Testbericht

Für Photoshop und Co: Drei Schwarzweiß-Plug-ins im Test

ColorFoto hat drei verbreitete Schwarzweiß-Plug-ins getestet. Sie sind als Effektfilter für Photoshop konzipiert, arbeiten aber auch mit Bildbearbeitungsprogrammen von anderen Anbietern zusammen.

Nik Silver Efex Pro 2

© Nik Software

Nik Silver Efex Pro 2

Egal ob Landschaft, Porträt oder Akt - schwarzweiß wirken Fotos oft dramatischer, Strukturen und Formen treten stärker in den Vordergrund. Mit der eingebauten Schwarzweißfunktion der Kamera sind Fotografen oft eher schlecht beraten. Deutlich besser klappt es mit Bildbearbeitungsprogrammen - die jedoch umfangreiches Wissen über die verschiedenen Werkzeuge verlangen. Einfacher und schneller geht es mit spezialisierten Plug-ins. ColorFoto hat sich drei verbreitete Vertreter näher angeschaut.

Die Plug-ins sind als Effektfilter für Photoshop konzipiert, arbeiten aber auch mit Bildbearbeitungsprogrammen von anderen Anbietern zusammen. Das klappt bei modernen Plug-ins auch mit sogenannten Smart-Objekten. Vorteil: Die in ein Smart-Objekt umgewandelte Ebene bleibt beim Anwenden des Filters erhalten. Zudem lassen sich die Filtereinstellungen nachträglich verändern.

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Neben qualitativ hochwertigen Vorlagen gehört zum Funktionsumfang eines Schwarzweiß-Plug-ins ein vollständiger Werkzeugsatz zur Anpassung von Ton- und Farbwerten. Auch Effekte wie Töne, das Hinzufügen einer Vignette oder von Filmkorn sollten im Plug-in direkt möglich sein - ebenso wie das Einfügen eines Rahmens. Selektive Anpassungen mit Pinsel oder Kontrollpunkt sind für erweiterte Bearbeitungen zudem unerlässlich.

Topaz B&W Effects 1.1

Das Schwarzweiß-Plug-in von Topaz kostet 60 US-Dollar. Die Software ist für Mac und Windows erhältlich und arbeitet neben Photoshop auch mit Lightroom oder Aperture zusammen. Die Oberfläche ist in dunklen Grautönen gehalten. Vorlagen sucht man auf den ersten Blick vergebens - sie verbergen sich in der ausgeblendeten Palette auf der linken Seite. Rechts vom Vorschaubild platziert Topaz die Werkzeugpalette. Glücklicherweise hat der Hersteller die unzähligen Vorlagen in Kategorien unterteilt, zudem lassen sich eigene Favoriten bestimmen.

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© Colorfoto

Topaz B&W Effects bringt viele Vorlagen und umfangreiche Werkzeuge zum fairen Preis mit.

Hat der Anwender eine passende Vorlage festgelegt, geht's in der umfangreichen, aber übersichtlich strukturierten Werkzeugpalette weiter. Unter "Conversion" platziert Topaz sämtliche Werkzeuge zur Schwarz-weiß-Wandlung wie Farbfilter, Gradationskurve oder Tonwertregler. Zur Kategorie "Creative Effects" gehören unter anderem ein Weichzeichner sowie ein ansehnlicher Gemäldeeffekt. Selbst selektive Korrekturen sind unter "Local Adjustments" mit einem Pinselwerkzeug möglich. Den letzten Schliff verpassen Kreative den Bildern mit einer Vignette, Filmkorn, einem Rahmen oder einer Tönung.

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Individuelle Konfigurationen speichert das Plug-in wahlweise als neue Vorlage ab, zudem können Anwender während der Arbeit Schnappschüsse anfertigen, um beim Herumprobieren schnell zu einem früheren Stand zurückzukehren. Eine neue Ebene legt die Software nicht an - die Bildebene sollten Anwender schon vor dem Plug-in-Einsatz in ein Smart-Objekt umwandeln.

Fazit: In B&W Effects vereint Topaz gute Funktionalität und eine übersichtliche Oberfläche - zum günstigen Preis von lediglich 60 US-Dollar. Kauftipp Preis/Leistung.

Nik Silver Efex Pro 2

Silver Efex vom Plugin-Spezialisten Nik ist wohl der bekannteste Schwarzweiß-Wandler und erfreut sich großer Beliebtheit - trotz des Preises von 200 Euro. Die Software läuft auf Windows und Mac und unterstützt auch den 64-Bit-Photoshop. Zudem bindet sich Silver Efex wahlweise in Lightroom und Aperture ein.

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© Archiv

Selektive Korrekturen setzen Anwender von Silver Efex schnell und einfach mit U-Punkten um.

