HTC One, iPhone 5 & Co.

Vier Top-Smartphones im Test

iPhone 5, HTC One, Sony Xperia Z und Blackberry Z10 entfachen den Kampf um die Vorherrschaft im heiß umkämpften Smartphone-Markt. Cooles Design, klasse Funktionen und kernige Leistung zeichnen die Spitzengeräte aus. Wer in diesem spannenden Rennen schließlich als Sieger gekürt wird, verrät unser Test. Das Samsung Galaxy S4 traf leider nicht pünktlich ein.

Vergleichstest: Wir vergleichen HTC One, iPhone 5, Xperia Z und Blackberry Z10.

© Hersteller/Archiv

Vergleichstest: Wir vergleichen HTC One, iPhone 5, Xperia Z und Blackberry Z10.

Wir machen den Smartphone-Vergleichstest mit iPhone 5, HTC One, Blackberry Z10 und Sony Xperia Z. Der Smartphone-Boom ist ungebrochen, was angesichts von immer leistungsfähigeren Geräten, höheren Geschwindigkeiten und sinkenden Preisen im Mobilfunk nicht wirklich verwundert. So geht der Branchenverband Bitkom davon aus, dass in diesem Jahr in Deutschland vier von fünf verkauften Mobiltelefonen Smartphones sein werden. Der Absatz der Mobiltelefone steigt um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt sollen in Deutschland sagenhafte 28 Millionen Smartphones gekauft werden.

Weltweit sieht das nicht viel anders aus. So gingen im vergangenen Jahr laut den Marktforschern von IDC 712,6 Millionen Smartphones über den Ladentisch. Der große Gewinner und uneingeschränkt auf der Pole-Position ist dabei Samsung. Die Koreaner verzeichneten im vergangenen Jahr einen Rekordzuwachs von knapp 130 Prozent und verkauften 2012 weltweit nicht weniger als 218 Millionen Smartphones.

Einig sind sich die Analysten von IDC darin, dass der Grund für Samsungs Erfolg im konsequenten Ausbau der Galaxy-Reihe liegt. Mit mehreren ähnlich gestylten Modellen in verschiedenen Preissegmenten konnten die Koreaner überzeugen. So existieren neben ihrem Verkaufsschlager, dem Galaxy S3, gleich mehrere Modelle für die unterschiedlichen Zielgruppen und Geldbeutel.

Und weil Apples Kultphone langsam an Boden verliert, werden Gerüchte lauter, die noch in diesem Sommer ein Günstig-iPhone vermuten - beim iPad ist die Rechnung mit dem iPad mini schließlich auch aufgegangen. Aber nicht nur Samsung und Apple verstehen es, coole Smartphones herzustellen. 

Auch Hersteller wie HTC, Sony und Blackberry haben ihre Lektion gelernt und schicken sich an, die beiden Mächtigen vom Sockel zu stoßen. Die neuen Top-Modelle sehen nicht nur wirklich cool aus, vielmehr stecken auch sie voller erstklassiger Technik. Da den Sieger zu küren, fällt in der Tat schwer. Zumal sich Samsungs Flaggschiff durch sein spätes Erscheinen dem echten Test entzogen hat.

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iPhone 5, HTC One, Sony Xperia Z und Blackberry Z10 kämpfen um die Vorherrschaft im heiß umkämpften Smartphone-Markt. Wir machen den…

Das Zeug zum Sieger

Dabei hat das Galaxy S4 durchaus das Zeug zum Sieger, zumindest legt ein Blick auf Ausstattung und Funktionen diese Vermutung sehr nahe. Was bei Samsungs Neuem außerdem auffällt, sind die pfiffigen Funktionen und Apps, die das Alltagsleben mit dem Smartphone einfacher machen sollen und immer wichtiger werden. Bei den heutigen Hochleistungsgeräten spielen also Eigenschaften wie schneller, größer und leichter nicht mehr die entscheidende Rolle. 

Tipp - Lesen Sie hier nachträglich: Samsung Galaxy S4 im Test

Gleichwohl muss sich Samsungs Galaxy S4 technisch nicht hinter seinen Wettbewerbern verstecken. Schließlich haben es die koreanischen Entwickler geschafft, im neuen Top-Modell ein größeres Display, einen schnelleren Prozessor, einen größeren Akku und LTE einzubauen. Dabei wiegt das S4 sogar weniger als sein Vorgänger. Und dennoch sind die wesentlichen Änderungen zum Galaxy S3 bei intelligenten Funktionen wie der Gestensteuerung "Air Gesture" oder der Augensteuerung "Smart Pause" zu suchen.

