Raumwelten

JVC GS-TD1

JVC GS-TD1

© Video Homevision

Die JVC GS-TD1

Wie Wall-E

Pro

  • 3D-Fotografie, 3D-Monitor
  • zukunftssicher durch zwei Aufzeichnungsstandards

Contra

  • unpraktische Wiederbesteuerung

Wie sein filmisches Vorbild Wall-E ist der TD1 für alle Zukunft gerüstet, denn er hat zwei Aufzeichnungs-/Wiedergabemöglichkeiten: Side by Side mit halber horizontaler Auflösung und MVC. Dieser Multivideo-Standard ist zwar für fast alle Schnittprogramme noch ein Fremdwort und auch JVC selbst kann erst im Juli eine Software liefern, die damit gut zurechtkommt.

Doch das schadet nicht: Denn MVC-Aufzeichnungen werden via HDMI als Side-by-Side-Szenen an den Fernseher geschickt, und auch vom Rechner spielt sie jeder Player, der MP4-Dateien versteht, heute schon ab - allerdings als 2D-Standardvideos. Die Möglichkeit, MVC für Schnittbearbeitung oder zum Brennen auf DVD zu konvertieren, bietet die Software ab Sommer dann auch.

Cam mit Profi-Ambitionen

Der TD1 ist elegant und griffig und der Funktionsumfang ist einem Spitzen-Camcorder sowohl in 2D als auch in 3D angemessen. Viele manuelle Einstellmöglichkeiten tauchen auf, wenn man eine kleine Taste am Heck drückt und das Einstellrädchen dreht. Dann kann man schnell auf Zeit, Blende, Signalverstärkung oder den Fokus zugreifen.

Leider nur nacheinander, doch immerhin funktioniert diese manuelle Einstellung so gut, dass JVC das Gerät ab 1.800Herbst auch Profis zugänglich machen will - dann mit einem Aufschraubbügel und einer professionellen Tonaussteuerung samt entsprechender Anschlussbuchsen.

Auch jetzt kann sich der Sound hören lassen: Zwei Kalotten sitzen wie Ohren seitlich neben den Augen und zeichnen klanglich ausgewogenen, wenn auch nicht gerichteten Stereoton auf. Empfehlenswert ist die Umschaltung auf Raumton, denn dank einer von JVC "Biphonic" genannten Schaltung gelingt es, einen recht fülligen Pseudo-3D-Sound zu erzeugen.

In 2D ist die Kamera den Top-JVC-Consumer-Geräten trotz der immensen Lichtstärke von 1:1,2, welche die kleinen Optiken zulassen, unterlegen. Das Bild zeigte dabei kein übermäßiges Rauschen, blieb eher dunkel und verschliff bei Schwenks und Objektbewegungen deutlich die Kanten des Motivs.

manuelle Einstellung

© Video Homevision

Bei den manuellen Funktionen erscheint auch die Parallaxen-Anpassung, die festlegt, wie weit Objekte aus dem Bildfenster schauen.

Der gleiche Eindruck bot sich in 3D. Das Bild wurde weder besser noch schlechter, aber mit 3D-Brille auf der Nase verteilte sich das Bildrauschen deutlich besser im Raum und der Schärfeeindruck nahm zu.

Insgesamt ist der Camcorder für HD-Geräte mit überdurchschnittlicher Schärfe gedacht, er zeigte aber bei abnehmendem Licht eine recht weiche Charakteristik. Bei Tageslicht ist die Bildqualität in Ordnung.

Jedenfalls so weit wir dies beurteilen können, denn wie wir den Anschluss auch drehten und schalteten, die Bildschärfe zwischen AVCHD-Aufnahmen mit Side by Side und den MVC-Szenen mit fast doppelt so hoher Auflösung wollte der Fernseher nicht zeigen. Wir vermuten, dass stets Side by Side ausgegeben wurde.

3D-Funktionen

Der Camcorder macht aus dem 10-fach-einen 5-fach-Zoom, wenn er in 3D filmt. Das ist schwach - vor allem, weil der Weitwinkel kaum mehr unter Normalbrennweite liegt. Dafür kommt man mit dem JVC dank der zuverlässigen Schärfeautomatik bis zu 30 Zentimeter ans Objekt heran, ohne Unschärfen zu riskieren.

Manuelles Scharfstellen ist ohnehin ein Glücksspiel, da das Display im 3D-Modus dafür nicht scharf genug ist und der autostereoskopische Einblickwinkel recht klein ausfällt. Immerhin stellt die Tracking-Funktion dort scharf, wohin sich das angewählte Hauptobjekt wendet.

Gespeichert werden die Videos auf SDXC-Karten und auf einem internen 64-GByte-Speicher, der vier Stunden Video fasst. Auch in MVC 3D, das bei JVC eine Datenrate von satten 34 Mbit/Sekunde aufweist.

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