Raumwelten

Sony HDR-TD10

TD10 zwei Sensoren und zwei Prozessoren

© Video Homevision

Wie auch der JVC hat der TD10 zwei Sensoren und zwei Prozessoren, um zwei Full-HD-Bilder in Echtzeit zu einem Datenstrom zu verarbeiten.

Unheimliche Begegnung der 3. Art

Pro

  • keine Zoom-Beschränkung
  • gute Bedienung, 3D-Monitor

Contra

  • kein Sucher
  • kein Side by Side

Dieser Besucher aus der Tiefe des Raums spricht eine weitgehend unbekannte Sprache - Sony-MVC genannt. Diese versteht und bearbeitet derzeit nur die Sony-eigene Exotik-Schnitt-Software Vegas 10d und ab Juli deren Amateur-Software-Ableger.

Die beiliegende Archivierungs-Software namens Picture Motion Browser kann die Dateien immerhin abspielen und zu einem Kurzfilm zusammenfügen, doch auch sie tut sich mit der Behandlung der 28 Mbit/s großen Dateien noch schwer.

Auch die Konvertierung ins auf DVD speicherbare Side by Side im AVCHD-Standard entfällt. Immerhin gibt es die Ausgangsumschaltung zwischen beiden Formaten an der HDMI-Buchse, entsprechend den Fähigkeiten des TVs. Ein weiterer Nachteil: Die Dateien lassen sich nur als Daten oder auf Blu-ray speichern, da die Datenrate für DVDs zu hoch ist.

Schwerer Raumtransporter

Obwohl der TD10 eine ordentliche 2D-Aufzeichnung bietet, wird ihn wegen seines bulligen Körpers, der ungefähr das dreifache Volumen anderer Sony-3D-Cams hat, nur benutzen, wer 3D im Kopf hat und seine Ergebnisse nur live am TV anschauen möchte. Der Camcorder liegt jedoch ausgesprochen gut in der Hand, und die Menüsteuerung via Touchscreen ist im Vergleich zu den anderen Testkandidaten am weitesten entwickelt.

Für die Wiedergabe, bei der JVC schwächelt, gibt es eine schnelle, präzise Steuerung durch den Speicherinhalt - mit vielen Hilfestellungen zum Auffinden bestimmter Szenen. Auch die Ausstattung mit einem exzellenten, hochauflösenden und sehr gut gestalteten 3D-Monitor mit großem Einsichtswinkel überzeugt.

Eine Möglichkeit zur Tonpegelung bei der Aufnahme fehlt auch hier, Mikrofon und Kopfhörer sind aber anschließbar. Doch auch so ist der Klang sehr gut, vor allem im eingebauten 5.1-Dolby-Surround-Sound. Störgeräusche während der naturgetreuen Sprachwiedergabe gab es nicht. Die Bildqualität ähnelt der von anderen aktuellen Sony-Camcordern. Genauso klar und scharf zeigten sich die Motive. Beim Schwenken gab es nur geringe Verwischungen.

Die Szenen zeigten jedoch deutlich mehr Bildrauschen als bei den 2D-Kollegen. Auch hier verschlechtern die kleinen Optiken die Lichtstärke etwas. Der Autofokus pumpte zum Teil bei sehr wenig Licht nach, der Weißabgleich ist stimmig, die Farbgebung im Innenraum Sony-like etwas zu warm eingestellt. Der Detailreichtum - auch bei abnehmendem Licht - war unter allen Probanden am größten. Insgesamt gibt es dafür die höchste Bildwertung.

Der TD10 erlaubt wie der JVC die Konvergenz-Einstellung, bietet also die Möglichkeit, zu entscheiden, wie weit die Bildelemente ins Wohnzimmer hineinragen. Eingestellt wird sie wie die anderen manuellen Funktionen elegant am vorderen Drehring, der auch die manuelle Schärfe nachjustiert. Leider fehlt - im Unterschied zu JVC - eine Peaking-Funktion, die per farbiger Umrandung anzeigt, welche Motivteile gerade fokussiert sind. Aber den Fokus per Fingerdruck am Touch-Display gibt es auch hier.

Insgesamt beschert uns Sony einen schwierigen Testausgang: Das Gerät mit bestem Bild und bester Bedienung steht im Medienverbund mit der Außenwelt nahezu isoliert da.

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