Beschleunigte Web-Browser

Neue Browser-Versionen im Test

Vorhang auf für die neuen Browser: Internet Explorer 9, Firefox 4, Opera 11 und Chrome 10 zeigen, was sie können: Schnelleres JavaScript, HTML 5 und mehr Sicherheit versprechen die Hersteller. PC Magazin prüft Geschwindigkeit, Sicherheit und neue Funktionen.

  1. Neue Browser-Versionen im Test
  2. IE 9, Opera, Chrome
  3. Fazit
  4. Flash-Cookies
browser vergleich

© PC Magazin

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Eine neue, spannende Browser-Generation steht auf dem Präsentierteller, das ist kein Zufall, alle Hersteller haben auf den groß inszenierten Auftritt des neuen Internet Explorer 9 gewartet. Microsoft geht mit langsamen Versionsschritten voran, seit Version 8 sind zwei Jahre vergangen, und dementsprechend breit fällt das Presseecho aus.

Microsoft verzichtet beim Projekt Browser komplett auf Zwischenversionen und stopft nur kleinere Sicherheitslücken über Windows Update. Anders Firefox, dessen Version 3.0 zwar drei Jahre alt ist, aber der letzte große Schritt war 3.6 vor einem Jahr. Die Zwischennummern sind bei Mozilla durchaus relevant.

Die Webgemeinde schaut nun also auf IE 9, Firefox 4.0, Opera 11 und Chrome 10. Nur Safari-Anwender warten noch auf ein größeres Update.

Chrome ist der heimliche Sieger, er hat laut den Zahlen von Webmaster Pro (www.webmasterpro.de, siehe Grafik) die stärksten Zuwachsraten und sichert sich einen Anwenderanteil von gut fünf Prozent. Über steigende Zahlen erfreut sich ferner Safari und liegt bei knapp fünf Prozent.

Firefox stagniert auf hohem (fünfzig Proztent, Tendenz leicht fallend), Opera auf niedrigem Niveau (knapp drei Prozent). So richtig abwärts geht's nur mit dem IE, der aber immer noch bei knapp 38 Prozent liegt. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der IE 9 seinen Fall stoppen kann.

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Wählt man das Bild der Wählerwanderung, so verlieren der IE stark und Firefox leicht an Chrome. Opera und Safari haben eine kleine, aber stabile Fangemeinde. Interessant ist auch ein Blick auf das Update-Verhalten der Anwender, denn 86 Prozent der Firefox-Anwender verwenden die aktuelle Version (3.6), was nur bei 77 Prozent der IE-Anwender (IE 8) der Fall ist.

Von den restlichen 23 Prozent setzen zwei Drittel den IE 7 und ein Drittel sogar nur den IE 6 ein. Das sind immerhin zwei Prozent aller Browser-Anwender. Die kürzeren Update-Zyklen des Firefox scheinen eine schnellere Modernisierung der Browser-Truppe zu bewirken. Umgekehrt müssen Webentwickler immer noch mit IE-Altlasten rechnen.

Die neue Browser-Generation hat ein paar Gemeinsamkeiten: Alle Hersteller arbeiten stark an der Integration von HTML 5, das Webdesignern viele Vorteile bietet: Der Code ist schlanker und lässt sich leichter für mobile Anwendungen einsetzen. Außerdem sieht der neue Standard vor, Videos unmittelbar und ohne Player (Flash) einzubetten. Zwei ausführliche Artikel zu HTML 5 finden Sie auf der Heft DVD.

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Beschleunigung erfahren die neuen Browser insbesondere über neue JavaScript-Maschinen und die Möglichkeit, auf die Recheneinheit der Grafikkarte (GPU) zugreifen zu können. Der Geschwindigkeitsgewinn gegenüber den älteren Versionen, insbesondere IE 8 und Firefox 3.6, ist gewaltig. Auch die schlanke Oberfläche hat vielen Browsern gut getan.

Firefox 4

Verteilung der Browser in Prozent

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Die Anwenderzahlen zeigen deutlich: Chrome ist schwer auf dem aufsteigenden und der Internet Explorer schwer auf dem absteigenden Ast. Alle anderen Browser sind derzeit relativ stabil, vielleicht ergeben sich mit den neuen Versionen aber Verschiebungen. Opera hat seit vielen Jahren eine kleine, aber treue Fangemeinde.

Der neue Fuchs vom Mozilla ist definitiv schneller als sein Vorgänger und gerade die Alpha-Version von 4.2 (Minefield) legt noch einen Zahn zu. Er hat einen sehr guten Sunspider-Wert und siegt im hauseigenen Kraken-Test. Neben der Grafik-und JavaScript-Beschleunigung gibt es aber auch an der Bedienoberfläche Neues. Die meisten Menüs und Funktionen verbergen sich nun hinter der orangen Firefox-Schaltfläche links oben.

Tabs platzieren sich oberhalb der Adresseingabe-Leiste und einzelne von ihnen lassen sich als so genannte Apps festpinnen. Sie erscheinen dann als kleine Logos links neben den Tabs und bleiben immer erhalten, auch wenn alle anderen Tabs geschlossen sind. Sehr aufgeräumt wirkt auch der kombinierte Stopp-/ Neu-Laden-Button, denn in der Tat braucht man diese nie gleichzeitig.

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Für einen besseren Überblick sorgen die Tabs-Gruppen, mit denen sich der Anwender alle gerade geöffneten Tabs auf eine Fläche legt, und so eine gute Übersicht über alle Webseiten erhält. Auch mehrere Tab-Gruppen lassen sich parallel benennen und betreiben.

In punkto Sicherheit hat Firefox nun einen Container für Plug-ins, sodass diese nicht den ganzen Browser zum Absturz bringen. Außerdem führt Mozilla die Do-Not-Track-Technologie ein, bei der der Browser an alle Webseiten einen Header-Eintrag sendet, dass der Anwender nicht nachverfolgt werden möchte.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sich die besuchten Webseiten auch daran halten. Wer Do not Track dennoch aktivieren möchte, findet die entsprechende Option in den erweiterten Einstellungen. Ferner unterstützt der neue Browser Multitouch-Oberflächen, sodass er für Tablets geeignet ist, und er bietet eine Synchronisation für Bookmarks, Passwörter und Favoriten.

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