Der beste Kompakt-PC

Mini-PC-Test mit Dell Vostro 270s, Lenovo Idea Centre Q190 & Co.

Vier verschiedene Mini-PC-Modelle im Test! Was können die günstigen Modelle Dell Vostro 270s, Lenovo Idea Centre Q190 und Co. wirklich?

Vergleichstest Kompakt-PCs

© Archiv

Vergleichstest Kompakt-PCs

In unserem Mini-PC-Test stellen wir Ihnen vier neue Modelle aus dem Jahr 2013 vor und verraten Ihnen welcher der Beste ist. Für Windows XP läuft die Zeit langsam aber sicher ab: Microsoft stellt im April 2014 den Support endgültig ein und liefert dann auch keine Sicherheits-Updates mehr aus. Viele XP-Rechner der seinerzeit günstigen Preiskategorie mit Intel-Celeron oder AMD-Athlon-CPU sind aber bereits heute am Ende ihres Lebenszyklus angelangt. Daher ist jetzt ein guter Zeitpunkt für einen neuen Rechner.

Da der Monitor und auch die Eingabegeräte oft weiter verwendet werden können, da sie jüngeren Datums sind und der Rechner auch einen festen Platz im Wohn- oder Arbeitszimmer hat, haben wir bei den Herstellern für diesen Test explizit PCs im platzsparenden Kompakt-Format angefordert - quasi als "next generation" der alten Desktop-Varianten. Da für diese Familienrechner eher Anwendungen wie Home-Office, Internet, einfache Bildbearbeitung im Vordergrund stehen und nur selten Casual-Games oder ältere 3D-Spiele auf dem PC laufen, reichen hier Rechner der 400-Euro-Klasse vollkommen aus.

Acer Aspire X3475-014: Der kleine Spiele-PC

Acer Aspire X3475-Prozessorkühler

© Acer

Acer Aspire X3475; Unter dem Prozessorkühler sitzt ein AMD A10-5700 mit integrierter Radeon-GPU, das Mainboard bietet Platz für zwei PCIe-Karten

Mit einem Gehäusevolumen von 8,5 Litern ist der Acer Aspire X3475 zwar neben dem Dell Vostro der größte Rechner in unserem Quartett, aber trotzdem nur ein Drittel so groß wie ein herkömmlicher Midi-Tower. Mit einer Breite von nur 10 cm und einer Höhe von 28 Zentimetern passt er immer noch gut neben dem Monitor auf den Computertisch. Zudem ist das Netzteil hier integiert und der Rechner bietet noch Platz für zwei Low-Profile-Erweiterungskarten.

Mit einem Preis von knapp 500 Euro ist der Acer neben dem Lenovo der teuerste Rechner im Testfeld. Er wartet dafür aber auch mit 8 GByte RAM und vor allem einer mit 139 MByte/s beim Lesen flotten WD-Festplatte mit 1 TByte Kapazität auf. Als Prozessor dient beim X3475 in unserer Testkonfiguration ein AMD A10-5700 mit vier Kernen, 3,4 GHz Taktfrequenz und einer in der CPUintegrierten Radeon-HD-7660D-GPU. Die Radeon-Grafik beschert dem Aspire X3475 die Spitzenposition bei der 3D-Leistung.

Wir messen 32 383 Punkte im PCMark Ice Storm - eine um 30 Prozent höhere 3D-Performance als bei den drei Rechnern mit Intel-Core-i3-Prozessoren in unserem Test. Beim Acer muss man sich daher nicht mit Casual-Games begnügen, er ist für viele 3D-Spiele bereits schnell genug. Wird der Acer um eine Low-Profile-Grafikkarte mit AMD-Chip erweitert, dann kann diese sogar mit der integrierten GPU im Crossfire-Modus zusammenarbeiten, um so eine höhere 3D-Leistung zu erreichen. Weniger gut sieht es für den Acer dagegen bei der Systemleistung aus. Hier bildet der AMD-Rechner mit 1505 Punkten im PCMark 7 das Schlusslicht.

Der Acer muss als einziges Gerät im Testfeld ohne WLAN auskommen. Maus und Keyboard gehören dagegen mit zum Lieferumfang. Zur vorinstallierten Software zählt die Acer-eigene Multimedia-Software Clear.fi, die auch als DVD-Player dient.

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Dell Vostro 270s: Der Business-PC für Zuhause

Dell Vostro 270s

© Dell

Dell ordnet den Vostro 270s zwar bei den Business-PCs ein, der 8,5-Liter-Rechner macht aber auch auf dem heimischen Computertisch eine gute Figur. Zwar ist Windows 8 Professional auf der 500-GByte-Festplatte vorinstalliert, dort findet sich aber auch die Media Suite Essentials von CyberLink und damit PowerDVD, um Filme von DVD wiederzugeben.

Mit knapp 420 Euro ist der Dell immerhin 80 Euro günstiger als der Acer. Dafür muss man aber auf Eingabeperipherie im Lieferumfang verzichten und auch der Arbeitsspeicher sowie die Festplatte bieten jeweils nur die halbe Kapazität des Acer Aspire X3475. Auf dem Mainboard sitzt hier ein Intel Core i3-3220 als Prozessor. Die Dualcore-CPUmit 3,3 GHz Taktfrequenz gehört zur Ivy-Bridge-Familie, als GPUist eine eher behäbige Intel HD 2500 integriert. Bei der Systemleistung ist der Vostro mit 2741 Punkten im PCMark 7 der Spitzenreiter, er belegt bei 3D-Leistung mit 21 704 Punkten im 3DMark allerdings nur den dritten Platz.

