Systemkameras

Spiegellos - Die Zukunft?

In Japan geht der Marktanteil der Systemkameras ohne Spiegel, aber mit Wechselobjektiven auf die 40 Prozent zu, bei uns sind es knapp 10 Prozent mit Trend nach oben. In den spiegellosen Systemkameras stecken die gleichen Sensoren wie in SLRs, allerdings entfällt der Spiegel, was kompaktere Gehäuse ermöglicht. Statt optischem Sucher bietet ein Teil der Modelle einen elektronischen. Diese Fraktion vertritt hier die Panasonic Lumix GH2 für 850 Euro. Nur mit Monitor treten die Olympus E-PL2 und Sony NEX-5 für jeweils knapp 500 Euro an.

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Bildqualität/SensorBei SLRs dominiert der APS-C-Sensor und dürfte auch bei den Systemkameras die meisten Marktanteile holen. Wie klein eine entsprechende Kamera ohne Sucherprismen, Spiegel und Mechanik sein kann, zeigt die Sony NEX-5. Olympus und Panasonic setzen dagegen auf das Micro-4/3-System mit etwas kleineren 17,3 x 13 mm großen Sensoren. Die etwas kleinere Fläche kann ein leichter Nachteil bei der Bildqualität sein, doch bis ISO 1600 schlägt die Panasonic den größeren Sony-Sensor. SLR-Modelle mit 4/3-Sensor baut nur noch Olympus mit der E5, weswegen wir das 4/3-System aus der Übersicht weggelassen haben. CMOS-Sensoren machen die Kameras Live-View- und HD-Video-tauglich. Die Olympus Pen E-PL2 nimmt 1280 x 720 p-Videos auf, Lumix GH2 und NX5 Full-HD-Videos mit 1920 x 1080 Pixeln. Die Fotoauflösungen reichen von 12 Megapixeln der E-PL2 über 14 Megapixel der NX 5 bis zu den 16 Megapixeln der GH2.

AutofokusStandard bei den Spiegellosen ist der Live-View-taugliche Kontrast-AF auf dem Sensor. Er erlaubt es zudem, Größe und Positionierung der AF-Felder zu variieren. AF-Tracking über das gesamte Bildfeld funktionieren im Foto- wie im Videomodus.Problematisch war in der Vergangenheit das Tempo des Kontrast-AF. Dies ist mit den Sensoren und Bildprozessoren der jüngsten Generation vorbei. Zudem arbeitet der Kontrast-AF deutlich zuverlässiger als der Phasen-AF. Die GH2 ist mit AF-Zeiten von 0,28/0,48 s bei 1000/30 Lux schneller als manche Phasendetektions-SLRs, und auch die E-PL2 schlägt sich mit 0,52/0,66 s ordentlich. Nur die Sony NEX-5 als ältestes Modell dieses Trios lässt sich mit 0,93 s bei 30 Lux deutlich mehr Zeit.

BedienungWährend die GH2 in Gehäuseform und Bedienungselementen ganz konservativ daherkommt, geht Sony mit dem Touchscreen-Konzept der NEX-5 einen neuen Weg mit möglichst wenigen Bedienungselementen. Einsteiger kommen damit besser zurecht, allerdings fehlen so Direktzugriffe, wenn es eilt. Die E-PL2 mit ihrem Mix aus Tasten und Menüsteuerung zeigt einen Mittelweg, ihre Menüstruktur ist aber wie schon bei den anderen Pen-Modellen teilweise unpraktisch. Problematisch können die ebenfalls kompakteren Akkus der Spiegellosen wegen ihrer geringeren Ausdauer werden.

GehäuseDie NEX-5 ist mit 111 x 59 x 38 mm kaum größer als eine Kompaktkamera und wiegt nur 380 g. Selbst die "erwachsene" Lumix GH2 mit integriertem Live-View-Sucher und Mini-Blitz ist nicht größer als 136 x 91 x 76 mm bei 443 g Gewicht. Die nächste Generation mit weiter verkleinerten Gehäusen steht schon in den Startlöchern. Kein Spiegel bedeutet zwar flachere Gehäuse, aber auch neue Objektive, von denen es bei Sony - noch - zu wenig gibt. Allerdings lassen sich zahlreiche SLR-Objektive per Adapter nutzen, der die "Gehäuselücke" füllt.

Sucher/MonitorOhne Spiegel gibt es auch keine optischen SLR-Sucher, doch die elektronischen dürften schon bald die bessere Lösung sein: Die GH2 hat einen der besten elektronischen Sucher mit 511200 RGB-Bildpunkten und 0,7x effektiver Vergrößerung fest eingebaut. Olympus setzt bei der E-PL2 auf einen Aufstecksucher mit 480000 RGB-Pixeln und 0,58x effektiver Vergrößerung. Sony bietet zur NEX aktuell nur einen optischen Aufstecksucher, dessen Bildwinkel dem des 16-mm-Pancake entspricht. Alle drei Modelle sind mit 3"-LCD-Monitoren ausgestattet. Während sich Olympus und Panasonic mit 153333 Bildpunkten bescheiden, punktet Sony mit 307000 RGB-Pixeln. Ist der NEX-5-Monitor nach oben oder unten neigbar, lässt sich der GH2-Monitor geschützt einklappen oder ganz ausschwenken und über einen weiten Bereich drehen.

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