Welches Netbook ist das richtige?

Kaufberatung Netbooks: Das müssen Sie wissen

Kaum eine neue Produktkategorie war derart erfolgreich wie das Netbook. Doch wie finden Sie im riesigen Angebot das Gerät, das am besten zu Ihnen und Ihren Anforderungen passt?

Netbooks: Kaufberatung

© Archiv

Angesagte Produkte: Netbooks und Nettops.

Wer vor einem Jahr ein Netbook kaufen wollte, der hatte es denkbar einfach. Er erwarb schlicht und einfach das Asus Eee PC 701, das zu diesem Zeitpunkt einzige Gerät auf dem Markt und damit der Vorreiter für alle Netbooks, die heute die Kaufhausregale bevölkern. Der Eee PC war revolutionär, denn kleine, leichte "Notebooks" waren seit jeher teurer als große und damit Käufern mit dickem Geldbeutel vorbehalten. Mit dem Eee PC änderte sich das grundlegend. Für weniger als 300 Euro bekam der Käufer ein für die meisten Anwendungen brauchbares Notebook, bei dem mit dem optischen Laufwerk lediglich ein wichtiges Ausstattungsmerkmal fehlte. Das zu klein geratene Display mit 7-Zoll-Diagonale erwies sich zudem als Manko, denn viele Webseiten wurden nicht komplett angezeigt, sondern an den Seiten abgeschnitten, was neben dem üblichen vertikalen auch horizontales Scrollen erforderlich machte. Die Akkulaufzeit von etwa zwei Stunden war gut, wenn auch nicht überragend, und der Prozessor, ein betagter Celeron, ganz sicher keine zukunftssichere Lösung. Als Massenspeicher kam eine Solid-State-Platte mit vier GByte zum Einsatz, die für das mit Linux ausgerüstete Netbook groß und schnell genug war.

Welcher Prozessor sollte es sein?

Man kann sicher davon ausgehen, dass der große Erfolg des Eee PC 701 die Konkurrenz auf dem falschen Fuß erwischt hatte, denn für viele Monate hatte das Asus-Netbook den Markt völlig für sich allein. Doch dann erschienen in schöner Regelmäßigkeit neue Netbooks und mit ihnen der neue Prozessor für ultramobile Plattformen namens "Atom". Diese CPU ist äußerst genügsam im Stromverbrauch und damit geradezu prädestiniert für den Einsatz in Netbooks. Der Atom-Prozessor ist heute Standard. Geräte mit VIA-C7, AMD-Geode oder Intel-Celeron-M-CPU stellen dagegen eine kleine Minderheit dar. Am weitesten verbreitet ist der Atom N270 mit einem Prozessor-Kern und einer Taktung von 1,6 GHz. Der Atom N270-Prozessor verbraucht nur wenig Strom. Anders sieht es aber beim Chipsatz aus, der auf dem Mainboard verbaut wird. Zumeist handelt es sich dabei um einen 945GC, der mehr Strom verbraucht als der Prozessor selber, was in der Summe zu kürzeren Akkulaufzeiten führt. Besser geeignet ist der Poulsbo-Chipsatz von Intel, der in Verbindung mit einer noch mehr Strom sparenden Atom-Variante zum Einsatz kommt, allerdings wesentlich teurer ist als der 945er und zu höheren Preisen für das Netbook führt.Diese Prozessoren mit Geschwindigkeiten zwischen 1,33 und 1,86 GHz tragen die Bezeichnungen Z520, Z530 und Z540. Der Z530 kommt momentan beispielsweise im neuen 12-Zoll-Netbook Inspiron Mini 12 von Dell zum Einsatz.Unsere Empfehlung: Nehmen Sie ein Netbook mit Atom-Prozessor. Ob es ein Gerät mit einem preiswerteren N270 und vermutlich kürzerer Akkulaufzeit oder ein teureres und Strom sparenderes mit Z520, Z530 oder Z540 wird, das sollten Sie von Ihrem Geldbeutel abhängig machen.

Festplatte oder SSD?

