Heim-Videothek

Interview: Ernst Trapp, Lovefilm

"Wir sind flexibler als Pay-TV"

Ernst Trapp

© Hersteller/Archiv

Ernst Trapp, Commercial Director Lovefilm Deutschland

Video-HomeVision: Lovefilm entwickelt sich von der DVD-Versandvideothek zum Komplettanbieter mit Video on Demand. Wie kommen die neuen Angebote bei Ihren Kunden an?

Ernst Trapp: Der Online-Filmabruf kommt bei unseren deutschen Kunden sehr gut an. Vergleicht man die drei Märkte, in denen Lovefilm vertreten ist, hinsichtlich der Akzeptanz des digitalen Angebots relativ zum Disc-Verleih in den ersten Wochen nach dem Start von Video on Demand, so lässt sich feststellen, dass unsere deutschen Kunden das digitale Angebot besonders schnell angenommen haben.

Video-HomeVision: Wie intensiv nutzen Ihre Kunden das Angebot?

Ernst Trapp: Die große Mehrheit der Kunden, die im Rahmen ihres Ausleihpakets über eine digitale Komponente verfügen, machen auch Gebrauch davon. Genaue Abrufzahlen kommunizieren wir aber nicht.

Video-HomeVision: Leihen Kunden deshalb seltener DVDs aus?

Ernst Trapp: Man kann bisher nicht sagen, dass das digitale Format im großen Stil den Disc-Verleih ersetzt. Das ist ein Trend, der mittel-bis langfristig zu erwarten sein dürfte. Wir sind noch in der Aufbauphase unseres Streaming-Dienstes - im Moment bieten wir hier rund 600 Titel an. Filme oder Serien, die wir noch nicht als Video on Demand haben, sind aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auf DVD oder Blu-ray verfügbar - hier umfasst die Auswahl über 45.000 Titel. .

Video-HomeVision: Es gibt das digitale Angebot ja auf vielen Geräten wie iPad, Sony Smart-TV oder PS3. Wo ist die Nachfrage am größten?

Ernst Trapp: Das hängt von der Konnektivität und der Verbreitung dieser Geräte ab. Spielkonsolen wie etwa die PS3 müssen online sein, um den Lovefilm-Service nutzen zu können. Grundsätzlich wächst die Nachfrage und liegt auf allen Geräten über unseren Erwartungen.

Video-HomeVision: Video on Demand bieten Sie nur zusammen mit dem Disc-Verleih an. Fragen Kunden auch reine Online-Filmabos nach?

Ernst Trapp: Wir erhielten in jüngster Zeit vereinzelte Anfragen zu einem reinen Streaming-Paket. In Großbritannien haben wir kürzlich ein solches "digital only"-Paket gestartet, hierzulande gibt es das noch nicht. Es setzt auf jeden Fall eine substanzielle Titelauswahl voraus.

Video-HomeVision: Stichwort Titel-Angebot. In der Online-Videothek sind ja derzeit viel weniger aktuelle Filme abrufbar. Wie aktuell kann ein solches Abo-Filmangebot überhaupt werden?

Ernst Trapp: Wir legen Wert auf ein Sortiment, das für jeden Filmgeschmack das Richtige bereithält. Besonders wichtig ist uns eine Auswahl mit qualitativ hochwertigen Filmen. Im Herbst 2011 etwa haben wir einen mehrjährigen Vertrag mit Paramount abgeschlossen und damit erstmals als Abo-Online-Videothek sogenannten "First-Pay-Content" von einem Hollywood-Majorstudio erworben.

Der lief bisher immer zuerst im Pay-TV. Das ist neu in der klassischen Verwertungskette von Filmen und hat in der Branche einige Beachtung gefunden.

Video-HomeVision: Soll die Abo-Online-Videothek Lovefilm also eine Alternative zum klassischen Pay-TV werden?

Ernst Trapp: Mit unserem nicht-linearen Angebot bieten wir jedenfalls mehr Flexibilität, was zum Beispiel Vertragslaufzeiten und die Programmgestaltung angeht. Dies wissen unsere Kunden zu schätzen.

Video-HomeVision: Welche Rolle spielt die Konzernmutter Amazon bei der Weiterentwicklung ihres Angebots?

Ernst Trapp: Lovefilm und Amazon ergänzen sich hervorragend. Während wir das Verleihmodell forcieren, verkauft Amazon in erster Linie Filme und unterstützt uns bei der Vermarktung unserer Produkte.

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