Teufel, JBL und Magnat

Teufel Definion 3

Teufel Definion 3

© Teufel

Teufel Definion 3

Pro

  • Abbildung und Stimmwiedergabe vom Feinsten, tolle Verabeitung

Contra

  • Könnte im Bass etwas Feinschliff vertragen

Fazit

Video-Magazin Testurteil: gut, Preis/Leistung: sehr gut

Sehr schick sind sie, die Berliner Boxen. Teufel ging sowohl bei den Chassis als auch bei den Gehäusen seines mit Koaxial-Mittel-Hochtönern bestückten Definion-3-Ensembles mit größter Sorgfalt zur Sache. Obwohl es mit 3000 Euro noch ein ganzes Stück unter dem teuren Magnat-Set bleibt, glänzt es mit der besten Verarbeitung und der höchsten Anfassqualität. Einzig jene, die auf Holz oder Hochglanz stehen, müssen Abstriche machen. Ansonsten können sich die seidenmatten Schleiflack-Gehäuse mit ihren verrundeten Kanten aus nächster Nähe sehen lassen.

Das gilt vor allem für die knapp 1,2 Meter hohen Frontsäulen Definition 3 F, die gut 10 Kilo mehr auf die Waage bringen als die beinahe gleich hohen JBL Arena 180. Und die deutschen Mitbewerber von Magnat haben im Set vorne gar keine Standboxen zu bieten.

Masse und Klasse

Doch Teufel setzt nicht nur auf schiere Masse, die Gehäuseform wurde auch nach akustischen Gesichtspunkten gewählt. Die Teufel-Säulen und die kompakte Definion 3S verjüngen sich nach hinten, um stehende Wellen einzudämmen. Doch die Bauweise ist optisch ebenfalls sinnvoll, weil sie die wahre Größe der Koffer aus Berlin für mehr Wohnraumfreundlichkeit kaschiert.

Die Hauptlautsprecher und Surround-Boxen sind als 3-Wege-Bass-reflexsysteme ausgeführt. Lediglich der Center ist eine geschlossene 3-Wege-Konstruktion. Gerade der mittlere Kanal profitiert sehr von der Koaxial-Bauweise von Teufels selbstentwickelten SCA-Chassis. Das Kürzel steht für Synchronized Coaxial Acoustics und gilt als vielversprechender Ansatz zur Schaffung der perfekten Punktschallquelle. Es ermöglicht innerhalb des 5.1-Sets identische Abstrahleigenschaften, während die meisten üblichen Center-Speaker unter einem eingeschränkten horizontalen Rundstrahlverhalten leiden. Experimentierfreudig zeigen sich die Berliner auch bei den Tief- tönern, denen sie einen Wok-förmigen Konus aus Kohlefaser verstärktem Kunststoff verpassten. Das Material ist leicht und dennoch steif, bietet also theoretisch beste Voraussetzungen für einen sauberen Bass.

SCA Koaxial Chassis

© Teufel

Die Entwickler setzen bei der Teufel Definion 3 auf eine Flachmembran für den Mitteltöner. Der 10,5 Zentimeter-Aluminium-Hexacone-Kevlar- Sandwich soll die Abstrahlung des konzentrisch angeordneten 2,5- Zentimeter-Softdome-Hochtöners weniger beeinflussen als ein konventioneller Konus. Mit diesem konsequent aufgebauten SCA-Koaxial-Chassis streben die Berliner eine Verringerung der Colorationen an, die konventionellen Treibern dieser Art meist anhaften.Der Mittel-Hochtöner sitzt zudem ganz oben in der schmalen Schallwand, die zur weiteren Verbesserung des Abstrahlverhaltens gerundete Kanten besitzt, um Brechungseffekte zu minimieren. Die Operation glückte, denn die Definion 3 bildete sehr genau und stabil ab.

Bestens gerüstet ist auch der Subwoofer US 4110/1, der einen 25-Zentimeter-Tieftöner nebst 180-Watt-Class-D-Endstufe aufbietet. Sein foliertes MDF-Gehäuse wurde durch die DPU-Bassreflexöffnung für geringe Strömungsgeräusche optimiert.

Am Ende war es an ihm, seine Mannschaft erfolgreich durch den Hörtest zu bringen. Denn trotz großer Homogenität und exzellenter Abbildung müssen sich die Berliner bei gehobenem Pegel zumindest im Bass einige Kritik gefallen lassen. In den unteren Oktaven wirkte das 5.1-System in den Front-Kanälen früh überfordert und undifferenziert. Abhilfe schaffte eine Lösung, die man angesichts der je drei 16-Zentimeter-Bass-Chassis nicht unbedingt erwartet hätte: Wir stellten den Denon-Receiver vorne auf kleine Boxen ein und überließen die Bässe unter 80 Hz komplett dem Subwoofer. Diese Maßnahme verringerte den Membranhub in den unteren Oktaven und kam damit auch dem oberen Arbeitsbereich der hinauf bis 400 Hz arbeitenden Bass-Sektion zugute.

Lädt zum Dialog ein

Zumindest in Surround machten die Berliner damit eine glückliche Figur, spielten spritzig und präzise. Dialoge nagelten sie auf dem Flatscreen fest, die Sprachverständlichkeit gefiel uns sehr gut. Ein besonderer Trumpf, den sich die in allen fünf Kanälen eingesetzten SCA-Koax-Chassis maßgeblich auf die Fahne schreiben dürfen, war die exzellente Ortbarkeit von Phantom-Schallquellen. Die Rennwagen in "Tage des Donners" jagten mit lustvoll brüllenden Motoren rundherum durch den Hörraum. Der Übergang zwische vorne und hinten klappte ausgesprochen gut.

Auch die Auflösung und Feindynamik wussten zu gefallen. Das Set spielte mit jedem Programm-Material sehr sauber und dynamisch. Allerdings mussten die Standsäulen Definion 3 F im Stereo-Durchgang wie üblich ohne Subwoofer antreten. Das kostete in der Einstufung einige Punkte, denn der Bass wirkte wenig differenziert und weichte bereits bei Pegeln auf, bei denen vergleichbare Boxen noch ohne Mühe aufspielen.

Außer Konkurrenz schalteten wir im Sinne einer Kaufberatung den Subwoofer unter 80 Hz hinzu und konnten wieder differenziert und ausgewogen der Musik lauschen. Das half zwar nicht bei der Stereo-Einstufung der Frontsäulen, zeigt aber allen Teufels-Jüngern den Weg zur Erlösung auf. Als 2.1 absolut HiFi-tauglich.

Fazit

Teufel liefert schon allein vom schieren Material- und Fertigungsaufwand eine solide Leistung. Wer auf Ortung und Räumlichkeit steht, wird mit dem Definion-3-Set exzellent bedient.

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