Der eigentliche Gewinner

Bis Samsungs Galaxy S4 seine Fähigkeiten im Testlabor unter Beweis stellt, holt sich Sonys Xperia Z den ersten Platz. Das mag bei der illustren Konkurrenz von Apple, Blackberry und HTC ein wenig überraschend erscheinen. Und doch hat Sonys Highend-Gerät in vielen Bereichen die Nase vorn. Das Display des Xperia Z ist nicht nur beachtliche 5 Zoll groß, vielmehr überzeugt es mit seiner Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel), mit brillanten Farben und scharfer Darstellung. 

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Der 1,5 GHz schnelle Quad-Core-Prozessor sorgt für megaschnelles, ruckelfreies Arbeiten, sodass Spiele, Videos oder Surfausflüge unterwegs so richtig Spaß machen. Mit einem entsprechenden Vertrag lässt sich mit Sonys Flaggschiff auch der flotte Mobilfunkstandard LTE nutzen. Allerdings müssen Hobbyfotografen sich ein wenig in Geduld üben, wenn sie mit der 13-Megapixel-Kamera fotografieren wollen. Bis die App über den Startbildschirm gestartet ist, vergeht ein wenig Zeit.

Dafür bietet die Kamera reichlich Motivprogramme und macht recht gute Bilder. Bei schlechteren Lichtverhältnissen gerät aber auch diese Smartphone-Kamera an ihre Grenzen und zeigt deutliches Bildrauschen. Durchaus beachtlich ist aber die Akkuleistung des Xperia Z: Ohne Aufladen sind zwei Tage Akkulaufzeit (6:13h am Stück) locker drin. Erstaunlich gut sind außerdem Sound sowie Sende- und Empfangsleistung.

Wodurch sich Sonys Edel-Smartphone aber von der Konkurrenz abhebt, ist seine Strapazierfähigkeit dank IP55- und IP57-Zertifizierung. Alle Schnittstellen am Gehäuse sind abgedeckt und abgedichtet, sodass Spritzwasser oder Staub nicht in das Gerät eindringen können. Und der Fiberglas-Polyamid-Rahmen hält so manchen Sturz unbeschadet aus. Im Inneren des Xperia Z arbeitet wie beim Zweitplatzierten Android 4.1. Hinzugefügt hat Sony dabei sogenannte Small-Apps, über die Rechner oder etwa Notizen parallel zu anderen Anwendungen genutzt werden können.

Verdienter zweiter Platz

Auch HTC setzt auf eine eigene überarbeitete Android-Oberfläche. So präsentiert sich HTCs One mit der neuen Sense 5.0 und dem Startbildschirm mit dem sogenannten Blink Feed. Ein wenig erinnern die kleinen News-Fenster dabei an den Windows-Phone-8-Startscreen. Doch lassen sich Nachrichten oder Social-Media-Meldungen nicht so flexibel anpassen wie das bei Microsofts Kacheln der Fall ist.

Das Gerät selbst wirkt in seinem Unibody-Gehäuse aus Aluminium extrem edel. Wegen der leicht geschwungenen Rückseite und der nahtlosen Verarbeitung der verschiedenen Bauteile sieht HTCs One nicht nur megacool aus, es liegt auch sehr gut in der Hand. So durchdacht und stylisch das Outfit des HTC One auch sein mag, so treten auch Schwächen zutage.

12 wirklich nützliche Apps

Weil das Aluminiumgehäuse Mobilfunksignale abschirmt, sind Sende- und Empfangsleistung bei dem Top-Modell nicht wirklich erstklassig. Und ähnlich wie beim Xperia Z und bei Apples iPhone lässt sich auch bei HTCs Top-Smartphone der Akku nicht austauschen. Zudem ist wie beim iPhone ist auch keine Speichererweiterung vorgesehen. Wem die integrierten 32 GByte nicht reichen, kann allerdings zusätzliche 50 GByte Speicherplatz beim Cloud-Dienst Dropbox nutzen.

Pluspunkte sammelt HTCs Flaggschiff auf jeden Fall mit seinem 4,7 Zoll großen Full-HD-Display und mit seinem superschnellen 1,7-GHz-Quad-Core-Prozessor. Letzterer zeigt sich in Benchmarks rekordverdächtig. Dass er dabei auch noch besonders ressourcenschonend mit den Akkus umgeht, spiegelt sich in langen Laufzeiten wider. Fast sieben Stunden lang kann ordentlich telefoniert, gesurft oder gespielt werden.

Erstaunlich gut schneidet darüber hinaus auch die Kamera von HTCs One ab. Mit der neu entwickelten HTC Ultrapixel-Kamera haben sich die Taiwaner aus dem Rennen um mehr Megapixel verabschiedet und bieten einen 4-Megapixel-Sensor mit größeren Pixeln an. So ganz überzeugend sind die Bilder allerdings nicht. Verglichen mit der 13-Megapixel-Kamera von Sonys Xperia Z zeigt die HTC-Kamera gerade bei schlechteren Lichtverhältnissen deutliches Bildrauschen.

