Vergleichstest

Tablets unter 200 Euro im Test

Im heiß umkämpften Tablet-Markt werden Geräte billiger und kleiner. Schon ab 100 Euro bekommt man die Westentaschen-Computer. Wie groß der Surfspaß dabei ist, zeigt unser Vergleichstest.

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© Hersteller/Archiv

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Tablets unter 200 Euro im Test: Zwar bieten alle Geräte im Vergleich mindestens 1024 x 768 Pixel an. Doch lassen sowohl Helligkeit wie auch Blickwinkelstabilität bei den günstigen Geräten von Acer, Blaupunkt und TrekStor zu wünschen übrig. Der Spaßfaktor beim Couch-Surfen ist mit diesen Geräten eher niedrig, weil je nach Neigung des Gerätes auf dem Bildschirm kaum etwas klar zu sehen ist.

Mehr Freude bereiten da die wertigeren Surf-Books von Asus, Amazon und Kobo. Ihre Displays sind hell und bieten auch aus einem schrägen Winkel noch eine gute Sicht. Dass der Kindle Fire HD dennoch das Schlusslicht im Test bildet, liegt unter anderem daran, dass eine Kamera und eine Schnittstelle für microSD-Karten fehlen.

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Mini-Tablets unter 200 Euro

Asus Nexus 7Das Tablet von Asus und Google profitiert nicht nur von einem stets aktuellen Betriebssystem: Das Nexus 7 ist klein, handlich,…

Nexus 7

Auch das von Asus und Google gefertigte Nexus 7 kommt ohne Kamera und microSD-Kartenslot aus. Doch überzeugt der 7-Zöller mit seinem hellen, hochauflösenden Bildschirm. Das mit 1280 x 800 Pixeln auflösende Display ist blickwinkelstabil, zeigt satte Farben und liefert gute Kontrastwerte. Im grellen Sonnenlicht allerdings stören, wie bei Tablets üblich, Spiegelungen das Lesevergnügen. Glänzend ist aber auch die Leistung des Nexus 7. Angetrieben wird das Tablet von einem Tegra-3-Quad-Core-Prozessor von Nvidia.

Der sorgt für flüssiges Arbeiten und ruckelfreies Videovergnügen. Und in Leistungs-Benchmarks läuft er der Konkurrenz davon. Trotz der beachtlichen Geschwindigkeit hält der Akku des Nexus 7 aber erstaunlich lange durch. Bei typischer Belastung sind fast sieben Stunden Surf- oder Spielvergnügen drin. Wem die 16 GByte Speicher des Nexus 7 für Filme und Fotos nicht ausreichen, kann Dateien kostenlos in der Google-Cloud sichern. Wer große Datenmengen lieber lokal auf seinem Tablet sichern will, greift zu einem Nexus-Modell mit 32 GByte Speicher. Mit zu sätzlichem Internetzugang (SIM-Karten-Slot) kostet es rund 100 Euro mehr.

Amazon Kindle Fire HD und Kobo Arc

Auch die Tablets der Online-Buchhändler Amazon und Kobo gibt es in einer teureren Version mit mehr Speicher. Dabei gibt es den Tablet-PC des kanadischen Buchversenders Kobo sogar in drei Ausstattungsvarianten mit 16, 32 oder 64 GByte Speicher. Das größte Modell kostet dann immerhin schon rund 300 Euro. Gemeinsam ist den beiden Tablets, dass sie im Wesentlichen Einkaufs-Terminals der Internet-Buchhändler sind. So bieten sowohl Amazon als auch Kobo ihren Nutzern bereits auf der Startseite Lesestoff an.

Bei Amazons Kindle Fire HD ist die Symbiose mit dem Online-Shop allerdings radikal, mit entsprechender Nutzergängelung: Schon auf dem Sperrbildschirm erscheinen Amazon-Angebote. Unterdrücken lassen sie sich nicht. Wer keine Werbung erhalten möchte, muss zu einer 15 Euro teureren Tablet-Variante greifen. Amazon hat jedoch nicht nur die Startseite, sondern gleich die gesamte Nutzeroberfläche modifiziert, auch wenn diese auf Andorid beruht. Kobo hingegen gönnt seinem Tablet ein vollwertiges Android-Betriebssystem, lediglich eine Lese-App auf der Startseite und Lektüre-Angebote führen zu dem Online-Buchshop.

Dennoch handelt es sich beim Kindle Fire HD und beim Kobo Arc um Tablets und keine E-Book-Reader. Letztere verfügen über ein E-Ink-Display, während sowohl Amazons Kindle Fire HD als auch Kobos Arc über hochauflösende IPS-Displays (Auflösung 1280 x 800 Pixel) verfügen. Farb- und Kontrastwerte sind richtig ordentlich, selbst bei schrägem Blickwinkel sind Display-Inhalte noch gut sichtbar.

Für zügiges Arbeiten sorgt beim Kindle Fire HD ein 1,2 GHz schneller Dual-Core-Prozessor. Kobos Arc wird von einem etwas schnelleren (1,5 GHz) Dual-Core-Prozessor angetrieben, was sich auch in einem besseren Abschneiden in den Leistungstests zeigt. Darüber hinaus zeigen sich die beiden Tablets als überaus spartanisch, da es weder Schnittstellen für SD-Karten geschweige denn Anschlüsse für HDMI gibt.

