Schaltzentrale

NAS - Funktionsvielfalt

Ausstattung

In punkto Hardware-Ausstattung gibt es innerhalb des Testfeldes deutliche Unterschiede. Vorbildlich ist hier die Thecus, die neben sechs USB-Anschlüssen noch zwei eSATA-Ports bietet. Damit kann die NAS nochmals erheblich erweitert werden, denn Freigaben und Benutzerrechte finden auch bei USB- und eSATA-Datenträgern Anwendung. Fast ebenso reichlich ausgestattet ist die QNAP TurboNAS, die lediglich einen USB-Port weniger bietet.

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© PC Magazin

Seagate Black Amor NAS 440, 1200 Euro.

Magerkost bei den Schnittstellen bieten Buffalos LinkStation und Iomegas ReadyNAS. Letztere verfügt aber immerhin - wie die Geräte von Iomega, Netgear, QNAP, Seagate und Thecus - über zwei GBit-Ethernet-Anschlüsse. Durch Link Aggregation lassen sich beide Netzwerkanschlüsse bündeln, was vor allem beim gleichzeitigen Zugriff mehrerer Nutzer Geschwindigkeitsvorteile bringen kann.

Pro

  • 12-TByte-Festplatte
  • übersichtliche Menüs

Contra

  • niedrige Übertragungsrate

Allemal praktisch ist ein Status-Display, das über den momentanen Zustand der NAS Auskunft gibt und mit Informationen wie den Servernamen und der IP-Adresse zudem bei der Einrichtung hilft. Iomega, Netgear, Seagte und Thecus bieten diesen Luxus, wobei Netgear seiner NAS - im Gegesatz zu den drei anderen - unverständlicherweise keine Bedientasten zur Abfrage des Displays spendiert hat.

Dafür verfügt die Netgear-NAS - als einziges Gerät im Test - über ein integriertes Netzteil. Alle anderen müssen mit externen Netzteilen Vorlieb nehmen.

Oberflächliches

Alle sieben getesteten Geräte werden - ganz NAS-üblich - per Browser bedient. Es reicht die Eingabe des Servernamens bzw. der IP-Adresse in der Adresszeile eines Browsers Ihrer Wahl und schon kann es losgehen. Im Vergleich zu üblichen Server-Betriebssystemen auf Linux- oder Windows-Basis ist die Administration einer NAS recht simpel. Dennoch gibt es im Testfeld deutliche Unterschiede zwischen den Probanden.

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Buffalo LinkStation Pro Quad, 475 Euro.

Zum Teil nervig langsam und hakelig geht die Buffalo zu Werke. Zudem ist die Oberfläche nur wenig intuitiv gegliedert. Trotz ebenso magerer CPU-Power kann das die Seagate wesentlich besser. Ihre Menüs sind trotz großem Funktionsumfang übersichtlich und klar gegliedert.

Pro

  • 4-TByte-Festplatte

Contra

  • niedrige Übertragungsrate
  • wenig Schnittstellen
  • Bedienung nicht intuituv

Ebenso gut gefallen hat uns die Browser-Oberfläche von Synology - und auch die Macher von QNAP und Iomega haben sich offensichtlich Gedanken über eine intuitive Benutzerführung gemacht. Die Thecus fällt dagegen leicht ab. Benutzerrechte und Freigaben erschließen sich nicht sofort. Zudem müssen manche grundlegende Funktionen wie DNLA erst per Plug-in installiert werden.

Die Netgear ist an sich leicht zu bedienen, schwächelt aber bei der Benutzer- und Rechteverwaltung.

Funktionsvielfalt

Bis auf die etwas rudimentäre Buffalo überhäufen alle Geräte den ahnungslosen Benutzer mit unzähligen Zusatzfunktionen. Zum Guten Ton gehören inzwischen ein Web-Server für den Datenzugriff per Browser, Backup-Funktionen, DNLA sowie FTP.

Daneben bietet jedoch fast jedes Gerät eine unüberschaubare Anzahl von Funktionen zum Energiesparen, Auslagern von Dateien in die Cloud, Transcodieren von Multimediadateien, zum Drucken oder den Anschluss von Überwachungskameras. Vieles, was nicht von Anfang an installiert ist, lässt sich per Plug-in bzw. Modul nachinstallieren, so dass ein Vergleich aller Features schnell jeden Rahmen sprengen würde.

Erfreulicherweise kamen alle Geräte mit den grundlegenden Funktionen wie Netzwerkfreigaben, FTP- und Web-Server-Funktion sowie der Bereitstellung von Multimediadaten via DNLA problemlos zurecht. Lediglich bei Netgears ReadyNAS haben wir das Apple-Protokoll AFP vermisst, was jedoch aufgrund der SMB- und NFS-Unterstützung durch das Apples OS X kein Problem darstellen sollte.

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Genug Power für eine Eigenbau-NAS bietet das Gigabyte GA-E350, das bereits mit einer AMD-E350-CPU bestückt ist. Zur Glückseeligkeit braucht es dann noch Datenträger und Speicher sowie ein Gehäuse mit Netzteil.

Die NAS im Eigenbau

Mit etwas Geschick und Sportsgeist lässt sich eine leistungsfähige NAS auch selbst aufbauen. Die Hardware-Anforderungen halten sich dabei in Grenzen. Im Prinzip sind als Basis auch ältere PCs geeignet, die für den Desktop-Betrieb bereits etwas schwachbrüstig sind. Allerdings liegt es in der Natur einer NAS, möglichst rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen, so dass sich ältere, meist recht stromfressende CPUs schon bald auf der Stromrechnung bemerkbar machen.

