auf Augenhöhe. Nur bei der Leistung kann sich True Image mit den deutlich schnelleren Zeiten klar von DiskImage absetzen.​

Windows schneller machen

Quelle: PC Magazin
Windows-Einstellungen: Wenn das System zu langsam ist, helfen meist schon einfache Tipps.

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