Kaufberatung

Ausstattung, Bildqualität und Zubehör

  1. Spiegellose Systemkamera: Darauf sollten Sie beim Kauf achten
  2. Ausstattung, Bildqualität und Zubehör

Ausstattung, Verarbeitung und Bedienung

Einsteigermodelle sind in der Regel aus Kunststoff gefertigt, höherwertige Modelle aus dem robusten Leichtmetall Magnesium. Damit steckt die spiegellose Systemkamera auch harte Schläge weg, wiegt aber mehr. Doch auch Kunststoffgehäuse können durchaus wertig sein. Form und Haptik der Handgriffe und der gummierten Griffflächen haben großen Einfluss auf die Griffigkeit. Je kleiner eine Kamera ist, desto seltener wird man sie wie eine DSLR in zwei Händen halten. Bevor Sie eine Kamera kaufen sollten Sie unbedingt verschiedene Modelle in die Hand nehmen.

Manche Kameras sind zusätzlich gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Das macht sie nicht nur unempfindlicher gegen Witterungseinflüsse, sondern kann auch helfen, Staub auf dem Sensor zu vermeiden. Für extreme Einsätze wie Wüste, Seewasser oder Hochgebirge reicht dieser Schutz aber in der Regel nicht.

Für die Belichtung stehen manuelle Einstellmöglichkeiten und Automatikfunktionen nebeneinander, gemessen wird mit Mehrfeldmessung oder Matrixmessung. Als Alternative sind bei allen Modellen eine mittenbetonte Integralmessung oder eine Spotmessung mit an Bord. Das ermöglicht flexiblen Einsatz in praktisch jeder Situation.

Hilfreich für die Bedienung ist es, wenn die Kamera ein Schnellzugriffsmenü (Quick-Access-Menü) besitzt, um wichtige Parameter mit einem Handgriff zu ändern. Ansonsten ist der Aufbau der einzelnen Bedienungsmenüs oft Geschmackssache. . Hier gilt der gleiche Tipp wie für die Bedienung: Vor dem Kauf die persönlich wichtigen Einstellungen einmal durchspielen, dann wissen Sie, wie bequem oder ätzend der Weg dorthin ist. Wer gerne unauffällig fotografiert, sollte darauf achten, dass sich Pieptöne, Hilfslichter etc. abschalten lassen.

Bildqualität

Die Tests von ColorFoto ermöglichen Ihnen eine zuverlässige Beurteilung der Bildqualität anhand von Testtafelaufnahmen. Im Gegensatz zu Kompaktkameras erhalten spiegellose Systemkameras (wie DSLR) eine Beurteilung der Bildqualität immer nur in Kombination mit einem Objektiv, weil die gleiche Kamera mit unterschiedlichen Optiken bestückt auch sehr unterschiedliche Bildqualität liefert. Im Detail werden dazu vor allen die folgenden Kriterien einer Testtafelaufnahme bewertet:

  • Grenzauflösung: Gibt Auskunft über die Fähigkeit von Bildsensor und Objektiv, feine Strukturen aufzulösen. Die Grenzauflösung wird in Linienpaaren pro Bildhöhe (LP/BH) angegeben. Je höher der angegebene Wert, desto schärfer das Bild.
  • Texturverlust: Mit der Kurtosismessung lässt sich ermitteln, inwieweit die Rauschunterdrückung kontrastarme Strukturen "glattbügelt", also Detailverluste auftreten. Je kleiner der gemessene Wert, desto geringer der Texturverlust.
  • Rauschen: Mit Rauschen sind bei einer Digitalkamera Störungen des Bildsignals gemeint, die keinen Bezug zum eigentlichen Bildinhalt haben. Das Rauschen wird als "Visual Noise" (VN) angegeben und nimmt meist bei höheren ISO-Einstellungen zu. Je niedriger der VN-Wert, desto geringer das Rauschen.
  • Objektkontrast: Wird auch als Dynamik bezeichnet und meint die Fähigkeit der Kamera, Objektkontraste wiederzugeben. Die Dynamik wird in Blendenstufen angegeben. Je größer der Blendenwert, desto besser kommt die Kamera mit kontrastreichen Motiven zurecht.
  • Farbe/Weißabgleich: Mit einer abfotografierten Farbmatrix wird ermittelt, inwieweit sich Original und Reproduktion unterscheiden. Die Farbgenauigkeit wird als DeltaE angegeben; je kleiner der Wert, desto genauer die Farbwiedergabe. Analog gilt dies für die Qualität des Weißabgleichs (DeltaRGB).

