Systemkampf

Sony A7 II und Fujifilm X-T1 Graphit Silber im Test

Sonys neues Topmodell Alpha 7 II kommt mit einem 24-MP-Vollformasensor, Fünf-Achsen-Bildstabilisator und schnellerem Autofokus. Fujifilm hat seinem 16-MP-Flaggschiff ein Update spendiert: die X-T1 Graphit Silber Edition. Wir vergleichen beide Kameras.

  1. Sony A7 II und Fujifilm X-T1 Graphit Silber im Test
  2. Video-Modus, Sucher, Autofokus und Bildqualität
Sony A7 II vs. Fujifilm X-T1 Graphit Silber

© Sony / Fujifilm / Montage: ColorFoto

Sony A7 II vs. Fujifilm X-T1 Graphit Silber

Mit ordentlicher Bildqualität, hohem Funktionsumfang und spritzwassergeschütztem Magnesiumgehäuse konnte schon die Sony A7 (Test) überzeugen. Sein neues Modell nennt der Hersteller konsequent Sony A7 Mark II. Highlight ist der integrierte Fünf-Achsen-Bildstabilisator, wie ihn auch Olympus realisiert hat.

Zudem soll der Hybridautofokus um 30 % schneller arbeiten als bei der Vorgängerin, und auch im Videobetrieb will die A7 II mehr bieten. Die Deckkappe ist nun aus Magnesium und der Handgriff etwas größer, sodass Auslöser und Drehrad günstiger platziert sind.

Auch Fujifilm startete mit einer verbesserten Auflage und spendierte seiner X-T1 (Test) im bekannten Gehäuse ein Firmware-Update. Herausragende Neuerung der X-T1 Graphit Silber Edition ist unter anderem der elektronische Verschluss, der rasante Zeiten bis zu 1/32.000 s verspricht.

Beibehalten haben beide Kameras ihr Sensorkonzept. Während Sony A7 II mit einem Vollformatsensor (35,8 x 23,9 mm) und 24,3 Megapixeln Auflösung punktet, muss sich die Fujifilm mit einem 16,3-Megapixel-CMOS der Größe 23,6 x 15,6 mm und einer Brennweitenverlängerung von 1,5 zufrieden geben. Dafür ist die X-T1 mit einem Gehäusepreis von rund 1.400 Euro aber auch entschieden günstiger in ihrer Anschaffung (Sony A7 II ca. 1.800 Euro).

Gehäuse & Ausstattung

In puncto Design orientieren sich beide Kameras an klassischen SLRs mit Sucherhöcker und typischem Griffwulst. Im Vergleich dazu sind sie aber kompakter, die Fujifilm mit 440 g inklusive Akku sogar noch um 150 g leichter als die A7 II (599 g), was der Wertigkeit aber keinen Abbruch tut. Zum Konzept gehört jeweils ein griffiges Gehäuse aus robuster Magnesiumlegierung mit Kunststoffbeschichtung und Spritzwasserschutz.

Bei Sony ragt der Handgriff etwas weiter aus dem Gehäuse, was ein Vorteil ist, wenn man mit großen Teleobjektiven fotografiert. Der extra erhältliche Akkugriff verleiht zwar auch der X-T1 optional mehr Stabilität, allerdings zu Lasten ihrer sehr leichten Bauweise. In der Draufsicht sind beide Kameras sehr schlank. Fujifilm platziert oben drei doppelte Einstellräder und rechts neben dem Auslöser eine Videostarttaste.

Sony A7 II

© Sony

Sony A7 II

Sony wirkt mit zwei Einstellrädern aufgeräumter, der Auslöser ist im Vergleich zur A7 größer, nach vorne gerutscht, und es gibt eine zweite "C"-Taste hinter dem Auslöser. Innen arbeitet bei Fujifilm der aus der X-E2 (Test) bekannte 16-Megapixel-APS-C-Sensor Marke X-Trans-CMOS-II, der aufgrund seiner speziellen RGB-Struktur ohne Tiefpassfilter auskommt und damit die Grundlage für eine überdurchschnittlich hohe Bildqualität bietet, aber leider damit auch zur Darstellung ungewollter Moire-Effekte neigt.

Bei der ISO-Empfindlichkeit meistert die X-T1 ISO 100 bis ISO 51.200, bei der Sony A7 II ist bei ISO 25.600 Schluss. Der Exmor-CMOS-Vollformatsensor der A7 II ist größer und löst mit 24,3 Megapixeln auch höher auf. Ebenfalls zum Repertoire gehört ein Hybrid-AF; und die große Neuerung: Der Sensor ist in einem Fünf-Achsen-Bildstabilisator eingebettet.

Dieser will Dreh- sowie Kipp- und Verschiebe-Bewegungen in je zwei Richtungen ausbalancieren. Damit sollen deutlich längere Belichtungszeiten frei Hand möglich sein. Laut Hersteller kann unter gleichen Bedingungen effektiv mit bis zu 4,5 Blendenstufen mehr Licht fotografiert werden. Sinnvollerweise soll das Ganze auch mit Objektiven funktionieren, die per Adapter angeschlossen sind, ebenso mit Optiken, die einen eigenen Bildstabilisator besitzen. Dieser übernimmt dann die Kipp-Bewegungen.

