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Outdoor-Navigationsgeräte im Test

Ein Navi im Auto ist einfach zu bedienen und inzwischen relativ preiswert. Etwas anders sieht es bei den GPS-Geräten für den Outdoor-Einsatz aus. Hier gelten zudem andere Eigenschaften, die es vor dem Kauf zu berücksichtigen gibt. PCgo hat sechs Modelle der Outdoor-Navis getestet.

  1. Outdoor-Navigationsgeräte im Test
  2. Die Outdoor-Navis im Test
  3. Experten-Meinung
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© PCgo

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Wer ein Outdoor-GPS zum Wandern, Radfahren, Bergsteigen oder für andere Outdoor-Aktivitäten sucht, sieht sich mit einer Vielzahl von Fragen konfrontiert. Wozu möchte man das Gerät hauptsächlich verwenden? Was soll es leisten? Welches Kartenmaterial wird benötigt? Und damit verbunden: Was darf das Ganze kosten?

Insbesondere GPS-Einsteiger müssen sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass der Kaufpreis entweder gar kein exaktes, topografisches Kartenmaterial, nur ein einziges Land oder ein begrenztes Gebiet beinhaltet.

Ratgeber: Mehr Funktionen durch Firmware-Tuning

Weitere Karten gehen richtig ins Geld, für jedes Land sind zwischen 100 und 200 Euro zu veranschlagen. Da der Käufer, von wenigen Ausnahmen abgesehen, an die Karten des Geräteherstellers gebunden ist, kann er auch nicht auf Alternativen ausweichen.

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Garmin GPSMap 62st
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Ein Navi im Auto ist einfach zu bedienen und inzwischen relativ preiswert. Etwas anders sieht es bei den GPS-Geräten für den Outdoor-Einsatz aus.…

Outdoor-Navi versus Auto-Navi

Einfach ein Ziel eintippen und sich, wie vom PKW-Navi her bekannt, zu Fuß oder auf dem Rad navigieren lassen, können längst nicht alle Outdoor-Navis oder Karten. Allerdings stellt sich hierbei die Frage, ob ein solches Auto-Routing ("Auto" hier im Sinn von Selbst-Routing) im Outdoor-Bereich überhaupt sinnvoll ist. Denn während man im Fahrzeug in aller Regel einfach schnell zum Ziel gelangen möchte, sind die Prämissen draußen ganz andere.

So steht beim Wandern meist nicht die kürzeste Strecke oder das Ziel an sich im Vordergrund, sondern der Weg. Während ein Wanderer im Gebirge lieber möglichst lange sonnengeschützt im Wald laufen möchte, bevorzugt ein anderer den freien Blick.

Dem Navi aufgrund solcher persönlichen Vorlieben die "beste Route" zu entlocken, ist praktisch unmöglich. Auto-Routing kann also nicht schaden, nur zu viel erwarten darf man bei einem Outdoor-Navi davon nicht.

Dafür sind hier ganz andere Anforderungen gestellt: So soll das Gerät leicht, handlich, kompakt und wasserdicht sein. Wichtig ist zudem, dass das Gerät über eine lange Batterielaufzeit verfügt und das Display selbst bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar ist. Es soll bei Kälte funktionieren und das Kartenangebot soll ausreichend groß sein. Zusatzfunktionen wie Höhenmesser und Kompass sind mittlerweile (fast) Standard.

Und dann ist da noch die Frage nach der "richtigen" Bedienung: Tasten, Touchscreen oder beides. Wer das Navi vorwiegend zum Radfahren nutzt, möchte es mit Handschuhen sicher bedienen können. Hier sind Tasten ganz klar im Vorteil. Andererseits spart ein Touchscreen mit Menüführung Platz, solche Modelle können deshalb bei gleicher Displaygröße kompakter sein.

Sechs GPS-Geräte im Test

Verglichen haben wir die aktuellen Modelle von sechs GPS-Herstellern. Bei Garmin haben wir uns auf ein Gerät mit Tastenbedienung beschränkt, das GPSMap 62st. Geräte mit Touchscreen hat der Hersteller zwar ebenfalls zahlreich im Sortiment, doch dies hätte den Rahmen des Testes gesprengt.

Komoot

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Die App von Komoot erlaubt die spontane Zieleingabe und Navigation im Gelände.

Noch nicht berücksichtigen konnten wir das brandneue Alles-in-einem-Modell Montana: Dieses Gerät soll sich sowohl für die Nutzung im Auto als auch draußen im Gelände eignen, ist aber erst Mitte Juni 2011 verfügbar.

Ebenfalls nicht berücksichtigt haben wir die Explorist-Serie von Magellan: Vor genau einem Jahr angekündigt, kamen die Geräte Ende 2010 dann auf den Markt, doch exakte Karten fehlen bis heute genauso wie ein deutsches Handbuch. Das ist schade, weil die Geräte an sich einen guten und robusten Eindruck hinterlassen.

Tourenplaner

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Viele Internetportale bieten Touren als Tracks zum Download: im Beispiel der Weg zur Zugspitze.

Die Geräte mussten sich nicht nur einem Funktionstest im Labor unterwerfen, sondern auch zeigen, was sie in der Praxis können. Dazu gehören die Menüführung, die Bedienung allgemein sowie speziell mit Handschuhen, die Wasserdichtigkeit, die Kälte- und Hitzeresistenz bei - 25 und + 50 Grad Celsius, die Batterielaufzeit und die Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahl. Gerade bei den beiden zuletzt genannten Disziplinen zeigten sich gewaltige Unterschiede.

Die Gemeinsamkeiten der Modelle

Bei allen Unterschieden verfügen die Geräte auch über viele Gemeinsamkeiten. So besitzen alle Testmuster ein Farbdisplay und einen Steckplatz für eine (Micro-)SD-Karte, sodass genügend Platz für zusätzliche topografische Karten vorhanden ist.

Standard ist ferner ein USB-Anschluss, um Kartenmaterial sowie aufgezeichnete Tracks, Wegpunkte und Routen auf das GPS-Gerät zu überspielen oder mit dem Computer auszutauschen.

Mit Ausnahme des etwas betagten aber nach wie vor aktuellen Active 10 von Satmap verfügen zudem alle über einen barometrischen Höhenmesser. Auch ein elektronischer Kompass ist stets einbaut. Geräte mit einem 3DKompass funktionieren auch dann korrekt an, wenn sie schräg gehalten werden.

Jedes der sechs Testmuster besitzt einen Tripcomputer, der Länge und Zeit einer Tagestour anzeigt. Dieser ist mit einem elektronischen Fahrradcomputer vergleichbar, zeigt aber sehr viel mehr Details an.

Bei der Fahrradhalterung dagegen fangen die Unterschiede an: Nur beim TwoNav Sportiva von CompeGPS und beim Ibex 30 von Falk gehört diese zum Lieferumfang. Bei den übrigen Herstellern muss man sie für 15 bis 30 Euro dazukaufen, wenn man das GPS am Fahrradlenker montieren möchte.

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