Tablets im Test

Kindle Fire HDX vs. Nexus 7 im Vergleich

Das Google Nexus 7 soll den Erfolg des Vorgängermodells wiederholen. Allerdings hat es mit dem Amazon Kindle Fire HDX starke Konkurrenz bekommen. Wir haben den Vergleichs-Test.

Kindle HDX vs. Nexus 7 im Vergleich

© Hersteller

Das neue Nexus 7 hat mit dem Kindle Fire HDX starke Konkurrenz bekommen.

Wir haben die Tablets Google Nexus 7 und Kindle Fire HDX im Test und stellen diese günstigen Geräte in einem Vergleich gegenüber.

Google Nexus 7 oder Kindle Fire HDX? Wir haben beide HD-Tablets im Verleich. Welches Tab macht das Rennen? Google hat mit dem ursprünglichen Nexus 7 die Tablet-Welt gehörig erschüttert: Ein so leistungsfähiges 7-Zoll-Tablet für so wenig Geld gab es sonst nirgends. Das neue Nexus 7 soll diesen Trick wiederholen: Das weiterhin bei Asus hergestellte Tablet bietet für 230 Euro sogar ein Full-HD Display und einen Quad-Core-Prozessor. Allerdings ist nun mit dem Amazon Kindle Fire HDX 7 ein Konkurrent aufgetaucht, bei dem man das auch alles bekommt - und das mit 214 Euro derzeit sogar noch günstiger ist.

Wer Werbeeinblendungen im Lockscreen in Kauf nimmt, bekommt das Tablet sogar schon für 199 Euro. Sowohl das Nexus 7 als auch das Kindle Fire HDX sind bei diesem Preis mit 16 GByte Flash Massenspeicher ausgestattet und verfügen über WLAN und Bluetooth für die drahtlose Kommunikation. Der Speicher kann bei keinem der beiden Tablets mittels MicroSD-Card erweitert werden. Wer mehr Speicherplatz benötigt, der muss gleich zu einer teureren Version der Tablets mit 32 GByte Flash greifen.

Amazon Kindle Fire HDX: Höhere Auflösung aber keine Kamera

Amazon hat das Kindle Fire HD 7 mit einem 7-Zoll-Display ausgestattet, dessen Auflösung mit 1920 x 1200 sogar noch einen Tick höher ist als die 1920 x 1080 des Nexus 7. Das IPS-Panel des Kindle bietet ebenso wie das des Nexus 7 eine sehr gute Qualität, ein negativer Effekt durch die blauen LEDs der Hintergrundbeleuchtung ist uns beim Amazon-Tablet nicht aufgefallen. Die maximale Helligkeit ist beim Nexus 7 etwas höher, aber bei beiden Geräte so hoch, dass man trotz spiegelnder Displays im Freien noch etwas auf dem Screen erkennen kann.

Mit seinem 16:10-Display ist das Kindle Fire HDX mit 18,6 Zentimetern etwas schmäler als das 20 Zentimeter breite Nexus 7, dafür ist es mit 12,8 Zentimetern etwas höher. Das Kindle Fire ist vom Gehäusedesign her eher dafür ausgelegt, quer gehalten zu werden, das Nexus 7 ist eher für das Hochformat optimiert. So sitzt die Frontkamera beim Kindle mittig in einer der Längsseiten des Displayrahmens, beim Nexus dagegen auf der Schmalseite.

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© Amazon

Das Kindle Fire ist vom Gehäusedesign her eher dafür ausgelegt, quer gehalten zu werden.

Google hat der Neuauflage des Nexus 7 nun auch eine rückwärtige Kamera mit 5-MP-Pixel spendiert, die für Schnappschüsse ausreicht, beim Kindle muss man mit der Frontkamera auskommen. Bei den Schnittstellen besteht zwischen den beiden Tablets Gleichstand: Es gibt einen Micro-USB-Port, eine Kopfhörerbuchse und sonst nichts.

Nexus 7 mit schwächerem Prozessor

In dem stabilen Kunststoffgehäuse des Amazon-Tablets - es ist mit 300 Gramm einen Hauch schwerer, als das ebenfalls verwindungssteife Nexus 7 mit 290 Gramm - steckt mit dem Snapdragon 800 der derzeit schnellste ARM-Prozessor von Qualcomm. Er verfügt über vier Krait-400-Kerne mit einer Taktfrequenz von bis zu 2,2 GHz und eine integrierte Adreno-330-GPU. Im Nexus 7 steckt mit dem Snapdragon S4 Pro noch eine Qualcomm-Quad-Core-CPU der alten Generation.

Sie taktet mit 1,5 GHz und enthält als GPU die Adreno 320. Die modernere Grafikeinheit des Kindle Fire HDX macht sich beim 3D-Benchmark deutlich bemerkbar. Im Ice-Storm-Unlimited-Lauf des Futuremark 3DMark kommt das Fire HDX auf sehr gute 16642 Punkte, das Nexus 7 liegt mit 10487 Zählern deutlich dahinter. Auch beim Browserbenchmark Peacekeeper hat das Kindle mit 881 gegenüber 571 Punkten die Nase vorn.