Fujifilm X-T1

© Fujifilm

Die X-T1 bietet klassisch drei separate Einstellräder, zwei davon in Doppelbelegung inklusive Arretierungsknopf aber kein Moduswahlrad. Dafür gibt es eine eigene Taste für Wifi-Konnektivität und eine Direkttaste für Videos.

Belichtungszeiten

Die entscheidende Neuerung des Fujifilm-Updates ist der optional über das Kameramenü erreichbare elektronische Verschluss, der ultrakurze Belichtungszeiten von 1/32.000 s meistert. Damit lässt sich bis auf ein leichtes Klicken geräuschlos auslösen. Zum anderen werden große Blendenöffnungen bei viel Umgebungslicht dadurch kompensiert. Bei der A7 II werden die Verschlusszeiten elektronisch bis 1/8.000 s gesteuert, im Vergleich löst die A7 II deutlich lauter aus, was natürlich auch am größeren Sensorformat liegt.

Die Blitzsynchronzeit beträgt bei Sony 1/250 s, bei der X-T1 1/180 s. Die Belichtungsmessung der X-T1 arbeitet mit einer 256-Feld-Matrix, mittenbetont oder per Spot. Die Spotmessung ist an den jeweiligen aktiven AF-Punkt gekoppelt. Die Messung findet nun also nicht mehr in der Bildmitte, sondern exakt auf dem Punkt der Scharfstellung statt. Bei der A7 II stehen zur Belichtungsmessung ebenfalls Spot, mittenbetont oder eine Matrix zur Auswahl, die mit 1.200 Feldern in deutlich mehr Zonen aufschlüsselt.

Beide Kameras beherrschen Belichtungsreihen. Sony bietet +/- 5 EV, Fujifilm nur +/- 3 EV. Mit aufgesetztem Systemblitz offeriert die A7 II zudem Blitzbelichtungsreihen, die Fujifilm nicht. Positiv hervorzuheben bei der A7 II ist, dass sich Belichtungskorrekturen auf +/- 5 Blenden über das "Fn"-Menü ausdehnen lassen, auch wenn das Einstellrad oben rechts auf dem Gehäuse nur 3 EV aufweist. Hinter dem Auslöser finden sich hier der Modus für Standardbelichtungsprogramme (Auto, P, A, S), manuelle Betriebsart, Motivprogramme (Scenes), Schwenkpanorama und zwei "Custom"-Speicher plus Videomodus.

Bedienung

Rechts neben dem Modusrad platziert sich ein Einstellrad für den Daumen, ein zweites ist dem Auslöser vorgelagert. In den Vierwegeschalter mit drei belegten Richtungstasten ist ein Rändelrad integriert. Daneben gibt es drei weitere benutzerdefinierte "C"-Tasten neben dem Sucher und als Doppelbelegung an der Papierkorbtaste. Eine "Fn"-Taste ruft den Einstellmonitor auf. Einarbeitungszeit vorausgesetzt, ist die Kamera über insgesamt 10 mit 56 Funktionen belegbaren Bedienknöpfen komfortabel zu bedienen. Alle Einstellräder und Tasten sind gut erreichbar platziert. Kritik muss sich lediglich das Rändelrad um den Vierwege-Schalter gefallen lassen, da es sich zu leicht selbst verstellt.

Für die Bedienung bietet Fujifilm zahlreiche Räder und Tasten, vermittelt aber ein klares Konzept. Dazu zählen drei gut rastende direkte Einstellräder für Zeit, ISO-Wert und Belichtungskorrektur auf dem Gehäuse mit optionaler Arretierungsfunktion. Das Rad links neben dem Sucher ist doppelt belegt, mit ISO-Einstellung und darunter unter anderem die Serienbelichtungsmodi, rechts vom Sucher liegt das Zeitenrad mit integrierter Messefeldsteuerung. Rechts außen der Belichtungsring für Korrekturen von +/- 3 EV. Ein Einstellrad für die Belichtungsmodi gibt es nicht. Insgesamt gibt es sechs definierbare Funktionstasten und Speicher für bis zu sieben benutzerdefinierte Profile. Auch "AE-L"- und "AF-L"-Tasten lassen sich jetzt je nach Bedarf anpassen.

Die "Q"-Taste führt zum Quickmenü mit den wichtigsten Einstellungen und ist individuell konfigurierbar. Über die beiden Einstellräder im Bereich des rechten Daumens und Zeigefingers navigiert man durch das übersichtlich gestaltete "Quick"-Menü, das Kameramenü oder die Bildwiedergabe. Die Blendenwahl erfolgt am Objektiv. Zeitgemäß lassen sich bei beiden Kameras die Bilder via WLAN übertragen oder die Kamera fernsteuern. Dazu gibt es bei Fujifilm eine eigene Wifi-Taste, die allerdings für große Hände etwas schlecht erreichbar und zu nahe am Belichtungsring sitzt.

Fujifilm X-T1

© Fujifilm

Fujifilm X-T1: Rückansicht

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