Kamera-Duell

Nikon D7100 und Nikon D600 im Vergleichstest

Nächster Teil im ColorFoto-Systemvergleich: Die APS-C-Kamera Nikon D7100 tritt im Test gegen die Vollformatkamera Nikon D600 an.

Nikon D7100 vs D600 - Vergleich und Test

© Nikon

Nikon D7100 vs D600 - Vergleich und Test

Pro

  • tolle Bildqualität
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • kompaktes Gehäuse

Contra

  • kontinuierlicher Autofokus mit Schwächen
  • keine Belichtungsvorschau am Monitor

Pro

  • sehr gute Verarbeitung
  • 51 AF-Felder (15 Kreuzsensoren)

Contra

  • Monitor nicht schwenkbar

Die Testkandidaten

Die kleinste und einzige für Consumer entwickelte Nikon-Vollformatkamera D600 und das neue "Flaggschiff" der APS-C-Klasse D7100 stehen in Konzept, Aussehen und Ausstattung relativ nah. Nikon verbaut in der D7100 einen 24-Megapixel-Sensor ohne Tiefpassfilter und einen weiterentwickelten 51-Punkt-AF. Preis: rund 1.200 Euro. Die D600 kostet rund 500 Euro mehr.

Ausstattung

Zwar ist die Nikon D600 minimal größer und um etwa 75 g schwerer, abgesehen davon sieht sie der Nikon D7100 aber ausgesprochen ähnlich und fühlt sich gleichermaßen hochwertig an. Beide DSLRs bestehen teils aus Magnesium-, teils aus Kunststoffbauteilen, sind gegen Spritzwasser geschützt, bringen einen Ausklappblitz (LZ 9) nebst zweitem SDHC/SDXC-Steckplatz sowie Sensorreinigung und RAW-Verarbeitungsfunktionen mit.

Übersicht: Alle Nikon-DSLRs im Test

Die Nikon D7100 verfügt über eine HDR-Automatik und eine Arretierung des Moduswahlrads. Zeitrafferfunktion und Vignettierungskorrektur bleiben jedoch der Nikon D600 vorbehalten. Videos zeichnen D600 und D7100 mit kontinuierlichem, jedoch unzuverlässigem Autofokus und 1920 x 1080 Pixeln auf - wahlweise bei 24, 25 oder 30 B/s; die D7100 kann zudem Filme mit 60 oder 50 Halbbilder/s erstellen.

Nikon D7100

© Nikon

Das neue Sender/Empfänger-Modul WR-R10 zur Fernsteuerung der D7100.

Sucher und Monitor

Nikon verbaut in der D7100 einen 100%-Sucher mit effektiv 0,63x, in der D600 einen mit 0,7-facher Vergrößerung. Dank eines LCD-Elements im Strahlengang lassen sich Gitterlinien einblenden. Beide Kameramodelle warten mit einem großen, hochauflösenden 3,2-Zoll-Monitor auf.

Neu bei der Nikon D7100 ist die RGBW-Matrix mit zusätzlichen Weißpixeln, was für mehr Helligkeit sorgen soll. Zudem lässt sich das Bildfeld hier von rund 24 x 16 mm auf 18 x 12 mm verkleinern. Die Auflösung reduziert sich damit auf 15,4 Megapixel. Gleichzeitig erhöht sich der Crop-Faktor von 1,5x mal 1,3x. Praktischer Nebeneffekt: Das verkleinerte Bildfeld ist komplett bis zu den Rändern mit den Messfeldern des Phasenautofokus abgedeckt.

Autofokus und Performance

Im Live-View nutzen beide Nikons einen Kontrastautofokus, mit dem die D600 etwa eine Sekunde zum Auslösen benötigt, die D7100 etwas länger. Im Sucherbetrieb nutzt die D600 einen 39-Punkt-Phasenautofokus mit 9 Kreuzsensoren, die D7100 als Neuerung einen 51-Punkt-Phasenautofokus mit 15 Kreuzsensoren. Zum Scharfstellen und Auslösen brauchte die D600 im Test  0,34/0,77 s (D600) bei 1000/30 Lux, die D7100 0,43/0,59 s.

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Im Serienmodus kann die Vollformatkamera 5,3 B/s und 15 Bilder am Stück verarbeiten, das APS-C-Modell 4,8 B/s, dafür bis zu 27 B/Serie. Für die Belichtungsmessung kommt je ein RGB-Sensor mit 2016 Pixeln zum Einsatz.

Nikon D600

© Nikon

Obwohl von Nikon als Consumer-Kamera ausgelegt, wartet die D600 mit einem Info-Display oben auf.

Handhabung

Wie die Ausstattung unterscheidet sich auch das Bedienkonzept von Nikon D600 und Nikon D7100 allenfalls durch Kleinigkeiten. Gleich sind beispielsweise die drei Bedienebenen: die Direktzugriffstasten kombiniert mit zwei Drehrädern; der Info-Bildschirm, den man als Schnellmenü nutzen kann; und das umfangreiche Hauptmenü.

Beide DSLRs haben ein zweites Info-Display an der Oberseite und ein zweistöckiges Moduswahlrad, dessen unterer Teil zum Einstellen der Betriebsart dient. Die Nikon D600 besitzt eine zusätzliche Picture-Control-Taste und ein größeres Programmwahlrad, die Nikon D7100 als Neuerung eine zweite Info-Taste, die im Live-View zu einem Minimenü führt.

Bildqualität

Während bei niedrigen ISO-Werten beide Kameras mit einer sehr hohen Grenzauflösung (rund 1800 LP/BH) punkten, kann nur die Nikon D600 die guten Leistungen auch im oberen Empfindlichkeitsbereich halten. Die Nikon D7100 lässt bereits ab ISO 800 um rund 100 LP/BH nach. Im Zuge der DL-Messung baut die D600 ihren Vorsprung nochmals ein wenig aus. Dazu kommen das etwas geringere Rauschen (D600: VN 0,4-1,7; D7100: VN 0,5-2,3),moderatere Texturverluste (D600: 0,6 bis 1,2; D7100: 0,9-2,6) und die bessere Dynamik (D600: 10,7/10,3; D7100: 10,3/9,3 Blenden bei ISO 100/400).

ColorFoto-Kauftipp

© ColorFoto

Testfazit

Im Vergleich zu den anderen im Rahmen des ColorFoto-Systemvergleichs getesteten Vollformatern steht die Nikon D600 mit ihrer sehr hohen Bildqualität bei niedrigen ISO-Zahlen an der Spitze und bekommt dafür eine Kaufempfehlung. Lediglich ab ISO 1600 wird sie von Canon 6D und Sony A99 überholt. Die Nikon D7100 hat es mit stärkeren Texturverlusten zu tun. Außerdem fällt ihre Auflösung bei höheren Empfindlichkeiten schneller ab.

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