Dafür haucht die Kamera-Funktion Zoe den Bildern Leben ein und schießt in 3 Sekunden bis zu 20 Fotos. Daraus lassen sich quasi animierte Fotogalerien zusammenstellen.

Der geteilte dritte Platz

Und weil große Full-HD-Displays, pfeilschnelle Prozessoren und smarte Zusatzfunktionen bei den neuen Spitzensmartphones den Ton angeben, wundert es nicht, dass sich Apples iPhone 5 mit einem dritten Platz zufriedengeben muss. Ganz mithalten kann das Kultphone da nicht, schließlich ist es schon seit Herbst letzten Jahres auf dem Markt und Gerüchte um die nächste Gerätegeneration kochen im Internet hoch.

Was aber neben technischen Details nach wie vor für das Kultphone spricht, ist die gelungene Verschmelzung von Soft- und Hardware - mit all seinen Vor- und Nachteilen. So arbeitet das iPhone 5 nur mit einem Dual-Core-Prozessor, dennoch schlägt sich das iPhone auch im Vergleich mit den neuen Spitzenmodellen wacker und verteidigt tapfer seinen dritten Platz auch bei den Benchmarks.

Aktuelle Gerüchte zu Apple-Smartphones

Ein zügiges Arbeiten und ruckelfreies Videovergnügen sind mit dem iPhone 5 auf jeden Fall garantiert. Mit der 8-Megapixel-Kamera gelingen Fotos bei guten Lichtverhältnissen. Viele Einstellungsmöglichkeiten bietet die Knipse allerdings nicht.

Während Design, Verarbeitung und Bedienung keine Wünsche offenlassen, schwächelt das Kultphone beim Empfang und bei der Ausdauer - knapp fünf Stunden hält es durch. Den Überraschungssieg kann das Blackberry Z10 für sich verbuchen. Das neue Gerät der kanadischen Business-Phone-Schmiede überzeugt mit einer Top-Ausstattung, Design und vor allem mit dem Bedienkonzept des Betriebssystems Blackberry 10. Und weil das für eine Einhandbedienung ausgelegt ist, muss das Display nicht größer sein.

iPhone-Apps für Sportler

So lassen sich bei dem 4,2 Zoll großen Screen alle Bedienelemente gut erreichen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Steuerung allerdings schon. Wer sich damit anfreundet, tippt Texte schnell ein und beendet Programme mit lässigem Wegwischen. Absolut tadellos zeigt sich Blackberrys Smartphone bei Akustik und Funkeigenschaften. Dafür könnte der Akku ausdauernder sein - keine fünf Stunden hält er bei typischer Beanspruchung durch.

Ausser Konkurrenz: Galaxy S4

Mit großem Pomp wurde Samsungs neues Superphone der Weltöffentlichkeit vorgeführt. Dabei präsentiert sich das Galaxy S4 in fast unverändertem Design mit einem 5 Zoll großen Display, ist aber schlanker, schneller, schärfer als sein Vorgänger und verfügt über einen größeren Akku. Eine 13-Megapixel-Kamera ist ebenso an Bord wie LTE und natürlich NFC.

Außerdem sollen neue Funktionen das S4 zum treuen Gefährten in fast allen Lebenslagen machen. Dazu zählen Augen- und Gestensteuerung, der Simultanübersetzer S Translate oder der Fitnesstrainer S Health. Auf den ersten Blick hat das Top-Modell absolut das Potenzial zum Sieger. Seine Stärken muss das Galaxy S4 im Test aber noch unter Beweis stellen.

Samsung, www.samsung.de , Preis: 730 Euro

Experten-Meinung

Bei allen Smartphones im Test handelt es sich um Alleskönner, mit Spitzentechnik und smarten Funktionen. Sonys Xperia Z geht mit knappem Vorsprung als Sieger hervor, doch steht es zu vermuten, dass Samsungs Galaxy S4 den Sieger vom Treppchen stoßen wird. Aber selbst dann bleiben die Unterschiede zwischen den Top-Modellen eher gering.

So muss jeder abwägen, welche Ausstattungsmerkmale für ihn entscheidend sind. Ob es ein 5 Zoll großes Display, ein austauschbarer Akku oder ein bestimmtes Betriebssystem sein muss, hängt letztlich von den persönlichen Vorlieben ab. Auf jeden Fall steigen Ansprüche und Erwartungen auf das S4 und das neue iPhone.

Download: Tabelle

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