Streaming im Heimnetz

Plex vs. Kodi (ehemals XBMC) - Vergleich der Media-Center

Plex oder Kodi (ehemals XBMC)? Welches Programm bereitet Ihre Multimediasammlung optimal für das Netzwerk-Streaming auf?

Plex vs. Kodi (ehemals XBMC)

© Hersteller

Plex vs. Kodi (ehemals XBMC)

Nahezu jeder Anwender, der plant, seine Multimediasammlung am PC zu verwalten und im heimischen Netzwerk zu streamen, landet zwangsläufig bei Plex und Kodi (ehemals XBMC). Auf den ersten Blick ist der Funktionsumfang der beiden Programme nahezu identisch, was kein Wunder ist, da Plex auf XBMC basiert. Wer jedoch genauer hinsieht, erkennt recht schnell, dass dem nicht so ist. In unserem Duell müssen die beiden Programme zeigen, welche Lösung in der Praxis bessere Dienste leistet. Konkret geht's um das Einlesen, Verwalten und Wiedergeben von 207 HD-Filmen, 22 Serien (42 Staffeln mit insgesamt 566 Folgen) und rund 16.000 MP3-Songs.

Gut: Beide Programme sind kostenlos zu haben. Wer jedoch den kompletten Plex-Funktionsumfang nutzen will, muss ein Premium-Abonnement abschließen, das monatlich 4,99 US-Dollar kostet. Hinweis: Ab Version 14 wurde aus XBMC das Kodi Entertainment Center. Sie finden Kodi (ehemals XBMC) als Download in unserem Archiv.

Bedienung: Web-Interface oder Software?

Während XBMC 13.2 (die letzte Version vor der Namensänderung zu Kodi) als klassische Software ausgeführt ist, setzt Plex auf ein Web-Interface. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. XBMC wirkt ein wenig überladen, dafür stehen aber die wichtigsten Befehle im Kontextmenü der rechten Maustaste zur Verfügung. Die Plex-Oberfläche ist wiederum klar strukturiert, muss dafür aber mit den browsertypischen Einschränkungen kämpfen. Zudem haben die Entwickler nicht alle Bildschirmtexte eingedeutscht. Allerdings spielt die Bedienerführung nur beim Einlesen und der Verwaltung eine Rolle. Denn die Steuerung der Wiedergabe erfolgt im Idealfall mittels Apps.

Plex

© Plex

Die Plex-App steht für Android, iOS und Windows Phone zur Verfügung - kostet aber Geld.

Nicht gut: Während die offizielle XBMC-App für Android und iOS kostenlos zu haben ist, müssen Sie für die Plex-App Geld ausgeben (Android: 3,69 Euro; iOS: 4,49 Euro; Windows Phone: 4,99 Euro). Kompliziert ist die erstmalige Kontaktaufnahme zwischen App und Software nicht: Die Plex-App erkennt den laufenden Server und stellt die Verbindung automatisch her. Bei XBMC ist es erforderlich, in den Systemeinstellungen unter Dienste die Option Zeroconf einzuschalten.

Einlesen und Verwalten: Große Unterschiede

XBMC

  • Einlesen/Verwalten: 20 von 30 Pkt.
  • Wiedergabe/Streaming: 23 von 30 Pkt.
  • Bedienung/Ausstattung: 19 von 20 Pkt.
  • Plattformunterstützung: 16 von 20 Pkt.
  • Gesamt: 78 von 100 Pkt.

Plex

  • Einlesen/Verwalten: 25 von 30 Pkt.
  • Wiedergabe/Streaming: 28 von 30 Pkt.
  • Bedienung/Ausstattung: 16 von 20 Pkt.
  • Plattformunterstützung: 20 von 20 Pkt.
  • Gesamt: 89 von 100 Pkt.

Das grundlegende Funktionsprinzip ist identisch: Der Nutzer wählt einen oder mehrere Ordner aus, das Programm scannt daraufhin die Inhalte und lädt alle erforderlichen Infos aus dem Netz. Dazu gehören etwa Covergrafiken, Fanarts und Beschreibungen. XBMC zeigt in diesem wichtigen Punkt Schwächen. So lädt es etwa zur TV-Serie Castle das Banner anstatt des Covers. Und die US-Variante der dänischen Serie The Killing wird fälschlicherweise als Originalversion identifiziert. Solche Nachlässigkeiten lassen sich manuell zwar ausbügeln, doch das kostet viel Zeit.

Um ein Vielfaches besser ist Plex. Zwar dauert das Einlesen von TV-Serien und Filmen dreimal länger,dafür sind aber alle Informationen in Ordnung - beispielhaft. Überhaupt keinen Spaß macht hingegen die Musikverwaltung. Zum einen lassen sich beide Programme extrem viel Zeit. Für das Einlesen einer mit rund 16.000 Titeln nicht gerade üppigen MP3-Musiksammlung benötigt Plex 120 Minuten; XBMC ist mit 87 Minuten wieder schneller. Zum anderen ist die Erkennungsrate sehr schlecht, was dazu führt, dass zahlreichen Songs falsche Covergrafiken zugeordnet werden.

Wiedergeben von Multimedia-Inhalten

XBMC

© XBMC

Kostenlos für Android und iOS ist die offizielle XBMC-App zu haben.

Nicht ganz so große Unterschiede gibt es in Sachen Abspielen. Beide Programme unterstützen die wichtigsten Dateitypen und Container, darunter natürlich auch MKV, TS und MP4. Und auch in puncto Streaming ist der Funktionsumfang nahezu identisch, da sich die mit Plex und XBMC verwalteten Inhalte über alle UPnP/DLNA-fähigen Netzwerkgeräte wiedergeben lassen. Dazu gehören unter anderem Multimedia-Festplatten, Smart-TVs sowie Xbox und Playstation.

Plex-Premium-Mitglieder können auch über eine native Xbox-App auf ihre Multimedia-Sammlung zugreifen. Ein weiteres wichtiges Kriterium: Der Plex-Server muss nicht zwangsläufig auf dem PC installiert werden, sondern steht auch für NAS-Systeme von Qnap, Synology und Co. zur Verfügung. Kodi bzw. XBMC lässt sich wiederum auch auf Android- und iOS-Geräten sowie auf der Raspberry-Pi-Plattform nutzen.

Fazit

Plex ist die optimale Lösung für Anwender, die keine Zeit in das manuelle Bearbeiten investieren wollen. Zudem ist die Bedienerführung stringenter. Wer jedoch alle Funktionen nutzen will, muss ein kostenpflichtiges Abo abschließen. Kodi bzw. XBMC bietet hingegen einen größeren Funktionsumfang, der sich durch zahlreiche Plug-ins erweitern lässt. Darüber hinaus sind sowohl Software als auch Apps kostenlos zu haben.

Allround-Medien-Server im Vergleich

Download: Tabelle

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