Systemkampf

Video-Modus, Sucher, Autofokus und Bildqualität

  1. Sony A7 II und Fujifilm X-T1 Graphit Silber im Test
  2. Video-Modus, Sucher, Autofokus und Bildqualität

Video-Modus

Gleiches gilt für die Videodirekttaste, rechts neben dem Auslöser. Neu ist der Filmsimulationsmodus "Classic Chrome", den die Kamera nebst weiteren zehn Videobearbeitungsmodi zur Auswahl stellt. Die Kamera beherrscht Full-HD-Aufnahme (1920 x 1080 Pixel) im Mov-Format mit optional 60, 50, 25 oder 24 Vollbildern/s.

Hinzugekommen ist auch die Option, vorab die ISO-Einstellung festzulegen. Während des Filmens können Blende und Verschlusszeit eingestellt und korrigiert werden. Leider ist der bereits bei der X-E2 kritisierte Video-AF nicht besonders reaktionsschnell. Auch Sony hat bei den Videofunktionen zugelegt: Zusätzlich zur Videoaufnahme in Full-HD mit 60, 50 oder 24 Bildern/s im AVCHD-Format und dem treffsichern Autofokus beherrscht sie das XAVC-Format, das Bitraten von bis zu 50 Megabit/s garantiert. Es stehen verschiedene Bildprofile zur Auswahl, und ein S-Log2-Modus, der einen 1300 % höheren Kontrastumfang mit weicher Gradation und ausgewogenen Lichtern und Schatten erzeugen will.

Sucher und Monitor

Für die Motivsuche und Bildbeurteilung stellt die X-T1 einen hochwertigen elektronischen Sucher mit 100 % Gesichtsfeld und einer effektiven Vergrößerung von 0,77x. Mit 786.666 RGB-Pixeln stellt er scharf dar, allerdings fallen bei Schwenks Farbungenauigkeiten auf. Während des Fokussierens macht sich ein leichtes Flimmern bemerkbar. Eine Besonderheit des Suchers sind seine unterschiedlichen Darstellungsmodi. Neben der Standarddarstellung gibt es eine verkleinerte Darstellung sowie eine "Dualdisplay"- Funktion, die beim manuellem Fokussieren neben dem Motiv ein kleines Schwarzweiß-Bild mit digitalem Schnittbildindikator als Fokussierhilfe anbietet.

Neu ist der "Natural Live-View", der im Echtzeitsucher die Sichtweise eines optischen Suchers simuliert. Zudem gibt es nun die Funktion, den Farbton sowohl im Sucher als auch auf dem LCD im Setup-Menü exakt zu justieren. Es fehlt aber eine Lichter/Schattenwarnung. Diese hat die Sony A7 II nun an Bord. Der Sucher bietet mit 786.432 RGB-Pixeln eine hohe Auflösung und gute Farbwiedergabe. Die Bildfeldabdeckung beträgt 100 %, die effektive Vergrößerung fällt mit 0,71x etwas geringer aus, und bei Kameraschwenks muss man leichte Bildruckler in Kauf nehmen.

Der neue hochauflösende 3-Zoll-XGAOLED- Monitor der Sony löst mit 307.200 RGBW-Pixel auf, und lässt sich um 107 Grad nach oben sowie ca. 40 Grad nach unten klappen. Fujifilm hat eine ähnliche LCD-Variante mit 3 Zoll und 346.666 RGB-Pixeln Auflösung verbaut, die um 90 Grad nach oben und 45 Grad nach unten klappbar ist. Sony machte gegenüber Fujifilm das Rennen, da der Monitor besser entspiegelt ist.

Sony A7 II

© Sony

Sony A7 II: Rückansicht

Autofokus

Die X-T1 ist mit einem kombinierten Kontrast-AF und Phasen-AF auf dem Sensor ausgestattet. Der Hybrid-AF wechselt je nach Bedarf automatisch die Betriebsart. Der Kontrast-Autofokus nutzt 49 Felder mit automatischer Auswahl der Messefeldmessung oder als Einzel-Feld-AF mit in fünf Stufen variierbarer Feldgröße. Optional steht eine Gesichtserkennung zur Auswahl. Zwischen Einzel-, Serien-Autofokus und manuellem Fokus lässt sich mittels eines kleinen Drehschalters vorne am Gehäuse wechseln.

Praktisch ist dabei die Möglichkeit, die Entfernungseinstellung über eine im Live-View eingeblendete Analogskala mit Meterzahlen zu kontrollieren. Beim manuellen Fokussieren hilft zudem nach Drücken der Focus-Assiste-Taste, eine Peaking-Funktion oder der Schnittbild-Indikator. Über die AF-L-Taste kann der Fotograf zum Sofort-AF-Modus wechseln. Praktisch auch die AF+MF-Funktion. Per halbgedrückter Auslösetaste wird automatisch scharf gestellt und der Fotograf kann per Einstellrad das Ergebnis feinjustieren. Die Auslösezeit beträgt 0,42 s/ 0,50 s bei 300/30 Lux, das ist nicht sonderlich schnell.

