Vergleichstest

LG BD670

Der Multimedialist

Muss ein Blu-ray-Player heute ständig am Internet hängen? Nein, muss er nicht. Aber ohne Netzwerk-Anbindung macht LGs Neuling BD670 nur halb so viel Spaß.

LG BD670

© Video Homevision

Der LG BD670

Ein Handy, das heute nur telefonieren kann, gilt nicht mehr viel. Eine ähnliche Denkweise scheint immer mehr auch für Blu-ray-Player zu gelten. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der Smartphone-Spezialist LG seinen BD670 mit jeder Menge Zusatzfunktionen ausgestattet hat, die vor allem - wie bei Smartphones - auf der Anbindung ans Netz beruhen.

Wenn der Nutzer die Bildschirmmenüs durchforstet, erhält er auch den Eindruck, dass die optische Disc nur eine von vielen Quellen ist. Klickt er etwa im Hauptmenü auf "Spielfilm", gelangt er zu Clips auf USB-Speichern, Medien-Servern im Netzwerk und nebenbei auch zu CDs, DVDs oder Blu-rays.

Vor allem, wenn es um das Thema Netzwerk geht, scheint kaum ein Hersteller so fortschrittlich wie LG zu sein. Eine drahtlose Netzwerk-Verbindung über WLAN-n stellt der Nutzer, wenn gewünscht, per Knopfdruck über WPS (Wi-Fi Protected Setup) her.

LG-Player-Menü

© Video Homevision

Noch schicker sind die Menüs der LG-Player geworden. Übersichtlich sind sie zudem. Praktisch ist, dass die untere Spalte frei belegt werden kann, so dass der Nutzer schnell auf seine Lieblingsinhalte zugreifen kann.

Einmal ins Netzwerk eingebunden, kann der Player auf DLNA-Server zugreifen. Die Software NeroHome 4 Essentials, die den PC zum geeigneten Datenlieferanten aufrüstet, liegt bei. Daneben kann der Player als einer der wenigen seiner Art auch Inhalte von Ordnern wiedergeben, die der Nutzer auf dem Computer im Netzwerk freigegeben hat.

Natürlich greift der BD670 auch auf das Internet zu. Im Vergleich zu den Vorjahresmodellen ist das Web-Angebot kräftig gewachsen. Will man etwa seinen virtuellen sozialen Verpflichtungen nachkommen, meldet man sich bei Facebook an oder teilt sich seinen Freunden über Twitter mit. Radio kann der Nutzer etwa über den vTuner ins Wohnzimmer bringen.

Der LG-Player dürfte insbesonders Fans von Premium-Film-Inhalten interessieren. Außer auf YouTube greift der Player auch auf die beiden Video-on-Demand-Angebote von Acetrax und Maxdome zu. So kommt man auch ohne physische Disc zum Filmabend.

Per App Ferngesteuertrt

Helligkeits- (schwarz) und Farbfrequenzgang (rot)

© Video Homevision

Helligkeits- (schwarz) und Farbfrequenzgang (rot) sind bei der Skalierung von SD-Inhalten hervorragend. Voraussetzung ist, dass man im Bildeinstellungsmenü die Schärfe auf "-3" regelt.

Will der Nutzer die vernetzten Möglichkeiten vollends ausnutzen, kann er die Steuerungs-App auf seinem Smartphone installieren. So hat er etwa die Möglichkeit, die Wiedergabe zu starten, zu stoppen oder zu spulen. Oder er kann über das Touch-Display seines Smartphones schnell durch die Menüs navigieren.

Mit all diesen Funktionen scheint der BD670 ab und zu ein wenig überfordert zu sein. So kann es passieren, dass vom Auswählen eines Films auf der Festplatte bis zur letztendlichen Wiedergabe ein paar Sekunden vergehen. Schlimmstenfalls muss man den Player neu starten, um die Inhalte abzuspielen.

Das Einlesen von Blu-rays verläuft dagegen durchweg flüssig. Auch interaktive BD-Java-Menüs fordern den LG-Player nicht übermäßig. Das Bild, das er bei 2D-oder 3D-Discs an den Fernseher sendet, ist dazu brillant und detailreich. Außerdem skaliert und interpoliert er nahezu ohne wahrnehmbare Fehler.

Einen Orden für seine Schärfe wird er jedoch nicht bekommen. Zudem tut er sich bei unseren schwierigen Messbildern etwas schwer, Film-und Videoquellen richtig zu erkennen.

LG hat dennoch mit dem BD670 eine Entertainment-Zentrale geschaffen, die nahezu keine Wünsche nach zusätzlichen Features offenlässt.

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