Teufel, JBL und Magnat

Magnat Cinema Ultra

Magnat Cinema Ultra

© Magnat

Magnat Cinema Ultra

Pro

  • Die Macht vom Rhein: Magnat erschüttert zutiefst durch abgrundtiefe Bässe bei martialischen Pegeln

Contra

  • Wenig wohnliche Optik

Fazit

Video-Magazin Testurteil: sehr gut, Preis/Leistung: überragend

Über Geschmack lässt sich streiten. Deshalb wollen wir es mal positiv sehen: Das neue Cinema Ultra ist schick wie ein Amboss. Mit seinem Äußeren, das nicht im Entferntesten den Verdacht erweckt, aus der Feder eines styleverliebten Designers zu stammen, unterstreicht es seinen ernsthaften Anspruch. Das mit THX-Ultra-2-Lizenz zertifizierte Heimkino-Ensemble ist ein Werkzeug, das ambitionierte Cineasten näher ans Geschehen rücken soll. So mutet das für Dolby Atmos geeignete 5.1.2-Set auch im Detail betrachtet sehr solide und praxisgerecht an. Das beginnt mit den integrierten Wandhalterungen und der damit korrespondierenden flachen Bauweise, die eine verdeckte Installation begünstigt. Zweckmäßig fielen auch die Oberflächen aus. Magnat spricht verheißungsvoll vom "Cinema Ultra Stealth-Design" mit abgesetzter Schallwand in hochwertigem Deep-Black-Seidenmattlack und strapazierfähiger Brushed-Metal-Strukturfolie in Anthrazit unten, oben und an den Seiten.

License to thrill

Typisch THX sind die hinteren Dipole, die ein diffuses Klangfeld in den Surround-Kanälen aufbauen und die akustische Ortung der Boxen als Boxen erschweren - sozusagen die Fortsetzung des Stealth-Designs mit anderen Mitteln.

Platzsparend und der Abstrahlung zuträglich wurden die Atmos-Aufsätze AEH 400-ATM für die kompakten 2-Wege-Boxen LCR 100-THX als Koaxial-Systeme ausgeführt. Doch Magnat kennt nicht nur die Hör-, sondern auch die Kaufgewohnheiten der Heimkino-Gemeinde. Gebräuchliche Kombinationen wie 5.1, 5.1.2, 7.2, oder 7.2.4 bieten die Deutschen als Paket-Lösungen an. Die Preisspanne reicht von 4400 bis 8400 Euro, damit ist unser Setup eher am unteren Ende des Angebots angesiedelt. Wer maßgeschneiderte Lösungen sucht oder nachträglich erweitern möchte, kann verschiedene Lautsprecher auch einzeln kaufen, kommt dabei aber nicht ganz so günstig weg.

Koax-Lautsprecher

© Magnat

Tragende Rolle: Das Atmos-Modul AEH 400-ATM macht die Abbildung des Cinema Ultra noch höher und gleichmäßiger. Um Lücken zwischen vorne und hinten auszuschließen, empfiehlt sich der Einsatz von insgesamt vier der Koax-Lautsprecher.

Flexibel zeigt sich Magnat auch bei der Nutzung der LCR 100-THX, die neben den Front-Kanälen auch die Rolle des Centers übernimmt, was sowohl im Stehen als auch im Liegen möglich ist. Um perfekte Kanalgleichheit in der Abstrahlcharakteristik zu erreichen, sei angeraten, sie aufrecht zu stellen. In normalen Wohnzimmern - sollte sich das professionell anmutende Tool dahin verirren - lässt sie sich sich um 90 Grad drehen, um beispiels weise auf einem flachen Rack besser unter die Leinwand zu passen.

Die Allzweckwaffe

Für höchste Impulspräzision führten die Entwickler ihre Allzweckwaffe als geschlossenes System aus. Zudem stellt Magnat damit sicher, dass selbst bei den von der THX-Ultra-2-Norm geforderten Maximalpegeln keine Störungsgeräusche wie bei manchen Bassreflex-Boxen auftreten.

