Soundbars

Philip HTL 9100 vs. Samsung HW-F751

Vor gar nicht langer Zeit waren Soundbars die Ausnahme. Inzwischen sind sie die Regel. Zwei von ihnen wollen trotzdem durch pfiffige Technik wieder eine Sonderstellung im Angebot einnehmen. Geht der Plan auf?

Philips Samsung Soundbar

© Hersteller, Josef Bleier, Stefan Rudnick

Soundbars im Duell

Als vor einigen Jahren die ersten Soundbars aufkamen, galten diese "quer gelegten" Surround-Systeme noch als eine Art Geheimtipp. Und zwar für alle Querdenker (im wahrsten Sinne des Wortes), die weder Gerätestapel noch Lautsprecher-Batterien oder Kabelsalat im Wohnzimmer wünschten und trotzdem zünftig Heimkino genießen wollten.

Inzwischen hat die einstige Nischenlösung einen derartigen Boom erlebt, dass fast jeder Lautsprecher-Hersteller einen oder mehrere Riegel im Programm hat. Wer aus dem Rahmen fallen will, muss sich diskrete 5.1-Systeme zulegen.

Oder man greift zu einem der beiden "Sonder-Bars" von Philips und Samsung. Jede der beiden All-in-one-Lösungen hat eine eigenwillige Detaillösung vorzuweisen.

Philips HTL9100 Soundbar

© Hersteller, Josef Bleier, Stefan Rudnick

Wem der Philips zu groß ist oder wer Virtual Surround nicht mag, kann die Effekt-Boxen abnehmen und getrennt betreiben.

Pro

  • satter, angenehmer Sound mit sehr ordentlicher Bassqualität
  • gute Bedienbarkeit

Contra

  • könnte etwas Pepp vertragen

Der Philips HTL 9100 lässt sich in einen Balken und zwei mit je einem 6,4-cm-Breitbänder bestückte Effektlautsprecher für die Surround-Kanäle zerlegen. Somit stellen die Holländer sowohl Virtual Surround aus einer zentralen Lautsprechereinheit als auch Surround-Sound aus diskreten Boxen bereit - wenn man mal von der in jedem Fall gegebenen Zusammenfassung der Front- und Center-Kanäle absieht. Und dazu bedarf es nicht einmal eines geschickten Strippenziehers: Die Verbindung funktioniert drahtlos, sofern der Benutzer die für den Verbindungsaufbau notwendigen Schritte ausführt.

Wenn die LED-Anzeige rot leuchtet, kündigt sich das nahende Ende der kabellosen Freiheit an: Der Ladestand der integrierten Akkus beträgt dann nur noch 30 Prozent. Spätestens, wenn die LED bei 10 Prozent Ladung zu blinken beginnt, sollte sich der Benutzer auf die "Rückkopplung" ans Steuergerät zum Nachladen einstellen. Wie lange das Hin und Her dem Besitzer Freude bereitet, muss sich in der Praxis erweisen.

Kaufberatung: Die besten Soundbars

Auf jeden Fall offeriert Philips eine sehr flexible Lösung, die sich den Ansprüchen der Benutzer anpasst. Schließlich ist gerade beim Hören in größeren Gruppen virtueller Surround-Klang immer ein Kompromiss, der nicht an die vom Sitzplatz weitgehend unabhängige Raumabbildung herankommt.

Samsung HW-F751 Soundbar

© Hersteller, Josef Bleier, Stefan Rudnick

Trotz Fenster für die Röhren wirkt das Design des HW-F751 samt Subwoofer sachlich und zeitlos.

Pro

  • dynamisch, fein auflösend
  • relativ preisgünstig

Contra

  • schmucklose, wenig ergonomische Fernbedienung

Wenn es um das besondere Flair geht, kommen Transistorgeräte kaum an Röhrentechnik aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts heran. Damals ahnte wohl niemand, dass koreanische Marken einmal zu den führenden UE-Anbietern zählen würden. Umso erstaunlicher, dass mit Samsung ein Hersteller, den man schon allein wegen seiner Android-Handys als High-Tech-Vorantreiber und nicht als Traditionswahrer wahrnimmt, auf einen Röhren-Verstärker (VT Amp: Vacuum Tube Amp) setzt. Noch dazu in einer Zeit, in der sich viele schon von konventionellen Transistor-Verstärken verabschieden, um mit Digital-Amps einen höheren Wirkungsgrad zu erzielen.

Allerdings liegt der gegenüber dem Philips-Riegel relativ gesehen deutlich höhere Stromverbrauch im Standby-Modus und im Betrieb (0,8/7,8 Watt gegenüber 0,4/5,0 Watt) absolut gesehen immer noch auf einem Level, von dem Besitzer üblicher Heimkino-Systeme nur träumen können.