Eigentlich ist die kleine, unempfindliche SSD (Solid-State-Drive) wie gemacht für den Netbook-Einsatz. Die Flash-basierten Festplatten verbrauchen weniger Strom, sie erwärmen sich weit weniger und sie sind mangels beweglicher Teile komplett unempfindlich gegen Stöße. Doch leider besitzen SSDs auch einige gravierende Nachteile. Die Flash-basierten Platten sind momentan noch wesentlich teurer als konventionelle Festplatten (HDD), sie haben geringere Kapazitäten, sie erlauben je nach Qualität nur eine begrenzte Anzahl von Schreibvorgängen und sie sind teilweise deutlich langsamer. Zum Vergleich: Eine 64-GByte-SSD im 2,5"-Format von Patriot kostet im Handel etwa 200 Euro. Für die Hälfte des Geldes bekäme man eine konventionelle 2,5"-Platte von Seagate, WD oder Fujitsu mit 500 GByte Kapazität Pro GByte kostet die SSD also etwa 3,12 Euro, die HDD dagegen gerade einmal 20 Cent. Kein Wunder also, dass Netbook-Hersteller zumeist auf SSDs mit kleinen Kapazitäten zwischen 4 und 16 GByte setzen oder eben auf die klassische Festplatte im 1,8"- oder 2,5"-Format. Wer sein Netbook nur zum Surfen nutzt und um damit seine Mails zu bearbeiten, der kommt mit einer SSD ab acht GByte Kapazität sicher aus. Möchte man das Netbook allerdings mit in Urlaub nehmen und darauf die Urlaubsfotos abspeichern, gelangt man bei dieser Kapazität sehr, sehr schnell an die Grenzen. Ideal wäre fraglos eine schnelle SSD mit großer Kapazität und hochwertigen Speicherzellen, die eine längere Lebensdauer als die im Normallfall zu erwartenden 3-5 Jahre ermöglichen. Realistisch gesehen sind diese Platten aber im Moment noch viel zu teuer, um einen Einsatz in einem preiswerten Gerät, wie es ein Netbook sein sollte, zu ermöglichen.Unsere Empfehlung: Nehmen Sie ein Netbook mit 8 oder 16 GByte Kapazität SSD, wenn Sie das Gerät nur zum Surfen und einfache Office-Aufgaben verwenden möchten oder das Netbook auch im robusten Einsatz fehlerfrei arbeiten soll. Wollen Sie dagegen zahlreiche Programme installieren, Fotos und vielleicht Ihre Musiksammlung verwalten und legen Sie großen Wert auf ein möglichst schnelles System, dann führt an einer klassischen Festplatte momentan noch kein Weg vorbei.

Netbooks: Kaufberatung

© Archiv

Äußerlich ist die SSD (oben) von der HDD kaum zu unterscheiden. Doch die Speichertechnik ist grundverschieden.

Display, Auflösung, Größe und Betriebssystem: Darauf müssen Sie achten...

Bildergalerie

Netbooks: Kaufberatung
Galerie
Computer:Notebooks

Äußerst praktisch: Das Netbook von Packard-Bell besitzt zwei Kartenleser.

Mehr lesen

Newsletter -

Mehr zum Thema

Wir haben vier Laptops im Test, die Ultra-HD-Auflösung und Touch bieten.
Dell XPS 15, Lifebook U904 & Co.

Die neuen Top-Notebooks bieten Ultra-HD. Wir haben die ersten vier Laptops mit 3.200 x 1.800 Bildpunkten im Test - alle verfügen sogar über…
Im Test: Vier neue Ultrabooks begeistern mit scharfer Auflösung.
Windows 8.1 und Touch-Screen

Die neuen Top-Ultrabooks begeistern mit einer ultrahohen Display-Auflösung. Wir haben die ersten vier Geräte mit 3200 x 1800 Bildpunkten im Test.
Notebook, Tablet, Convertible, Machtkampf, Kaufberatung
Kaufberatung

Notebooks werden immer leistungsstärker, Tablets verkaufen sich gut und Convertibles drängen auf den Markt. Doch für wen eignet sich eigentlich…
Die sechs besten Windows 8 Hybrid-Notebooks
Dell, Lenovo, HP und mehr

Hybrid-Notebooks im Vergleich: Wir haben Windows-8-Hybriden von Dell, Lenovo, HP und mehr zwischen 340 und 500 Euro im Test.
Notebooks vs. Convertibles
Notebooks vs. Convertibles

Wir haben Notebooks gegen Convertibles im Test. Mit dabei: Lenovo Yoga 3 Pro, Asus Zenbook UX305, HP Spectre 13 x360 und Acer Aspire R13.