Systemkameras über 1000 Euro

Der Vergleichstest endet mit einem Doppelsieg für Nikon und Sony: Jeweils 85 Punkte in der Gesamtwertung und knapp über 60 Punkte für die Bildqualität. Dabei bietet die Sony Alpha 700 die etwas höhere Auflösung, die Nikon D300 bessere Rauschwerte oberhalb ISO 400 und insgesamt bessere Ergebnisse beim Objektkontrast. Beide besitzen einen bauähnlichen CMOS mit 12 Megapixel Auflösung und einen exzellenten 3-Zoll-Monitor, der sich aber nur bei der D300 im Live-View-Modus verwenden lässt. Die Sony setzt dem einen eingebauten Bildstabilisator entgegen, was ein klassisches Patt ergibt. Nikons Auslaufmodell D-200 wird von beiden Kameras übertroffen, aber nicht deklassiert. Die Canon EOS 5D bringt als einzige Vollformat-SLR des Testfelds ein sehr gutes Ergebnis bei der Bildqualität (knapp 60 Punkte) und sammelt 81 Punkte in der Gesamtwertung. Wer lieber auf den APS-C-Format-Sensor setzt, erwirbt mit der EOS 40D eine 10-Mio.-Pixel-Kamera mit sehr gutem Gesamtergebnis (80,5 Punkte) und ebensolcher Bildqualität (um 56 Punkte). Zudem glänzt die EOS mit dem wohl besten Preis-Leistungs-Verhältnis in dieser Klasse. Die Fujifilm Finepix S5 Pro bietet rund 100 LP/BH weniger Auflösung, aber noch bessere Ergebnisse beim Rauschen und beim Objektkontrast. Die Fujifilm im Gehäuse der Nikon D200 ist zudem wegen ihrer bekannt guten Hauttonwiedergabe eine ausgezeichnete Wahl. Die Olympus E-3 liegt in der Gesamtwertung (77 Punkte) und bei der ISO-100-Bildqualität (55,5 Punkte) mit der Fujifilm gleichauf. Sie punktet mit einem soliden Magnesiumgehäuse und schwenkbarem Monitor, zeigt aber einen deutlichen Leistungsabfall bei höheren Empfindlichkeiten - was wiederum typisch für Kameras mit Four-Thirds-Sensor zu sein scheint. Allerdings ist dieser Leistungsabfall bei anderen Modellen mit diesem Sensor-Format (Leica Digilux 3, Panasonic Lumix DMC-L1/Lumix DMC-L10) noch deutlich stärker. Die mit dem Foveon-Sensor ausgestattete Sigma SD-14 liefert rauscharme RAW-Bilder, produziert aber Farbschwankungen bei Bildserien bzw. abweichenden ISO-Eins...

Wer mehr als 1000, 2000 oder gar 4000 Euro in eine Digitalkamera investiert, erwartet zu Recht mehr, als ihm die wahrlich nicht unterbesetzte Klasse der SLR-Kameras bis 1000 Euro zu bieten hat.

Die meisten getesteten Kameras bieten eine nominelle (nicht interpolierte) Auflösung zwischen 10 und 12 Millionen Pixel, mit Ausnahme der Panasonic Lumix DMC-L1/Leica Digilux 3 (7,4 Mio), Fujifilm FinePix S5 Pro (6 Mio) und Sigma SD-14  (4,7 Mio in drei Schichten). Durch den speziellen Aufbau ihrer Bildsensoren sind die Modelle von Fujifilm (SuperCCD SR) und Sigma (Foveon-Sensor) bei der Auflösung aber eher den 7- bis 8-Millionen-Pixel-Modellen zuzuordnen.

Die meisten Kameras verwenden Bildsensoren im APS-C-Format, wobei dieser Begriff die Sensorgröße aber nicht eindeutig definiert. Bei der Nikon D300 beträgt die nutzbare Sensorfläche beispielsweise 23,6 x 15,8 mm (Bildwinkelfaktor 1,5), bei der Canon EOS 40D 22,2 x 14,8 mm (Faktor 1,6) und bei der Sigma SD-14 20,7 x 13,8 mm (Faktor 1,7). Einen etwas größeren Bildsensor (27,0 x 18,0 mm) hat die Leica M8; der Bildwinkelfaktor fällt mit 1,33 deshalb moderat aus. Wer Kleinbildobjektive ganz ohne scheinbare Brennweitenverlängerung verwenden will (Bildwinkelfaktor 1,0), greift dagegen zur einzigen Vollformatkamera im Testfeld, zur EOS 5D mit 35,8 x 23,9 mm großem Bildsensor. Dagegen gilt für die mit Four-Thirds-Bildsensor (17,3 x 13,0 mm) ausgestatteten Modelle der Bildwinkelfaktor 2,0 - die nominelle Brennweite wird scheinbar verdoppelt. Zu den Four-Thirds-Modellen gehören Leica Digilux 3, beide Lumix-Modelle von Panasonic und die Olympus E-3.

Einen ins Kameragehäuse eingebauten Bildstabilisator bieten nur die Kameras von Sony (Alpha 700) und die Olympus E-3; Leica Digilux 3 und Panasonic Lumix DMC-L1 werden mit Set-Objektiven von Leica ausgeliefert, bei denen ein Bildstabilisator Teil des optischen Systems ist. Bei Canon, Nikon und Fujifilm (mit Nikon F-Bajonett) gehören Wechselobjektive mit Bildstabilisator zum Programm, müssen bei Bedarf aber separat zugekauft werden.

Ebenfalls keine Selbstverständlichkeit bei den Systemkameras ist die bei digitalen Kompaktkameras obligatorische Live-View-Funktion - die Möglichkeit also, den TFT-Monitor als Motivsucher zu verwenden. Wer nicht ohne diese Möglichkeit leben will, bedient sich bei Nikon (D300), Olympus (E-3), Leica (Digilux 3), Panasonic (Lumix DMC-L1/L10) und Fujifilm - bei der Finepix S5 Pro ist das Live-View allerdings per Timerfunktion auf 30 Sekunden beschränkt.

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