Die Membranen- und Staubschutzkalotten der beiden 14-Zentimeter-Tief-Mitteltöner bestehen aus steifem Keramik-Aluminium-Sandwich-Material für höchste Wiedergabepräzision. Sie spielen zusammen mit einer High-Performance-Polyfiber-Compound-Kalotte, die einen großen Durchmesser von 4,2 Zentimetern ausweist. Das macht sie in Verbindung mit der computeroptimierten Waveguide-Frontplatte mit integriertem Diffusor pegelfest. Gleichzeitig sorgt der Vorsatz für THX-konformes Abstrahlverhalten.

Magnat Cinema Ultra

© Magnat

Die Lautsprecher für Front und Center hängen an der Wand. Der LCR 100-THX lässt sich sowohl waagrecht als auch horizontal betreiben. Die Rear-Speaker hängen auf gut 1,80 Meter Höhe seitlich vom Hörplatz, um ein diffuses Schallfeld für realistische Atmosphäre zu erzeugen.

Eine Frage des Pegels

Die Maßnahme kann aber, wie die Messung im video Labor zeigt, das Rundstrahlverhalten bei 30 Grad außerhalb der Mittelachse im oberen Frequenzbereich nicht ganz auf den Level einer gut gemachten kleineren Kalotte hieven, die in dem Punkt prinzipbedingte Vorteile hat. Dafür sind die gemessenen 108 dB Maximal-Lautstärke eine klare Ansage. Die untere Grenzfrequenz von 82 Hz bei -3 dB ebenfalls: Diese Box braucht zur Unterstützung unbedingt einen potenten Subwoofer! Die Lösung heißt Sub 300-THX und bringt mit 112 dB Maximalpegel bei Bedarf die Erde zum Beben. Dafür sorgt eine schlagende Verbindung aus 32-Zentimeter-Tieftöner mit gleich zwei gleich großen Passiv-Membranen. Vorsorglich legten die Entwickler die Schallwand mit 4,5 Zentimeter starkem MDF erdbebensicher aus. Der Aufwand beim Basswürfel spiegelt sich im Gewicht von 32 Kilogramm wieder. Auf Schnick-Schnack wird allerdings verzichtet, immerhin lässt sich die Phase stufenlos anpassen, während sie sich bei vielen anderen nur von 0° auf 180° umschalten lässt.

Im Hörtest entfachten die Deutschen mit der THX-Lizenz einen Orkan. Sylvester Stallone wäre sicherlich begeistert, wie pointiert, souverän und authentisch sie die epischen Dialoge seines besten Freundes ("Takatakataka") in den Hörraum transportierten. Doch auch die Stimme des alten Kämpfers klang ausgewogen und differenziert wie selten zuvor. Eine Wucht - und zwar im wörtlichen Sinne - waren jedoch tieffrequente Effekte, wenn etwa der Zug am Anfang von "The Expendables 3" in die Festung rast. Dann konnte man die Druckwelle der Explosion im Kellerboden und auf dem Zwerchfell spüren, ohne dass irgendetwas wummerte oder verzerrte. Das zählt zum Besten, das wir je gehört haben. Überhaupt überzeugte alles bis auf die Hubschrauber-Überflüge und andere Effekte auf diversen Dolby Atmos-Blu-rays. Hier gab es Lücken im weit nach oben reichenden Panorama, die förmlich nach einem 7.1.4-Setup schreien.

Fazit

Sparen an der Optik, die im Heimkino eh nicht wirklich zählt, Klotzen bei den Spezialeffekten und der ausgewogenen, differenzierten Klangabstimmung. Dazu Grob- und Feindynamik im Überfluss - ein Hammer. Musik macht Magnat übrigens auch fast so knackig wie eine kleine PA.

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