Testbericht

Gaming-Notebooks im Vergleich

Für aufwändige 3D-Spiele waren Notebooks bisher nur die zweite Wahl. Bei hoher Auflösung und vollen Details liefen die Spiele nicht mehr flüssig. Das soll bei den neuen Gaming-Notebooks anders sein. Wir stellen die aktuellen Boliden auf den Prüfstand.

Gaming-Notebooks im Vergleich

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Gaming-Notebooks im Vergleich

Der Bau eines guten Gaming-Notebooks ist so etwas Ähnliches wie die Quadratur des Kreises. Denn starke Prozessoren und Grafikchips haben die unangenehme Eigenschaft, unter voller Last eine Menge Wärme zu produzieren. Die voluminösen Kühlkörper bei Grafikkarten und Prozessorkühlern in leistungsstarken Desktop-PCs sind ein Beleg dafür.

In Notebooks ist für derart große Kühler schlicht kein Platz und zudem sollen sie ja auch noch eine gute Akkulaufzeit bieten. Daher arbeiten Notebook-Prozessoren immer mit einer niedrigeren Taktfrequenz als ihre Desktop-Geschwister und die Mobile-Grafikchips bestehen auf weniger Recheneinheiten als die Desktop-Varianten. Aus diesem Grund waren und sind Gaming-Notebooks immer langsamer als Gaming-PCs der gleichen Preisklasse. Die Frage ist also, ob die Leistung inzwischen trotzdem für anspruchsvolle aktuelle Spiele ausreicht.

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Seit einiger Zeit konzentriert sich MSI bei Notebooks vor allem auf den Gaming-Sektor. Das aktuelle Spitzenmodell ist das GT70 mit Nvidia GeForce GTX…

Core-i7-Prozessor in allen Testgeräten

Bei der Wahl des Prozessors herrscht bei allen sechs Herstellern der Gaming-Notebooks im Test eine seltene Einmütigkeit: Zum Einsatz kommt ein Intel Core i7-3610QM mit vier Kernen, Hyperthreading und 2,3 GHz Taktfrequenz. Im Turbo-Boost-Modus kann die Taktfrequenz kurzzeitig bis auf 3,3 GHz steigen. Die CPU gehört zur 22-Nanometer-Ivy-Bridge-Familie und damit zur dritten Generation von Intels Core-Prozessoren mit einer leistungsfähigeren HD-4000-Grafikeinheit.

Die integrierte GPU spielt bei den Gaming-Boliden im Test mittlerweile eine große Rolle, da alle Gaming-Notebooks im Test mit einer umschaltbaren Grafik aufwarten: Im normalen Desktop-Betrieb ist die sparsame Intel-GPU aktiv, bei Spielen oder GPU-Anwendungen der schnelle Grafikprozessor. Da man bei beiden Plattformen einzelnen Programmen auch manuell die Grafikeinheit der Wahl zuordnen kann, können bei Akkubetrieb Multimedia-Anwendungen oder weniger anspruchsvolle Spiele auch auf der Intel-GPU laufen.

Spielen nur mit Stromversorgung

Beim Spielen im Akkubetrieb ist das alte Gaming-Notebook-Dilemma wieder präsent. Denn ohne Strom aus der Steckdose senken die GPUs von AMD und Nvidia ihre Taktfrequenz automatisch so weit ab, dass an ein flüssiges Spielen aufwändiger Games bei Full-HD-Auflösung nicht mehr zu denken ist. Bei AMD-Chips kann man in den Treibersettings deren Leistung auch bei Batteriebetrieb auf Maximum stellen, allerdings ist der Stromspeicher dann nach maximal 45 Minuten erschöpft.

Wer aufwändige 3D-Shooter auch unterwegs genießen will, der tut gut daran, sich im Zug einen Sitzplatz mit Stromversorgung zu sichern. Auch Gewicht und Größe der Geräte setzen der Mobilität Schranken. Sie bringen zwischen 3,8 (Samsung) und 4,5 kg (Asus) auf die Waage. Alle sechs Gaming-Notebooks sind mit 17,3-Zoll-Full-HD-Displays ausgestattet. HDMI-Ausgänge, Blu-ray-Laufwerke, Cardreader und mehrere USB-3.0-Schnittstellen gehören bei allen Testkandidaten zur Grundausstattung.

Ratgeber: Stromfresser im Haushalt - So können Sie Strom sparen

Steam-Spiele nicht auf SSD

Samsung hat uns erklärt, dass man wegen der Online-Vertriebsplattform Steam ganz bewusst keine SSD im NP700G7C eingebaut habe, da Steam alle Spiele grundsätzlich auf der C-Partition ablege und eine SSD so bald komplett zulaufe. Mit dem kleinen Freeware-Tool Steam Mover könne man Steam-Verzeichnisse aber auf eine andere HDD verschieben.

Vergleichstest: Die besten SSDs im Test

Fazit: Spezialisten oder Alleskönner

Wenn vornehmlich hohe Frameraten bei Spielen im Vordergrund stehen, dann ist eines der Gaming-Notebooks von Alienware, One oder Schenker mit AMD-Grafik die erste Wahl. Das mit 1650 Euro vergleichweise günstige One M73-2N ist der Preistipp, es kann sogar mit einem Blu-ray-Brenner aufwarten. Alienwares M17x sieht spektakulär aus und ist qualitativ sehr gut, aber auch das teuerste Gerät im Test.

Der Sieger nach Punkten ist das GT70 von MSI. Es ist zwar bei Spielen langsamer, aber das beste Gesamtpaket mit sehr guter Ausstattung, einem superschnellem SSD-Raid und sehr guter Akkulaufzeit. Das Samsung verliert Punkte durch das fehlende SSD, das Asus durch die relativ langsame Grafik, die mit der 3D-Brille wenig Freude macht.

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