Kaufberatung: Image-Programme

Die besten Image-Tools im Test

Für Sie im Praxistest: Fünf der beliebtesten Image-Programme. Wir sagen Ihnen welches Tool für welche Bedürfnisse am besten passt.

Image-Programme im Test

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Image-Programme im Test

Wir haben fünf im Markt verbreitete Imager im Praxistest verglichen: Acronis True Image Home 2012, O&O Disk Image Professional 6.0, Paragon Backup & Recovery 11 Home, Symantec Ghost 15 und die Freeware Runtime Drive Image XML 2.30. Perfect Image von Avanquest basiert auf einer älteren Version von Backup & Recovery und ist insofern nicht im Test.

Eines der wichtigsten Kriterien im Test war dabei die Wiederherstellung der Systempartition, konkret eines Windows-7-Systems in Laufwerk C. Das Backup-Tool muss also das komplette System sichern, inklusive der 100 MB großen, sogenannten Bit-Locker-Partition und des Master Boot Records (MBR).

Dafür benötigt der Anwender auch eine vernünftige Boot-CD, die er sich vor dem Crash angelegt haben sollte. Dank der Windows-Shadows-Technologie konnten alle Kandidaten ein System im laufenden Betrieb sichern.

Schon bei der Boot-CD schieden sich die Geister. Mit O&O und Drive Image XML lassen sich keine speziellen Boot-CDs erstellen, sondern sie bauen auf WindowsPE. Bei O&O gibt es dafür einen Assistenten, bei Drive Image XML nicht. Hier wird dem Anwender empfohlen, sich die Ultimate Boot CD anzulegen, die übrigens auch ein O&O-Plug-in und weitere Notfall-Tools enthält.

In beiden Fällen benötigt der Anwender eine Windwos-Installations-DVD. Eine Alternative ist ein Notfall-Windows-7 für den USB-Stick.

Das Wiederherstellen des Windows-7-Systems gelang mit Acronis und Paragon problemlos, ebenso mit O&O, wenn man vom erwähnten, umständlichen Anlegen der Not-CD absieht. Alle drei bieten beim Sichern die Option, die gesamte Platte einzubeziehen, inklusive MBR und Bitlocker-Partition. Ghost kann nur einzelne Partitionen sichern, erkennt aber, dass zu C die Bitlocker-Partition dazugehört.

Kaufberatung: Die beste Sicherheits-Suite

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Mit einer freundlichen und aufgabenorientierten Oberfläche empfängt Acronis den sicherheitsbewussten Anwender.

Beim Wiederherstellen gab es dennoch Probleme: Das neue System bootete nicht, obwohl wir die entsprechenden Optionen in Ghost gewählt hatten (Partition aktivieren und MBR wiederherstellen). Die Systemreparatur auf der originalen Windows-7-DVD behob den Boot-Fehler aber. Immerhin war dann alles ok.

Noch komplizierter zeigte sich die Wiederherstellung mit Drive Image XML. Die Bitlocker-Partition lässt sich gar nicht sichern. Beim Wiederherstellen mit der Ultimate-Boot-CD mussten wir eine Reihe fremder System-Tools für Partition (Festplattenverwaltung von XP) und MBR (FixMBR) einbeziehen und die Computerreparatur von der Windows-DVD. Dabei war viel Know-how erforderlich.

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Im Fall der Fälle hilft nur eins: das Notpaket im Backup. Wenn der Anwender dieses pflegt, ist er vor Datenverlusten gut geschützt. Moderne…

Komfort gefragt

Wenn man vom Schadensfall absieht, soll ein Backup-Tool möglichst leise und effektiv arbeiten. Dazu gehört ein Zeitplaner, den alle Programme mitliefern - bis auf Drive Image XML, hier gibt er nur eine Anleitung für den Windows-Scheduler. Ferner sollte das Backup schnell laufen, Spitzenreiter sind True Image und Backup & Recovery. Aus dem Rahmen fällt O&O Disk Image, das gerade bei inkrementellen Zusicherungen extrem langsam wird.

Stichwort Zusicherung: Einen großen Datenbestand zu sichern, dauert lange. Deswegen verwenden die meisten Tools Zusicherungen. Für den Einsatz im privaten Umfeld kommen in erster Linie inkrementelle Backups infrage. Diese Zusicherungen füllen mit der Zeit jedoch die Festplatte, sodass es hin und wieder erforderlich ist, ein Backup zu konsolidieren, das heißt, zu einem Paket zusammenzuführen.

Hier gefiel uns am besten True Image, bei dem der Anwender von Anfang an individuelle Strategien anlegt, wie oft er Inkremente erstellen möchte und wann sie konsolidiert werden sollen. Das zeigt ihm das Tool in einer erhellenden grafischen Animation. Drive Image XML beherrscht inkrementelle Backups überhaupt nicht, Ghost nur bei Images, nicht bei Dateisicherungen. Problembehaftet sind sie bei Backup & Recovery von Paragon.