Bei aktivierter GPU-Beschleunigung überblendete Silver Efex auf dem Testsystem mit AMD-Grafikkarte sehr helle Bildbereiche mit gelber Farbe, sehr dunkle Bereiche mit Blau. Deaktivieren der GPU-Beschleunigung in den Einstellungen behob das Problem. Auf einem Laptop mit Nvidia-Grafikkarte trat der Fehler hingegen nicht auf.

Links auf der modernen Oberfläche des Plug-ins platziert Nik die in vier Kategorien unterteilten Vorlagen. Statt einer Liste blendet der Hersteller Vorschaubilder des Effekts ein. Am rechten Rand befindet sich die Werkzeugpalette. Neben den Standardwerkzeugen zur SW-Wandlung beherrscht Silver Efex auch das selektive Anpassen mit Kontrollpunkten. Mit ihnen lassen sich einzelne Farbbereiche wie beispielsweise eine Blüte von der Schwarzweiß-Wandlung ausnehmen. Verschiedene Filmfilter fügen dem Bild auf Wunsch Körnung und den typischen Look hinzu. 

Neben einem Histogramm blendet die Software eine zehnstufige Zonenübersicht (von Schwarz bis Weiß) ein. Fährt man mit der Maus über eine Zone, zeigt Silver Efex ent sprechende Bereiche in der Vorschau schraffiert an. Über die Kontrollpunkte lassen sich so gezielt einzelne Bereiche in andere Zonen bringen und Über- und Unterbelichtungen vermeiden.

Die Ausgabe erfolgt bei Silver Efex automatisch in eine neue Ebene mit Maske, sodass verlustfreie Änderungen weiterhin möglich sind. Noch flexibler sind Anwender freilich, wenn die Urspungsebene schon vorher in ein Smart-Objekt umgewandelt wurde.

Fazit: Nik Silver Efex Pro 2 erfreut sich zurecht großer Beliebtheit unter Fotografen. Alle nötigen Werkzeuge zur Schwarzweiß-Umwandlung fasst der Hersteller in einer einfachen Oberfläche zusammen. Zudem bieten die Kontrollpunkte umfangreiche Möglichkeiten zur lokalen Anpassung. Testsieger!

OptikVerve Labs VirtualPhotographer 1.5.6

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© Archiv

Nur Bilder mit 8 Bit Farbtiefe bearbeitet der VirtualPhotographer. Umgewandelte RAW-Fotos und TIFFs mit 16 Bit müssen Anwender daher vorher reduzieren.

Das günstigste Plugin des Testfelds kommt von OptikVerve Labs - es ist kostenlos. Dafür läuft es jedoch nur auf Windows-Rechnern und nicht mit 64-Bit-Versionen von Photoshop. Neben Schwarzweiß-Vorlagen bringt die Software außerdem eine Reihe von farbigen Effekten mit.

Die Oberfläche ist schlicht und wirkt mit dem hellen Grau etwas altbacken. Auf der linken Seite platziert der Hersteller Vorlagen und Einstellungen in Karteireitern. Im "Main"-Reiter wählen Anwender die gewünschte Vorlage und stellen die generelle Helligkeit ein. Der zweite Reiter bringt Einstellungen zu Filmkorn mit. Effekte und Farbfilter befinden sich schließlich im dritten Reiter. Vignette oder Rahmen fehlen, auch selektives Bearbeiten ist nicht integriert. Hier müssen Anwender selbst eine neue Ebene nebst Ebenenmaske anlegen, um lokale Bearbeitungen vorzunehmen. Mit Smart-Objekten arbeitet VirtualPhotographer nicht zusammen, zudem verlangt es nach Bildern mit 8 Bit Farbtiefe.

Fazit: VirtualPhotographer bringt einige gute Vorlagen mit, die sich eingeschränkt an eigene Bedürfnisse anpassen lassen. Mit den kostenpflichtigen Konkurrenten kann es beim Funktionsumfang freilich nicht mithalten.       

Gesamtfazit

Spektakuläre Schwarzweiß-Wandlungen mit nur wenigen Vorkenntnissen gelingen mit keinem Plug-in so einfach wie mit Nik Silver Efex Pro 2. Dank guter Vorlagen inklusive Vorschaubildern ist die Wahl schnell getroffen. Zudem punktet das Plugin mit dem größten Funktionsumfang zur Feinabstimmung.

Hobby-Fotografen können auch zum Plug-in Topaz B&W Effects greifen, das ebenfalls mit guten Vorlagen und großem Funktionsumfang punktet - dafür jedoch nur einen Bruchteil kostet. Verzichten müssen Anwender dabei nicht mal auf selektive Korrekturen - auch wenn diese bei Nik deutlich ausgefeilter umgesetzt sind.

Das kostenlose Plug-in VirtualPhotographer von OptikVerve Labs ist allein schon aufgrund seiner Vorlagen einen Blick wert. Beim Funktionsumfang kann die Software freilich nicht mit den anderen Probanden konkurrieren. Zudem läuft es nur unter Windows.

Download: Tabelle

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