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5.1-Sets

Magnat Quantum 720 im Test

Magnat Quantum 720

© Magnat

Pro

  • Spielfreudige, optisch wie akustisch elegante Boxen zu einem vergleichsweise günstigen Preis

Contra

  • Boxen kommen nicht tief hinunter

Fazit

video Magazin Testurteil: gut, Preis/Leistung: sehr gut

Bei der Quantum 720 handelt es sich um eine neue Serie, mit der Magnat an klassische HiFi-Tugenden anknüpfen will. Das sieht man auch schon der Formgebung an, die eigentlich viel zu schade zum Verstecken in einem dunklen Kellerkino ist. Die aufwendigen MDF-Gehäuse wurden mit zahlreichen Verstrebungen, stabilen Traversen und besonders resonanzarmen 2,5 cm starken Schallwänden gegen störende Resonanzen gewappnet. Zudem minimieren die nach hinten verrundeten Gehäuseformen stehende Wellen im Inneren. Außerdem sehen die neuen Quantum-Boxen damit verdammt schnittig aus. Sie wirken trotz Folien-Furnieren deutlich hochwertiger als die üblichen kantigen Vertreter ihrer Klasse.​

Praktische Details 

Bei den Hauptlautsprechern Quantum 727 sorgen zudem zwei Brücken mit von Hand verstellbaren Metall-Kegelspikes für eine weitere Aufwertung​ der Optik und für sicheren Stand. Damit empfindliche Parkettböden nicht zerkratzt werden, liegen neben den Metallspitzen auch noch solche aus Gummi bei.​

Der Hochtöner der Quantum 727 kommt auch im Center 72 und in der Regalbox Quantum 723 für die Surround-Kanäle zum Einsatz. Seine drei Zentimeter durchmessende Gewebemembran erhält Unterstützung von einem sogenannten Harmonic Radiation Horn aus Aluminium, das den Wirkungsgrad verbessert und das Abstrahlverhalten optimiert. Außerdem spendierte Magnat seiner Gewebekalotte eine spezielle Dämpfung und Ferrofluidkühlung für beste Manieren bei jeder denkbaren Lautstärke.​

Gewebekalotte

© Magnat

Flotte Kalotte: Mit seiner Gewebemembran und einem kleinen HRH-Hornvorsatz arbeitet der Hochtöner in allen Kanälen.

Aus dem Computer

 In der als 3-Wege-Bassreflexbox ausgelegten Quantum 727 gibt der Hochtöner bereits bei 3200 Hz an den FE-Dynamics-Mitteltöner ab. Sein Durchmesser liegt bei den beiden Bässen bei​ 17 Zentimetern. Die nach Art des Hauses mit leistungsfähiger Klippel-Software optimierten Konstruktionen für den Mittel- und Tieftönbereich vertrauen auf solide Stahlkörbe mit großzügigen Belüfungsöffnunegen, belüftete Schwingspulen und leichte, steife Aluminium-Keramik-Membranen. Massive Aluminium-Abdeckringe verleihen den hochentwickelten Treibern den nötigen optischen Feinschliff, um die hochwertige Anmutung der Lautsprecher zu unterstreichen. Das akustische Tüpfelchen auf dem i sind die amplituden- und phasenoptimierten Frequenzweichen der Quantum 727. Mit ihren 24-dB-Filtern begrenzen sie die Arbeitsbereiche der einzelnen Chassis sehr steilflankig.​

Vierte Ordnung muss sein

 Dazu passend setzt Magnat im Center 72 ebenfalls auf Filter vierter Ordnung. Die 2-Wege-Bassreflex-Kon-struktion verwendet einen nach oben versetzten Hochtöner, um das Rund​strahlverhalten zu verbessern. Die beiden Tief-Mitteltöner sind wie in der Quantum 727 aufgebaut und haben einen Durchmesser von 17 Zentimetern. An diese Vorgaben hält sich ebenfalls der 2-Wege-Regal-Lautsprecher Quantum 723, dessen Übergangsfrequenz zwischen den Arbeitsbereichen jedoch mit 2600 Hz gegenüber 3100 Hz beim Center ein gutes Stück tiefer gelegt wurde. Abgesehen davon sind beide Boxen als Bassreflex-Konstruktionen ausgelegt.​

Schweres Gerät 

Diese Bauweise beflügelt auch den Quantum Sub 7230A, dessen langhubiger 30-cm-Tieftöner nach dem Downfiring-Prinzip arbeitet. Sein Magnetsystem stammt wie jedes noch so kleine Detail aus dem Computer und sorgt dank aufwendiger Simulationen dafür, dass mit den großen Membranauslenkungen keine übermäßigen Verzerrungen ins Spiel kommen. Magnat vertraut auf eine beschichtete und gehärtete Papiermembran mit ventilierter Hochleistungsschwingspule, um der hohen Leistung von 360 Watt Sinus (nach RMS gemessen) auf Dauer standzuhalten. Um auch jeder Verwendung gewachsen zu sein, finden sich auf der Rückseite neben den üblichen Cinch-Buchsen auch Schraubklemmen zum Anschluss an die Lautsprecherausgänge eines normalen HiFi-Receivers, der über keinen Subwoofer-Ausgang verfügt.​

Lesetipp: Heimkino-Tipps für AV-Receiver, Beamer und mehr

Derartige Beschränkungen gab es in unserem Hörtest am Denon AV-Receiver natürlich nicht. Hier konnte das 5.1-Set aus dem Rheinland unter optimalen Bedingungen zeigen, was es drauf hat. Und das war eine ganze Menge. Sofort stach die bemerkenswerte Spielfreude ins Ohr. Wer mit dieser zackigen Truppe Action-Filme schaut, kann sein blaues Wunder erleben. Wenn Sylvester Stallone oder Jason Statham ihre Knarren sprechen ließen, wähnte man sich auf einem Pulverfass. Äußerst impulsiv peitschten einem die Schüsse von allen Seiten um die Ohren, das Timing war für diese Klasse schlicht atemberaubend. Auch Explosionen, wenn etwa größere Gebäude in die Luft flogen, kamen perfekt getimt und äußerst furchteinflößend aus den Lautsprechern. Platzangst brauchte man dabei allerdings nicht zu bekommen, denn das Special-Effekt-Team von Magnat erzeugte einen sehr großen, stabilen Raum. Und sofern sich in Feuerpausen auch einmal interessante Dialoge ergaben, zeigte sich die Quantum-Serie dieser Aufgabe souverän gewachsen. Neben der hohen Sprachverständlichkeit gefiel darüber hinaus die große Homogenität.​

Im Stereo-Durchgang der Hauptlautsprecher wirkte der Bass sehr konturiert, aber er büßte ohne den Subwoofer viel von seinem Volumen ein. Die Homogenität des Klangbilds blieb grundsätzlich erhalten. Allerdings konnte sich das 727-Duo einen gewissen Glamoureffekt in den Höhen nicht verkneifen. Wegen der hohen Präzision, der vorbildlichen Sauberkeit und der großen Spielfreude hätten die beiden Boxen diese ganz dezent eingesetzte Übertreibung eigentlich nicht nötig gehabt. Doch am vorwiegend positiven Urteil der sehr filigran und zackig wirkenden Lautsprecher änderte das nichts. Mit Magnat macht auch Musik richtig Vergnügen.​

Fazit

Mit der Quantum-720-Reihe liefert Magnat eine äußerst solide Leistung für einen fairen Preis ab. Klang und Verarbeitung liegen über Klassenstandard.​

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