Ebenso wie beim Acer bieten Gehäuse und Mainoard auch beim Vostro noch Platz für zwei Erweiterungskarten im Low-Profile-Format. Auf der Hauptplatine sitzt beim Dell ein WLAN-Controller in Form einer Mini-PCIe-Karte, die beiden Antennen sind im Gehäuse untergebracht. Der Cardreader in der Front akzeptiert nur SD-Karten. Im Idle-Betrieb zieht der Dell moderate 26 Watt aus der Steckdose, drei Watt weniger als der Acer. Zudem ist der Dell der leiseste Rechner unter den vier getesteten PCs und im Normalbetrieb kaum hörbar.

Lenovo IdeaCentre Q190: Der Zwei-Liter-PC

Lenovo IdeaCentre Q190 - VESA-Halterung

© Lenovo

Der winzige IdeaCentre Q190 von Lenovo kann auch auf der Rückseite eines Monitors montiert werden, die VESA-Halterung liegt bei

Mit einem Gehäusevolumen von knapp zwei Litern ist der IdeaCentre Q190 von Lenovo der mit Abstand kleinste PC im Test, der Q190 ist kaum größer als ein Taschenbuch. Trotzdem bietet der 450-Euro-PC einen Intel Core i3, vier GByte RAM, Terabyte-Festplatte und einem optischen Laufwerk. Das kleine Gehäuse erfordert allerdings auch einige Kompromisse: So ist die CPUein Mobile-Core-i3-2365M mit nur 1,4 GHz Taktfrequenz und als Festplatte findet nur eine langsamere 2,5-Zoll-HDD Platz. So liegt der Lenovo mit 1726 Punkten beim PCMark 7 bei der Systemleistung hinter den beiden Rechnern von Dell und MIFcom mit ihren höher getakteten Desktop-CPUs, aber immerhin noch vor dem Acer mit seinem AMD-Prozessor.

Bei der 3D-Leistung muss sich der Lenovo mit dem letzten Platz zufrieden geben, mit der in seinem Sandy-Bridge-Prozessor integrierten HD-3000-GPU kommt er auf 18 178 Punkte im 3DMark. Zudem ist der Lenovo mit seinem kleinen aber hochdrehenden Systemlüfter relativ laut. Ein Pluspunkt der Mobile-Komponenten ist dagegen die niedrige Leistungsaufnahme mit nur 13 Watt im Leerlauf und 30 Watt im 3Mark. Trotz des winzigen Gehäuses bietet der IdeaCentre Q190 alle wichtigen Schnittstellen, hinter der Frontklappe sitzt sogar eine USB-3.0-Buchse. Bei den anderen drei Rechnern sitzen die schnellen USB-Ports ausschließlich auf der Rückseite. Ein WLAN-Adapter gehört auch beim Lenovo zur Grundausstattung. Ein vorinstalliertes PowerDVD sorgt dafür, dass man mit dem Rechner auch Video-DVDs und sogar Blu-rays ansehen kann, denn als optisches Laufwerk dient ein Blu-ray-Combo-Drive.

MIFcom Mini-ITX Core i3 - Slim 820: Mini-PC aus Standardkomponenten

MIFcom - Intel-WLAN-MiniPCIe-Adapter

© MIFcom

Der Intel-WLAN-MiniPCIe-Adapter auf dem Gigabyte-Mainboard im MIFcom unterstützt WiDi, die Antennen werden extern angeschlossen

Ein kleiner Hersteller wie die Münchner Firma MIFcom kann im Gegensatz zu Acer, Dell oder Lenovo natürlich keine eigenen Gehäuse oder Mainboards herstellen lassen, sondern muss auf Standardbauteile zurückgreifen. Als Basis für den 420 Euro teuren Slim 820 dient das Mini-ITX-Mainboard H77N-WIFI von Gigabyte, verpackt in ein Mini-ITX-Gehäuse von Linkworld. Daher sind die beiden Antennen für die Intel-WLAN-Karte auch nicht im Gehäuse integriert, sondern werden ebenso wie das Netzteil extern angeschlossen.

Durch den kleinen Gehäuselüfter ist der PC trotz Silent-Setting im BIOSrelativ laut. Als CPUverwendet MIFcom den Intel Core i3-3220T mit 2,8 GHz Taktfrequenz. Der Prozessor ist um 500 MHz niedriger getaktet als der i3-3220 im Dell Vostro 270s. Daher ist auch die Systemleistung etwas niedriger, wir messen 2533 Punkte im PCMark 7. Die integrierte HD-2500-GPU arbeitet dagegen mit der selben Taktrate von 650 MHz und profitiert vom 8 GByte großen Arbeitsspeicher. Daher ist der MIFcom-PC hier sogar etwas schneller als der Dell. Die 2,5-Zoll-Festplatte fasst 500 GByte an Daten und Programmen. Außer dem Betriebssystem sind nur Gigabyte-Tools vorinstalliert, eine DVD-Player-Software muss man sich selbst besorgen.

Fazit: Dell und Acer in Führung

Der Dell Vostro geht mit einem Punkt Vorsprung vor dem Acer Aspire X3475 über die Ziellinie. Zudem ist der Dell günstiger und damit das bessere Gesamtpaket. Er liefert auch die beste Gesamtperformance im Testfeld. Der Acer bietet abgesehen vom fehlenden WLAN-Modul die bessere Ausstattung und ist vor allem für Anwender interessant, die öfter 3D-Games spielen wollen.

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