Im Allgemeinen ist die Bildqualität in etwa proportional zum Preis: Je teurer eine Kamera, desto besser die Bildqualität. Sie können die nackten Zahlen in den Tabellen von ColorFoto auch nach Ihren eigenen Kriterien bewerten. Denn wie oft sie bei wenig Licht (also mit hoher hohe ISO-Zahl) fotografieren, wissen Sie am besten selbst. Dann schauen Sie in der Tabelle einfach bei den Messwerten für diese Empfindlichkeit. Generell sind alle Systemkameras bei der Eingangsempfindlichkeit relativ gut, die Qualitätsunterschiede werden erst bei höheren ISO-Werten deutlich.

Samsung Objektive

© Samsung

Die verschiedenen Hersteller erweitern laufend ihr Objektiv-Angebot für ihre Systemkameras.

Objektive und Zubehör

Während die Gehäuse-Preise von spiegellosen Systemkameras häufig in Bewegung (nach unten) sind, bleiben die Objektivpreise oft über Jahre stabil. Wer mit einem begrenzten Budget haushalten muss sollte gut überlegen, welchen Teil des Budgets er ins Gehäuse investiert und wie viel in Objektive. Spiegellose Systemkameras werden oft zusammen mit einem einfachen Zoomobjektiv angeboten, das als Grundausstattung gute Dienste tut. Diese sogenannten Kits kosten oft kaum mehr als ein Kameragehäuse allein und sind für Einsteiger in ein System deshalb ideal.

Ratgeber: So funktionieren moderne Objektive

Bei beengten räumlichen Verhältnissen sind Weitwinkelobjektive in ihrem Element und da ist es wichtig, die Brennweite des Objektivs variabel anpassen zu können. Hier punkten Zoomobjektive. Der Brennweitenbereich vom leichten Weitwinkel bis zum leichten Tele ist prädestiniert für die Straßenfotografie und Teleobjektive holen weit entfernte Dinge ganz nah heran. Trotz Bildstabilisator ist dann ein gutes Stativ empfehlenswert.

Ein beliebter Spezialist im Objektivteam ist ein Makroobjektiv, das auch kleine Gegenstände formatfüllend aufs Bild bringt. Lichtstarke Festbrennweiten erlauben Freihandaufnahmen auch bei mäßigen Lichtverhältnissen und helfen, die Schärfe im Bild sehr selektiv zu setzen. Passend zum schlanken Gehäuse sind bei den Spiegellosen sogenannte Pancakeobjektive weit verbreitet: Sie sind besonders klein, tragen kaum auf und passen so an der Kamera in die Jackentasche.

Das Objektivangebot der Spiegellosen hat mittlerweile deutlich aufgeholt, hinkt bei vielen Herstellern aber trotzdem noch deutlich hinter dem der DSLRs her. Oft fehlen vor allem die Exoten wie extrem lange Telebrennweiten oder Spezialobjektive für die Nahfotografie. Die allermeisten fotografischen Situationen werden jedoch abgedeckt, sodass das breitere Objektivprogramm mittlerweile kein Argument mehr für die DSLR ist.

Lesetipp

Objektiv kaufen Ratgeber
Für DSLRs von Canon, Nikon, Sigma & Co.

Fast alle Hersteller bieten für firmeneigene DSLR-Objektive Adapter an, um sie an spiegellosen Systemkameras verwenden zu können. Das funktioniert zwar, Automatikfunktionen sind aber oft eingeschränkt und der Autofokus langsam. Zubehöranbieter wie Novoflex haben zudem Adaper im Angebot, mit denen Festbrennweiten (etwa von Zeiss oder Leica) passen. Allerdings können diese Objektive nur manuell fokussiert werden. Was zudem gegen eine solche Lösung spricht: Objektive für DSLR sind oft größer und schwerer, da macht Mitnehmen keinen Spaß.

Manche Kameras verfügen über einen eingebauten Miniblitz und einen Blitzschuh, um ein externes Blitzgerät anzuschließen. Diese Geräte sind nicht nur deutlich kräftiger, sondern zudem dreh- und schwenkbar und erlauben dadurch eine gezielte Lichtführung.

Welche Trends bestimmen die Zukunft?

Bislang haben vor allem Berufsfotografen bedingungslos auf DSLRs gesetzt, um den Größenvorteil eines Vollformatsensors nutzen zu können und damit mehr Reserven für Ausschnitte oder Vergrößerungen im XXL-Format zu haben. Das ist Schnee von gestern. Sony hat mit dem Vollformat-Ensemble der A7-Serie gezeigt, dass man kompromisslose Qualität auch ohne Spiegel realisieren kann.

Es gibt kaum mehr einen Bereich, in dem spiegellose Systemkamers nicht mit DSLRs mithalten können und an vielen Stellen - siehe Autofokus - sind sie mittlerweile einfach besser. Dass es für einen klappbaren Spiegel im Digitalkamera-Konzept der Zukunft noch einen Platz gibt, ist kaum vorstellbar.

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