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© Archiv

Auf dem Google Nexus 7 läuft bereits die Version 4.4 von Android, auch bekannt als KitKat. Sämtliche Google-Apps sind hier selbstverständlich bereits vorinstalliert.

Dafür bietet das Google Tablet mit 5:38 Stunden im Peacekeeper eine etwas bessere Laufzeit als das Kindle, dessen Akku nach 5 Stunden und 20 Minuten die Segel streicht. In der Praxis kommt man mit dem Nexus beim Surfen mit WLAN etwa 10 Stunden ohne Netzteil aus, beim Kindle etwa eine Stunde weniger.

Kindle Fire: Android ohne Google

Amazon verwendet beim Kindle Fire HDX ein Betriebssystem mit dem Namen FireOS 3.0, das auf Android 4.2.2 aufbaut. Die Programmierer bei Amazon haben sich dabei den Umstand zu Nutzen gemacht, dass Android ein Open-Source-Betriebssystem auf Linux-Basis ist, FireOS ist damit ein Fork von Android, der auch von Amazon gepflegt werden muss. Daher gibt es für das FireOS auch keine Google-Lizenz und keinen Zugriff auf alle nicht quelloffenen Google-Dienste und Apps.

Google, Android Hangouts

© Google

Google Hangouts ist die zentrale Nachrichten-App in Android 4.4 und soll sowohl Skype als auch WhatsApp überflüssig machen.

Alle anderen Android-Apps laufen prinzipiell ohne Probleme auf dem Kindle Fire, sofern sie im Appstore von Amazon zur Verfügung stehen. Denn auch der Google Play Store steht auf dem Amazon-Tablet nicht zur Verfügung. Das liegt auch durchaus im Sinne des Erfinders, schließlich sollen die Nutzer des Kindle FireHDX die Amazon-eigenen Dienste nutzen und Musik, Videos, Apps und E-Books bei Amazon kaufen und nicht bei Google. Die Auswahl an Apps ist mit etwa 100.000 zwar deutlich kleiner als beim Google Nexus 7, Google Play umfasst inzischen etwa eine Million Apps, aber die wichtigsten Programme stehen auch im Amazon-Store bereit. 

Statt Google Drive gibt es beim Kindle Fire einen Amazon-Cloudspeicher, der mit kostenlosen 5 GByte ebenso viel Platz bietet. FireOS 3.0 unterscheidet sich auch beim Startscreen von Googles Android: Statt der gewohnten Iconsammlung auf mehreren Screens gibt es eine Art Coverflow-Ansicht für die wichtigsten Apps, eine Menüleiste darüber gestattet den schnellen Zugriff auf Dokumente, Fotos, Videos und natürlich auch auf diverse Amazon-Stores. Als Webbrowser kommt Amazons Silk zum Einsatz. Er nutzt einen Cloud-Dienst, um Inhalte vorzuladen und komprimiert zum Tablet zu schicken. Andere Browser lassen sich auf dem Kindle Fire HDX nicht installieren.

Amazon Kindle Freetime

© Amazon

Mit FreeTime können Eltern auf dem Kindle für ihre Kinder eigene Profile mit ausgewählten Inhalten anlegen.

Amazon hat im Betriebssystem mit Free-Time auch eine Funktion integriert, mit der Eltern für ihre Kinder eigene Profile anlegen können. In diesen stehen dann nur die Apps, Spiele und Bücher bereit, die von den Eltern auch entsprechend freigegeben sind. Zusätzlich können auch Zeitlimits gesetzt werden, in denen etwa nur Lernspiele zugänglich sind und Unterhaltungsmaterial und Spiele blockiert sind.

Nexus 7: Immer Up-to-Date

Beim Nexus 7 bekommt man dagegen Android pur, natürlich mit allen Google-Apps und Diensten vorinstalliert. Während des Tests stand bereits das Update auf Android 4.4.2 "KitKat" bereit. Bei Android 4.4 hat Google den E-Mail-Client optisch an die GMail-App angeglichen und die störenden Navigationsbalken, E-Books und Videos beseitigt. Ein nicht unwichtiger Vorteil des Google-Tablets ist auch, dass man neue Android-Versionen und Updates früher erhält als bei anderen Herstellern und zwar garantiert für 18 Monate. Beim Kindle Fire HDX muss man dagegen darauf warten, dass die Amazon-Programmierer neue Android- Funktionen in FireOS übernehmen, was deutlich länger dauert.

Fazit

Die bessere Hardware bekommt man beim Kindle Fire HDX, mit seinem Snapdragon 800 ist es deutlich schneller als das Google Nexus 7 und zudem auch noch etwas günstiger. Ihm fehlt nur die rückwärtige Kamera des Google-Tablets. Allerdings muss man sich beim Amazon-Tablet darauf einlassen, ohne den Google App-Store und ohne Apps für Google-Dienste auszukommen. Auch bei den Updates für das Betriebssystem hängt Amazon hinterher, da auf dem Kindle Fire HDX statt  Googles Android eine Amazon-eigene Version von Android zum Einsatz kommt.

Download: Tabelle

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