Neigung

Getriebeneiger oder 3-Wege-Neiger, 60 Euro oder 1900 Euro - unser Test klärt, was für wen die richtige Lösung ist.

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Es ist nicht nur eine Frage der Neigung, sondern auch eine Frage der Motive, welche Art von Stativkopf man bevorzugt. Schneller und flexibler ist man häufig mit dem Kugelkopf. Sortierter und feinfühliger klappt die Einstellung des Bildausschnitts mit dem Neiger. Gerade bei Einsteigern kippt mit Kugelköpfen häufig die horizontale Ebene.

Stellt man beim Neiger eine Achse nach der anderen ein, kann das kaum passieren. Auch wenn Motive verfolgt werden, ist man mit dem Neiger besser bedient, da er nicht wie die meisten Kugelköpfe gleichzeitig alle Achsen freigibt. Man kann also horizontal nachziehen, ohne dass die Kamera aus der horizontalen Ausrichtung kippt. Ein klares Plus für Naturfotografen, die Tiere in freier Wildbahn fotografieren.

Die Getriebeneiger sind dagegen nicht auf das schnelle Verfolgen ausgelegt. Sie sollen über das Getriebe die millimetergenaue Justage im Studio oder bei Architekturaufnahmen erleichtern. Zwangsläufig erlaubt ein Getriebe aber dafür die schnelle Justage nicht. Es sei denn, man kann das Getriebe kurzfristig entkoppeln, was aber kein Kandidat im Testfeld anbietet. Die Differenzen zwischen den verschiedenen Neigern sind also nicht nur beim Preis groß. Zwischen 70 Euro und 1900 Euro bewegt sich das Testfeld und genauso unterschiedlich sind die Zielgruppen.

Der optisch reizvolle Arca Swiss Cube belegt mit bisher nie erreichten 85 Punkten den ersten Platz und überzeugt mit technischen Werten. Der 1900-Euro-Getriebeneiger ist aber sicher nicht der Kopf für jeden Einstatz, sondern viel mehr die Empfehlung für Architekturaufnahmen und fürs Studio, wenn eine besonders präzise Kamerajustage angesagt ist. Einen Kauftipp "Neiger" bekommt der ebenfalls recht wuchtige Gitzo G 1570M. Auch er ist nichts für die Bergtour, bietet aber eine überzeugende Leistung zu einem fairen Preis von 280 Euro. Ein klarer Preis-Leistungs-Tipp ist der leichte Slik SH-707E, dessen Handhabung passt, und der im Messlabor sehr ordentlich abschneidet - und das Ganze für 60 Euro.

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