Die Serienbildgeschwindigkeit ist mit 8,2 JPEGs/s und 7,8 RAWS/s dafür höher als bei der Konkurrenz, aber die X-T1 schafft nur 34/22 in Serie. Mit einer Einschaltzeit von 1,7 s ist die X-T1 nicht sonderlich schnell und schneidet ähnlich ab wie die Sony A7 II (1,8 s). In der Sony agiert ebenfalls ein hybrider Sensor-AF, der mit 177 Phasen und 25 Kontrastautofokuspunkten arbeitet. Der Autofokus lässt sich umfangreich konfigurieren; es gibt eine Gesichtserkennung, eine zuschaltbare Lächelautomatik und eine Augenerkennung.

Beim Fokussieren hilft eine Bildschirmlupe und eine Peaking-Funktion. Der Algorithmus zur Schärfeberechnung wurde verbessert, sodass der Hersteller eine um 30 % höhere Geschwindigkeit gegenüber dem A7-Vorgänger verspricht. Mit 0,29 s/0,30 s bei 300/30 Lux arbeitete die A7 II im Labor bei wenig Licht tatsächlich doppelt so schnell wie ihre Vorgängerin (0,29 s/0,73 s). Auch gegenüber der Fujifilm hat sie damit die Nase vorn. Bilder in Serie meistert die A7 II nur 5 B/s, dafür 70 JPEGs und 28 RAWs am Stück.

Bildqualität

Mit ihrem 16-Megapixel-X-Transsensor und ohne Tiefpassfilter holt die X-T1 eine bemerkenswert hohe Grenzauflösung von 1958 LP/BH bei ISO 200/400 aus dem Sensor. Ab ISO 800 fällt die Auflösung um rund 300 LP/BH ab, bis ISO 12.800 bewegt sie sich aber mit knapp 1600 LP/ BH auf einem sehr guten Niveau. Auf ebenfalls hohem Niveau überzeugen die Dead-Leaves-Werte, wobei die Ergebnisse vor allem im Low-Contrast-Bereich mit Werten von 700 bis 880 LP/BH von ISO 200 bis ISO 1600 ein Indiz für eine sehr gute Feinzeichnung der Kamera bei kontrastschwächeren Strukturen sind.

Zugleich bleibt das Rauschen im grünen Bereich. Steigen die DL-Cross-Werte nicht über 1, gilt dies für die D-Direct-Werte nicht. Die Differenz ist ein Zeichen für Artefakte. In puncto Dynamik schneidet die X-T1 mit 9,7 bis ISO 800 hervorragend ab, die dann mit einem Ausreißer nach oben von 11 Blenden bei ISO 1600 auf 9 Blenden bei ISO 6400 abfällt. Die über den gesamten ISO-Bereich moderate Farbabweichung von knapp 11 Delta fällt in der Praxis kaum auf und betrifft vor allem Töne im rötlichen, etwas im braunen und grünen Bereich.

Deutlich zu stark hebt die Fujifilm den Kontrast bereits kontrastreicher Kanten an. Hier drohen je nach Motiv feine weiße Linien im Bild. Die Sony A7 II erreicht eine für den Sensor zwar nicht hundertprozentige, aber hohe Grenzauflösung von 1869 LP/BH, die sich bis ISO 3200 mit 1728 LP/BH sehr gut hält. Auf äußerst hohem Niveau bewegen sich die DL-Werte für hoch- wie niedrigkontrastige Strukturen.

Bis ISO 800 kommt da kaum eine andere Kamera mit, und auch das ISO-1600-Ergebnis ist absolut überdurchschnittlich. Zugleich bleibt das Rauschen gering und die DL-Werte (cross) kommen kaum über die 100%-Linie hoch. Lediglich die DL-Direct-Werte liegen etwas höher, was für eine moderate Neigung zu Artefakten spricht. Vorbildlich ist die maßvolle Kantenanhebung sowie die Ergebnisse in der Dynamik mit kontinuierlich 10 beziehungsweise 9,7 Blenden in diesem Bereich.

Fazit

Wer eine kleine, leichte Spiegellose sucht, bekommt mit der X-T1 Graphit Silber Edition eine Kamera mit überdurchschnittlich hohem Niveau in Funktion und Bildqualität. Die X-T1 punktet mit exzellenter Auflösung und ultrakurzen Verschlusszeiten von 1/32.000 s. Zum Komfort gehört ein elektronischer Sucher, ein klappbarer Monitor und ein leistungsstarker Aufsteckblitz - Kauftipp Handhabung.

Um rund 400 Euro teurer und 150 g schwerer tritt Sonys A7-II-Modell mit Vollformatsensor und integriertem 5-Achsen-Bildstabilisator an. Auch im Vergleich zur sehr guten Bildqualität der Fujifilm kann Sony hier noch drauflegen und die Vorteile des größeren Sensors mit einer besseren Feinzeichnung ausspielen.

Zugleich bleibt das Rauschen etwas niedriger, und Sony kommt mit einer sehr wohldosierten Nachschärfung ins Ziel - Kauftipp Bildqualität. Der neue Klappmonitor überzeugt ebenso. Punkten kann die A7 II ferner mit schnelleren Autofokuszeiten, dies besonders bei ungünstigen Lichtsituationen. Kritik muss sie sich lediglich bei den Einschaltzeiten gefallen lassen.

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