Kraftzwerge

Kleine Notebooks mit starken Prozessoren

Leichte Notebooks müssen nicht unbedingt langsam sein. Mit den Low-Power-Varianten von Intels Core i5 und Core i7 bieten auch kleine Mobilrechner eine gute Leistung. Billig sind die Kraftzwerge aber nicht.

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© PC Magazin

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Carlo Abarth war in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts berühmt für seine kleinen Sportwagen. Er quetschte in die winzigen Karosserien eines Fiat 600 oder 850 hochgezüchtete Motoren mit bis zu 200 PS, die selbst größeren und stärkeren Boliden vom Schlag eines Ferrari auf kurvigen Strecken kaum eine Chance ließen.

Eine starke Maschine in einem kompakten Chassis: Das zeichnet auch die fünf Notebooks in diesem Vergleichstest aus. Sie alle basieren auf einem Intel Core i5 oder Core i7, bei einem Teil der Geräte in einer Ultra-Low-Voltage-Variante mit niedrigerer Taktfrequenz.

Aber auch so sind die Prozessoren deutlich schneller als die bisher üblichen ULV-Core-2-Duo-CPUs. Im Vergleich zu einem Atom bringen sie sogar ein Vielfaches an Leistung. Billig sind die kleinen Notebooks mit den starken Prozessoren aber nicht: Für die Leichtgewichte muss man bis zu 2000 Euro anlegen.

Für Business und Gaming

Das Testfeld umfasst Notebooks von Acer, Alienware, Fujitsu, Lenovo und Panasonic mit Display-Diagonalen zwischen 11,6 und 14,1 Zoll. Das Gewicht der Notebooks reicht dabei von 1,3 kg beim ThinkPad von Lenovo bis hinauf zu knapp zwei Kilogramm beim Acer TravelMate und beim Alienware M11x. Damit sind alle Geräte für den mobilen Einsatz gut gerüstet.

Bis auf das Alienware sind die Geräte klassische Business-Notebooks mit integrierter Grafik und matten Displays. Die Anwendungsgebiete reichen hier von anspruchsvollen Excel-Tabellen mit aufwändigen Berechnungen über Projektmangement bis hin zur Software-Entwicklung. Bei letzterem werden starke Prozessoren vor allem für das flotte Kompilieren des Programmcodes benötigt.

Die Geräte von Acer und Fujitsu sind für das mobile Arbeiten auch mit 3G-Hardware ausgerüstet, beim Panasonic ist ein internes 3G-Modul optional erhältlich.

Die im Prozessor integrierte Intel-HD-Grafik reicht zwar an separate Grafikchips von AMD oder Nvidia leistungsmäßig nicht heran, ist aber trotzdem spürbar performanter als die Intel-Chipsatzgrafik bei Core-2-Duo-Geräten, von der Atom-Grafik ganz zu schweigen. Die flüssige Wiedergabe von HD-Videos ist auch bei den Testkandidaten mit integrierter Grafik kein Problem. So kann man sich im Zug oder im Flugzeug die Zeit vertreiben, wenn man gerade nicht arbeiten muss.

Alienware mit Optimus-Grafik

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Sonderweg: Panasonic hat beim CF-F9 das optische Laufwerk unter der Handballen-ablage untergebracht. Wird es nicht benötigt, kann es per Schalter deaktiviert werden.

Beim Alienware M11x wird die Intel-Grafik durch einen Nvidia GeForce GT 335M unterstützt, der mittels Nvidias Optimus-Technik angebunden ist. Anders als bei der bisher üblichen umschaltbaren Grafik wird hier die integrierte Intel-Grafikeinheit auch als Display-Controller benutzt, wenn der Nvidia-Chip aktiv ist. So erfolgt das Umschalten schneller und das Flackern beim Wechsel wird vermieden. Zudem ist bei Optimus keine manuelle Auswahl der aktiven Grafik nötig.

Der Treiber erkennt selbst, wenn ein Spiel oder eine Applikation gestartet wird, die den diskreten Chip benötigt. Ansonsten ist der Nvidia-Chip deaktiviert und die sparsame Intel-Grafik übernimmt die Darstellung. Die nötigen Profile für die Erkennung werden automatisch via Internet aktualisiert. Notfalls kann man aber auch selbst im Treiberdialog einer Applikation die bevorzugte Grafik zuordnen.

Auf Nummer sicher

Gerade auf Business-Notebooks lagern oft vertrauliche Daten. Daher haben einige der Hersteller diverse Sicherheitskomponenten in ihre Notebooks integriert. Einen für die Festplattenverschlüsselung mittels BitLocker sinnvollen TPM-Chip findet man in allen Geräten außer den beiden Notebooks von Acer und Alienware. Acer, Fujitsu und Lenovo haben ihre Notebooks zudem mit einem Fingerprint-Reader ausgestattet. Der fehlt zwar beim Lenovo-Testgerät, ist aber im Normalfall vorhanden.

Fujitsu bietet beim Lifebook P770 zudem einen Diebstahlschutz, mit dem es sich per Fernzugriff sperren, löschen und sogar lokalisieren lässt. Eine ganz besondere Art von Sicherheit bietet das Panasonic CF-F9. Es gehört zur Business-Ruggedized-Kategorie und hält Stürze aus 70 Zentimetern Höhe aus, selbst wenn es eingeschaltet ist. Eine spritzwassergeschützte Tastatur bieten auch die Geräte von Acer, Fujitsu und Lenovo.

Familienbande

Die Core-i5- und Core-i7-Prozessoren in den fünf Notebooks im Test gehören alle zur Arrendale-Familie. Ihnen gemeinsam sind zwei Kerne nebst Hyperthreading, eine in der CPU integrierte Grafik und die Turbo-Boost-Funktion. Die CPU besteht aus zwei Chips auf einem gemeinsamen Prozessorgehäuse: Ein 32-Nanometer-Die beherbergt die eigentlichen Cores, ein 45-Nanometer-Die den Memory-Con-troller und die Grafikeinheit.

  • Leistungsträger und Stromsparer

Neben den eher auf Leistung getrimmten CPUs mit 35 Watt TDP, die als Namensendung nur ein M tragen, gibt es auch Low-Voltage- und Ultra-Low-Voltage-Varianten mit 25 und 18 Watt TDP. Diese niedriger getakteten Prozessoren kann man an den Namensendungen LM und UM erkennen.

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