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Ausreichend Rechenleistung bei gleichzeitig niedrigem Stromverbrauch bieten Boards mit Intels Dual-Core-Atom- bzw. AMDs E350-CPUs. Ebenso geeignet sind Boards mit Celerons der ULV-Baureihe. Für unsere Tests wählten wir ein µ-ATX-Board vom Typ Gigabyte GA-E350, das bereits mit einer AMD-E350-CPU bestückt ist, für rund 150 Euro.

Passende Gehäuse sind schon ab 50 Euro zu haben. Wer jedoch den echten NAS-Look haben will, muss länger suchen und tiefer in die Tasche greifen. So verlangt z.B. Chenbro für sein kompaktes NAS-Gehäuse ES34169 mit vier Hot-Swap-Einschüben für Festplatten und 120-Watt-Netzteil gut 120 Euro.

Rechenbeispiele

Rechnet man nochmal 25 Euro (2 GByte) bzw. 50 Euro (4 GByte) für Arbeitsspeicher hinzu, kostet so eine "selbstgestrickte" NAS im Profilook 250 bis 350 Euro - ohne Datenträger und Betriebssystem. Letzteres kann man für lau aus dem Internet laden. Ein bekannter Vertreter freier NAS-Betriebssysteme ist das vor Kurzem in der Version 8.0 erschienen FreeNAS, auf FreeBSD-Basis.

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Das Windows Homeserver-Dashboard ist übersichtlich und leicht verständlich, die Server-Installation ist dennoch nicht ganz ohne.

Beachtenswert ist zudem Nexentastor, das auf OpenSolaris basiert und in einer 18 TByte Plattenkapazität limitierten Community Edition erhältlich ist. Beide Betriebssystem finden Sie auf der Heft-CD.

In unseren Test überzeugten beide freien Betriebssysteme mit ordentlicher Performance, die den schnellsten NAS-Systme im Test in nichts nachstehen.

Wenig komfortabel ist die Benutzerverwaltung von FreeNAS. Die Web-Oberfläche erlaubt lediglich rudimentäre Einstellungen. Tiefer gehende Rechtevergaben müssen per Befehlszeile vorgenommen werden. Hier zeigt sich Nexentastor deutlich fortschrittlicher.

Deutlich schicker und ausbaufähiger ist Microsofts Homeserver 2011, den wir auf dem gleichen System installiert haben. Allerdings ist das System auch deutlich mächtiger - was sich nicht zuletzt bei der Installation zeigt - und mit Prozesoren der Atom-Klasse nicht unbedingt übermotorisiert. Mit unserem E350-Testsystem erreichte es trotzdem volle GBit-Ethernet-Performance.

Fazit

Dürfte man sich das ideale Gerät aus den sieben Kandidaten zusammenbasteln, würde es den Stromverbrauch der Iomega, die Bedienung der QNAP, die Leistung der Synologie sowie die Ausstattung der Thecus auf sich vereinen.

So aber gewinnt die Thecus hauchdünn, die zudem auch bei der Preis-Leistungs-Wertung ganz vorne liegt. Eine flotte 4-Bay-NAS mit allen drum und dran für knapp unter 500 ist für all jene, die nicht in die tiefen der Server-Administration einsteigen wollen, ein verlockendes Angebot.

Kaufberatung: Die besten Netzwerkfestplatten

Die QNAP TurboNAS muss sich hauchdünn geschlagen geben. Sie überzeugt mit guter Leistung, reichlicher Ausstattung und der besten Benutzerführung. Eine gute Wahl ist auch die Synology DiskStation, die vor allem mit flotten Tempo und guter Bedienbarkeit punktet.

Der Marktführer Netgear muss da schon etwas abreißen lassen. Trotz schneller Hardware erreicht die ReadyNAS nicht die Performance-Werte der anderen Atom-Kandidaten. Zudem zeigt sie ein paar Schwächen bei der Benutzer- und Rechteverwaltung.

Iomegas StoreCenter darf sich rühmen, sich trotz des Malus' der langsamen Marvel-Hardware achtbar aus der Affäre gezogen zu haben. Ihre Übertragungsleistung liegt noch auf erträglichem Niveau - Bedienung und Ausstattung lassen keine Wünsche aufkommen. Beim Preis von 869 sind 8 TByte an Board, von denen im empfehlenswerten RAID-5-Betrieb immerhin 5,4 TByte nutzbar sind. Platz bietet die Seagte Black Amor reichlich. 12 TByte - 8,2 TByte davon bleiben im RAID-5-Betrieb übrig - reichen selbst so manchen mittelständischen Unternehmen.

Allein sie zu füllen ist auf Grund der indiskutabel langsamen Übertragungsrate fast nicht möglich. Da hilft der Seagte auch die reichhaltige Ausstattung und die sehr gute Bedienung nicht aus der Patsche, zumal der Straßenpreis von 1200 Euro nicht gerade als Schnäppchen durchgeht. Bleibt noch die Buffalo. Sie kann in keiner Disziplin wirklich überzeugen und belegt folgerichtig den letzten Platz.

Download: Tabelle

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