Tinten-Multifunktionsgeräte

Lexmark Pinnacle Pro 901

Lexmark Pinnacle Pro 901

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© PC Magazin

Der Lexmark Pinnacle Pro 901

Lexmark hat neue Ziele definiert. Vor einigen Jahren hat man noch auf Masse gesetzt. Das Unternehmen war bekannt für extrem billige Geräte, die häufig auch im Lebensmitteldiscounter feil geboten wurden. Es scheint aber so zu sein, dass irgendwann auch der letzte Supermarkt-Kunde begriffen hat, dass es wenig Sinn macht, einen Drucker für 30 Euro zu kaufen, wenn ein Satz Patronen über 40 Euro kostet.

Jetzt setzt die Firma aus Kentucky auf Qualität und Beständigkeit. Dies beweist sie mit einer Garantiezeit von fünf Jahren. Für Tintenstrahler ist das beeindruckend. Für Tintenstrahler, die in geschäftiger Büroumgebung jeden Tag beansprucht werden, ist das sensationell, wenn nicht gewagt. Man kann Lexmark nur wünschen, dass die Mehrzahl der Geräte die fünf Jahre durchhalten, sonst könnte das dicke Ende dieses Konzeptes noch kommen.

Der Pinnacle Pro 901 wurde für sämtliche Büro-Aufgaben hervorragend ausgerüstet. Zu den Highlights gehören der automatische Dokumenteneinzug, die integrierte Duplexeinheit, das Fax-Modul und die problemlose Einbindung ins Netzwerk. Aber auch Fotofreunde gehen nicht komplett leer aus.

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Große farbige Symbole und eine klare Menüstruktur machen die Bedienung des Lexmark Pinnacle Pro einfach und angenehm.

Der Kartenleser und die Pictbridge-Schnittstelle erlauben Fotoausdrucke auch ohne den PC einzuschalten. Vorbildlich gelungen ist Lexmark die Bedienung. Dank der großen Symbole und des Farb-Touch-Displays steuert man einfach und intuitiv durchs Menü. Die innovative Druckanzeige der Seiten a la iPhone gefällt und ist durchaus praktisch. Geht die Tinte zur Neige, weiß man in etwa, wo man bei größeren Druckaufträgen wieder einsetzen muss.

Der Lexmark hat kein Messsystem, das genau erkennt, wann eine Tintenpatrone nicht mehr ausreichend befüllt ist, um ein streifenfreies Druckbild zu gewährleisten. Die Gewissheit, die gesamte Tinte leer gedruckt zu haben, dürfte den meisten Anwendern aber lieber sein, als ein System, das eigenmächtig den Dienst blockiert.

Dass dadurch ab und an Ausdrucke oder Fotos unbrauchbar werden, ist bei den vergleichsweise geringen Druckkosten von 1,6 Cent pro Monochromseite und moderaten 43 Cent pro Foto verkraftbar.

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Die allgemeinen Nachrichten von der BBC holt sich der der Lexmark Pinnacle Pro per App aus dem Internet. Die Meldungen können ausgedruckt werden ohne den PC zu bemühen.

Überzeugend meistert der Lexmark unsere Texterkennungsaufgabe; der Grauert-Brief wird bis auf einen einzigen Umbruchfehler Fehlerfrei in die gewählte Zielanwendung, MS Word, geladen. Nach dem Losschicken des Auftrags ist lediglich eine Abfrage zu beantworten, und zwar diejenige nach weiteren Seiten für das Dokument.

Bei unserem Mischdokument hat der Lexmark größere Schwierigkeiten; die gelbe Schrift in der Tabelle erkennt er beispielsweise gar nicht. Beim Fotoscan gefällt sehr gut, dass das Bild automatisch zugeschnitten wird, die Qualität (per Autoeinstellung) konnte uns aber nicht überzeugen. Insgesamt liefert der Lexmark aber eine sehr gute Scanleistung ab.

Die Lexmark "Smart Solutions" setzten die Installation von Java voraus, die Eröffnung eines Benutzerkontos und das Druckgerät muss im Netzwerk eingebunden, d.h. über WLAN oder Ethernet angeschlossen worden sein. Das klingt aufwändig. Ist es auch, zumal man sich auch mit der Anwendung selbst vertraut machen muss.

Es lohnt sich aber. Eigene Aufgaben können als Icons angelegt werden - das ist besonders praktisch, wenn man häufig einen identischen Vorgang wiederholen muss, wie etwa ein Formular ausdrucken. Über das Browser-Tool kann man diese Aufgabe dann mit anderen Anwendern teilen. Diese Java-Tools sind aber nicht auf typische Multifunktionsdrucker-Tasks beschränkt. Beispielsweise kann man sich RSS-Feeds mit News von Apple oder der BBC laden oder den Google-Kalender auf das Display legen.

Testurteil:

Lexmark Pinnacle Pro 901

280 Euro; www.lexmark.de

Gesamtwertung: gut 84 %

Preis/Leistung: befriedigend

Die Druckqualität gibt kaum Anlass zur Kritik. Insbesondere die guten Fotoausdrucke würde man nicht unbedingt von einem Büro-Gerät erwarten. Federn muss der Lexmark bei der Geschwindigkeit lassen. Knapp 18 Sekunden für einen Standardbrief sind zehn Sekunden länger als der preiswerte Epson benötigt.

Fragwürdig ist die Herstellerangabe der Seitengeschwindigkeit. Im Test erreicht der Pinnacle nicht einmal die Hälfte der angegebenen 30 bzw. 33 Seiten. Hier macht Canon vor, was Ehrlichkeit bedeutet. Sie geben 12,5 S/min an und erreichen im Labor 13,6 S/min. Für ein beidseitig bedrucktes Dokument benötigt der Pinnacle rund 37 Sekunden, wenn die Trockenzeit auf "Normal" eingestellt ist.

Mit dem Pinnacle ist Lexmark auf dem richtigen Weg, die Verbrauchergunst zu gewinnen.

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