Blaupunkt Edeavour 8 und Trekstor SurfTab ventos 8

Anschlussfreudiger zeigen sich da die auf den ersten Blick baugleichen Tablets von Blaupunkt und TrekStor. Neben einem micro-USB-Anschluss punkten sie mit einem Micro-HDMI-Steckplatz. Fernseher können darüber direkt angeschlossen und Filme übertragen werden. Zudem verfügen beide Tablets über einen microSD-Kartenslot. Wem die dadurch gewonnenen 32 GByte Speicher nicht reichen, kann über den mitgelieferten USB-Adapter weitere externe Speicher anschließen.

Als einzige Geräte im Test verfügen die beiden Tablets über eine Kamera an der Rückseite des Gehäuses. Deren Auflösung beträgt allerdings nur 2 Megapixel, sodass das Fotografieren damit nur bedingt zu empfehlen ist. Die Frontkameras eignen sich mit ihrer Auflösung von 0,3 Megapixel, wie in der Geräteklasse üblich, allenfalls für Videochats.

Eher enttäuschend erweist sich die Leistung der beiden 8-Zöller. Zwar sind ihre Prozessoren mit 1,5 GHz (Blaupunkt) und 1,6 GHz (TrekStor) höher getaktet als etwa bei Amazons Kindle Fire HD oder bei Acers Iconia B1. Dafür hinken sie in den Benchmarks der Konkurrenz deutlich hinterher. Das deckt sich mit dem Testeindruck, dass Filme oder Spiele gelegentlich ruckeln. Nicht wirklich überzeugend sind zudem die Bildschirme der Günstig-Tablets.

Deren Auflösung beträgt zwar immerhin 1024 x 768 Pixel, doch lassen Farben, Helligkeit und Kontrast ebenfalls zu wünschen übrig. Dafür hält der mit 5100 mAh recht großzügig bemessene Akku bei Blaupunkts Edeavour 8 satte acht Stunden lang bei typischer Belastung durch - ein Traumwert, den sonst kein Tablet im Test erreicht.

Acer Iconia B1

Dem Spar-Tablet von Acer geht im Vergleich dazu schon zwei Stunden früher die Puste aus. Dafür ist das Iconia B1 nicht nur das günstigste Gerät im Test, sondern auch mit seinen 320 Gramm das leichteste. Gespart hat Acer vor allem am Gehäusematerial. Es besteht vollständig aus Plastik und wirkt wenig hochwertig. Auch die Verarbeitung vermag nicht ganz zu überzeugen: Schon bei leichtem Druck knarzt das Gehäuse.

Dafür wirkt der blaue Randstreifen recht pfiffig. Im Inneren des Günstig-Tablets arbeitet ein 1,2 GHz schneller Dual-Core-Prozessor. Rekordverdächtig ist das keineswegs, doch laufen die meisten Anwendungen recht flüssig, von gelegentlichen Abstürzen mal ganz abgesehen. Schuld daran ist sicher der mit lediglich 512 MByte eher klein ausgefallene Arbeistspeicher. Auch das Display hinterlässt eher einen mittelprächtigen Eindruck, mit blassen Farben und einem geringen Blickwinkel.

Die Auflösung des 7 Zoll großen Screens liegt bei nur 1024 x 600 Pixeln. Insgesamt ist die Ausstattung von Acers Iconia B1 damit eher bescheiden. Auf eine Kamera auf der Rückseite müssen Couchpotatoes ebenso verzichten wie auf einen HDMI-Anschluss. Dafür gibt es microSD-Kartenslot.

Experten-Meinung

Wer auf dem Sofa oder unterwegs mal ein wenig Surfen, E-Mails checken, ein Spiel wagen oder ein E-Book lesen will, kann getrost zu einem Mini-Tablet greifen. Sie sind viel kleiner, leichter und handlicher als die großen 10-Zoll-Geräte. Und erfreulicherweise bieten selbst die günstigen Surf-Books eine durchaus überzeugende Leistung.

Natürlich müssen bei dem Preis Einschränkungen hingenommen werden. So sind Anschlussmöglichkeiten begrenzt und die Kamera-Ausstattung lässt bei den meisten Minis zu wünschen übrig - mit Ausnahme des iPad mini, das aber auch preislich in einer anderen Kategorie mitspielt. Als launiges Zweitgerät zum Surfen taugen die Minis allemal.

FAZIT

Wer für ein Mini-Tablet weniger als 200 Euro auf den Tisch legt, darf keine Höchstleistung erwarten. Einen echten Sieger in dem Testfeld auszumachen, fällt dennoch nicht schwer. Schließlich liefert Asus mit dem Nexus 7 eine durchweg überzeugende Leistung. Dass am Ende dabei doch nur ein insgesamt befriedigendes Ergebnis herausspringt, liegt daran, dass Ausstattungsmerkmale wie Kamera, Speichererweiterung oder HDMI-Anschluss fehlen.

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