UHD-Fernseher

LG 55UH770V im Test

LG 55UH770V

© LG

LG 55UH770V

Pro

  • sehr gute Verarbeitung
  • Audioeinmessung
  • futuristisches Bedienkonzept
  • sehr guter Blickwinkel

Contra

  • kein 3D
  • kein Doppeltuner

Fazit

video Magazin Testurteil: 82% (sehr gut), Preis/Leistung: sehr gut

Glaubt man den Marketingstrategen von LG, ist dieses TV-Gerät auf jeden Fall super. Es handelt sich um einen "Super UHD TV" mit "HDR Super". Nebenbei wird das "IPS 4K Quantum Display" ja auch von einem Prozessor namens "Super Mastering Engine" versorgt.

Schon beim Auspacken im Labor erlebten wir allerdings eine super Überraschung. Das schön schlanke Gerät ist in einen hochwertigen Metallrahmen gefasst und thront auf einem Fuß aus massivem Aluminium. Dazu ist die Rückwand nicht im üblichen Billigplastik gepresst, sondern glänzt in einer hübschen Struktur. Eine so überragende Verarbeitung kennen wir sonst nur von Loewe oder Metz. Schade, dass man noch Kabel dort hineinstecken muss, die das schicke Bild wieder etwas trüben.

Alles super?

Bedientechnisch ist sich LG treu geblieben, während alle anderen Hersteller abspeckten. Philips setzt keine bewegungsaktivierte Zeigerfernbedienung mehr ein und Samsung verzichtet zusätzlich noch auf Direkttasten. Und bei Sony und Panasonic findet man auch keine Zweitfernbedienungen mit Touchpad mehr. Einzig LG hält die Stellung mit dem Alleskönner "Magic Remote". Sie sieht aus wie eine normale sehr ergonomische Fernbedienung inklusive Cursorfeld mit Scrollrad und besitzt Direkttasten für die wichtigsten TV-Funktionen. Zusätzlich reagiert sie aber auf Bewegungen und lenkt einen Pointer auf dem Bildschirm. Mit etwas Übung werden Apps und Einstellungen so deutlich schneller aufgerufen als mit den klassischen Drückern. Zusätzlich bedient ein eingebautes Mikrofon die gut funktionierende Sprachsuche - und sogar die einzigartige Autokalibration des Sounds, mit der der Klang ans Wohnzimmer angepasst wird.

LG 55UH77OV Menü

© LG

Wer sich an LGs Maussteuerung erst einmal gewöhnt hat, kommt mit ihr schneller und komfortabler ans Bedienziel.

Das Hauptmenü des WebOS 3.0 ist klar strukturiert und lässt sich intuitiv umsortieren. Es bietet Platz für wichtige Apps, persönliche Sendervorlieben, aber auch ein Werbebanner von Netflix. Die Einstellungen für Experten sind etwas versteckt, aber auch gut sortiert und trotz ihrer Vielzahl verhältnismäßig leicht verständlich. Passende Hilfetexte hat der TV direkt eingebaut.

Insgesamt ist die sehr gut begleitete Ersteinrichtung sowie die gesamte Bedienung mit den OLED-TVs vergleichbar, die wir in unseren letzten Ausgaben in alle Himmel gelobt hatten. Leicht zu verschmerzen ist der Verzicht auf die vierte HDMI-Buchse, schwerer wiegt die Beschränkung auf nur einen Tuner. Die in diesem Test vergleichbaren Modelle von Panasonic und Sony haben einen zweiten, wodurch bei ihnen gleichzeitig TV-Aufnahmen und Anschauen eines anderen Senders ermöglicht wird.

Qualität auf gutem Niveau

Basis des guten Bildes ist das LCD-Panel. Hier steht die Abkürzung IPS (InPlane Switching) für einen besonders guten Blickwinkel, den man im Test durch einen seitenstabilen Farbeindruck schnell belegen kann. Nicht ganz so gut gelingt dies mit der Werbeaussage des "4K Quantum Displays". Hier erwarten wir superreine Grundfarben, die durch Nanokristalle optimiert sind. Im Laborspektrum (Diagramm unten) erkennt man jedoch eine nicht perfekte Trennung von Rot und Grün, was für UHD Blu-ray-Filme suboptimal ist. Dafür kann unser Mikroskop der Befürchtung entgegentreten, es handle sich um ein "M+"-Panel, bei dem für maximierte HDR-Helligkeiten farbige Subpixel durch weiße ersetzt wurden. Man erkennt leicht die korrekte, voll ultra aufgelöste RGB-Struktur. Nachteil der IPS-Technik ist der etwas schwächere Schwarzwert, den man auch hier nicht wegdiskutieren kann. Der gemessene InBild-Kontrast von 1300:1 ist jedoch verhältnismäßig sehr gut. Zusätzlich wird in einigen wenigen Zonen lokal gedimmt, was den Gesamteindruck verbessert.

LG 55UH770V seitlich

© LG

Schlanke Eleganz: Auch von der Seite macht der LG eine gute Figur.

Die Farben sind nicht zuletzt dank isf-Modi gut voreingestellt und noch besser kalibrierbar. Farbsorte und -stärke in HDTV sind schön natürlich und werden in Ultra HD-HDR mit erweitertem Farbraum (UHD-BD) etwas frischer und brillanter. Mit der Unterstützung der verbesserten HDR-Technik Dolby Vision besitzt LG dieses Jahr fast ein Alleinstellungsmerkmal, das bei einigen Streamingdiensten bereits zum Einsatz kommt. Bei der Aufbereitung von SD- und HD-Quellen hat LG viel dazugelernt und spielt jetzt in der obersten Liga mit. Automatische Rauschfilter und eine ordentliche Bewegungsglättung arbeiten dabei gut.

Fazit

LGs sehr gut verarbeiteter UH770V glänzt durch seine moderne Bedienung und sehr natürliche HDTV-Farben aus jedem Blickwinkel. HDR-Inhalte werden verarbeitet, aber nicht so super wie von LGs OLED-TVs oder LCD-Spitzenmodellen.

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