Samsung Röhren-Amp

© Hersteller, Josef Bleier, Stefan Rudnick

Samsung steigert den Grad der Wirkung. Wer Bars abklappert, bleibt am Röhren-Amp unweigerlich hängen.

Und in einem Punkt gelang es Samsung unter großen Anstrengungen, den Wirkungsgrad erheblich zu steigern: Der Hinguck-Faktor des sonst sehr sachlich gestalteten Bars steigt ins Unermessliche, wenn er seinen Betrieb aufnimmt und die Röhren hinter ihrem Fenster zu glimmen beginnen. Zudem zeigt ein alphanumerisches Display, das sich hinterm stilprägenden, gelochten Lautsprechergitter aus silbernem Metall versteckt, die Betriebszustände an - zumindest, wenn der neben seinem nüchternen Typkürzel mit dem klangvollen Namen Air-Track bezeichnete Bar auf einem Regal liegend betrieben wird.

Kaufberatung: Die besten Soundbars bis 500 Euro

Dann sind die auf der Oberseite platzierten Röhren kaum zu sehen, was allerdings leicht zu verschmerzen ist. Denn wenn der Balken an der Wand hängt, liegt sein Anzeigefeld unten und ist nicht mehr zu erkennen. Immerhin erkennt ein Sensor, in welcher Position der Bar betrieben wird und passt die Klangabstimmung an. Für die Grundseinstellung vertraut Samsung auf eine mikrofongestützte Einmessautomatik.

Was die Subwoofer betrifft, gibt es bei beiden weder Gefummel mit Anschlußkabeln noch mit irgendwelchen Schaltern zur Anpassung. Den Wireless-Woofern genügt eine Stromzufuhr und los geht's. Dank der ordentlichen Konnektivität, die HDMIund Bluetooth einschließt, geben sich beide Soundbars sehr vielseitig, was die Programmvielfalt betrifft.

Messwerte der Soundbars

© Screenshot Weka

Die Messwerte der beiden Soundbars.

Hörtest

Doch wie halten sie es mit der Musik? Die Kontrahenten warten mit komprimiertem Audio-Streaming via Bluetooth auf. Beide klangen im Test hinreichend natürlich und sauber. Der Philips legte sich im Bass und in den ebenfalls voluminös wirkenden Mitten ins Zeug, während der Samsung gerade in den Mitten recht schlank wirkte. Die Domäne des Koreaners lag in den Höhen, die sehr frisch und deutlich differenzierter als beim HTL 9100 erklangen. Gegenüber dem erdigen, warmen Philips erschien der HWF751 etwas mehr in Richtung Party-Tauglichkeit getrimmt, was sich in einer größeren Spritzigkeit äußerte.

Mit Bluetooth waren allerdings leichte Nebengeräusche hörbar. Beim Surround- Test überzeugte der Samsung durch virtuelle Räumlichkeit, die sein widersacher erst nach Amputation seiner Satelliten toppen konnte.

Fazit

Wenn Spritzigkeit und Pegel nicht im Vordergrund stehen, kann der rund und satt abgestimmte Philips überzeugen. Wer auf Spielfreude und quirlige Höhen setzt, sollte sich den Samsung ansehen, Freunde von bequemem virtuellem Surround ebenfalls.

Download: Daten und Messwerte

Download: Testergebnis

Mehr lesen

Newsletter -

Mehr zum Thema

Yamaha YSP-5600
Kaufberatung

Soundbars brauchen wenig Platz und bieten dennoch raumfüllenden Heimkinosound mit Dolby Atmos & Co. Wir stellen die Top 10 aus unseren Tests vor.
Soundbars
Vergleichstest

Soundbars sparen bares Geld und wertvollen Platz im Wohnzimmer, denn sie können ein konventionelles AV-System ersetzen. Wir haben zehn Klangbalken…
Soundbars
Kaufberatung

Guter Sound im Heimkino muss nicht teuer sein: Diese Soundbars unter 500 Euro erschaffen mit wenig Aufwand einen guten Klangeffekt.
Onkyo LS-T10 im Wohnzimmer
Soundbars

Nicht nur die Klangverantwortung eines ganzen Heimkinos lastet auf Sounddecks. Sie müssen gegebenenfalls auch den Fernseher stemmen. Wie kommen…
Philips SoundStage HTL5130B
Sounddeck

Unter dem Dach der Gibson Brand wurde das neue Philips SoundStage HTL5130B vorgestellt. video testet, was das Sounddeck klanglich kann.