Denn das Tool macht inkrementelle Backups nur bei Dateisicherungen, bei Images hingegen differenzielle. Beim inkrementellen Datei-Backup kommt bei Paragon ein weiteres Problem hinzu: Es legt keine Hashwerte der Dateien an und sichert nur Dateien, die sich vom Datum oder der Größe her geändert haben.

Wenn der Anwender aber Metadaten von Mediendateien, etwa IPTC-Tags in Bildern oder MP3-Tags, geändert hat, so ändert sich das Datum der letzten Speicherung nicht. Backup & Recovery erkennt dies nicht und speicherte in unserem Test Bilder mit geänderten Schlagwörtern nicht im Inkrement. Wer sich viel Mühe im Verschlagworten von Bildern macht, geht hier baden.

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Sicher sichern

Weiter wichtige Funktionen betreffen Validierung, Komprimierung und Verschlüsselung. Mit der Validierung prüft der Anwender, ob ein Backup alles richtig enthält. Das kostet etwa noch mal so viel Zeit, wie die Erstellung, loht sich aber. Die Komprimierung spielt heutzutage weniger eine Rolle, da Festplattenplatz relativ billig geworden ist, trotz derzeit steigender Preise.

Und die Anwender verfügen zumeist über bereits hochkomprimierte Mediendateien wie MP3 oder JPEG, die sich nicht weiter schrumpfen lassen. Es reicht also, die einfache, auf Geschwindigkeit optimierte Kompression, die in erster Linie den Overhead der Backups ausgleicht. Im Test floss Kompression nur noch in die zeitliche Wertung.

Verschlüsselung kann sinnvoll sein, alle Kandidaten verwenden AES, bis auf Backup & Recovery (GOST 256) und Drive Image XML (keine Verschlüsselung). Mit True Image und Backup & Recovery kann der Anwender Backups zusätzlich in freien Bereichen der Platte verstecken.

Experten freuen sich über Funktionen wie sektorweise Images, bei denen das Backup-Tool die komplette Partition, auch nicht beschriebene Bereiche, eins zu eins kopiert. Das Ergebnis ist natürlich meist deutlich größer als ein Image der Daten.

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Bei Acronis gibt es ein Nonstop-Backup, das alle fünf Sekunden ein kleines Inkrement anlegt. Alle Kandidaten bieten ferner das Klonen von einer Platte auf die andere. True Image, Disk Image und Ghost verwandeln darüber hinaus Images in das Virtual-Harddrive-Format (.vhd) von Windows.

Dieses lässt sich auch mit der Virtual Box verwenden. Alle Tools bis auf Backup & Recovery beherrschen darüber hinaus das Mounten von Images in den Windows-Verzeichnisbaum. So lässt sich gezielt nach einzelnen Daten suchen und diese bei Bedarf aus der Sicherung herauskopieren.

Wertung im Test

Im Test bewerteten wir zu einem Drittel den Funktionsumfang und zu einem weiteren Drittel den beschriebenen Praxistest der Windows-7-Wiederherstellung. Je ein Sechstel zählten ferner die Geschwindigkeit und die Bedienung. Bei der Geschwindigkeit haben wir verschiedene Backups und Inkrements gemessen, bei verschiedenen Komprimierungsstufen.

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Eine gute Bedienung erkennt man an ausführlich erklärenden Assistenten und einem aufgabenorientierten Konzept der Nutzerführung. Ein Inkrement sollte sich beispielsweise in der Liste der vorhandenen Backups starten lassen. Erklärend animierte Grafiken, wie die bei True Image, sind dann das Tüpfelchen auf dem i.

Fazit

Acronis TrueImage überzeugt mit umfassender Funktionsfülle, übersichtlicher Gestaltung und aufgabenorientierter Benutzerführung. O&O Disk Image ist ebenso für alle Aufgaben gut gerüstet, unschön waren nur die lahme Geschwindigkeit und die umständlich anzulegende Boot-CD. Die Bedienung erfordert insgesamt etwas Know-how und ist eher für Experten geeignet.

Sehr gut gefallen hat uns im Prinzip auch Paragon Backup & Recovery inklusive Boot-CD, ärgerlich ist jedoch die unzureichende Unterstützung von inkrementellen Backups (s.o.). Norton Ghost wirkt etwas veraltet, aber technisch gut, bis auf die kleineren, aber lösbaren Probleme beim Wiederherstellen der Windows-7-Systempartition.

Die Freeware DriveImage XML eignet sich gut zum Datei-, weniger aber zum System-Backup, und inkrementelle Zusicherungen fehlen leider komplett.

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