Vergleichstest

Fünf Netzwerk-Festplatten im Vergleich

Netzwerk-Festplatten versorgen Fernseher, Player und Receiver mit Videos, Musik und Fotos. Wir haben fünf attraktive Modelle - vom Einsteiger- bis zum Premium-Modell - getestet.

Netzwerk-Festplatten

© Western Digital

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Auch wenn erst jetzt das Streamen von Medien zunehmend Fans findet, gibt es Netzwerk-Festplatten schon lange. Bereits seit Jahren kommen sie in Firmen zum Einsatz: als zentraler Speicherort für Daten und deren Sicherung. Selbst heute noch richten sich viele Netzwerk-Festplatten primär an Unternehmen, Büros und leidenschaftliche Heimnetzwerker.

Das Bereitstellen von Medien im Heimnetz ist nur eine Funktion von vielen. Wer sich also die teuerste NAS (Network Attached Storage) zulegt, mag deshalb ein Produkt erhalten, das für ein Firmennetz top ausgestattet ist, aber vielleicht beim Medien-Streaming versagt.

10 Tipps zum Kauf von Netzwerk-Festplatten

Wir haben uns fünf NAS-Systeme von der Einstiegs-bis zur Premium-Klasse angeschaut, um die Fragen zu beantworten: Wie viel müssen Sie für eine geeignete Festplatte investieren, welche Funktionen erhalten Sie dafür und worauf müssen Sie achten?

Bildergalerie

Buffalo LinkStation pro
Galerie

Buffalo LinkStation Pro: Kompetent und kompakt

Pro

  • einfache Bedienung, kompakte Bauform

Contra

  • UPnP-Server unterstützt kein AVCHD und ist nicht konfigurierbar

Buffalos LinkStation Pro ist ein NAS-System von der Größe eines dickeren DIN-A5-Buches. Darin steckt neben einer 2-TByte-Festplatte genügend Rechenkraft, um die wichtigsten Server-Aufgaben zu übernehmen. Die Speicherkapazität lässt sich sogar erweitern über eine angeschlossene USB-Festplatte.

Die LinkStation Pro ist gedacht für Einsteiger, denn die Konfiguration erfordert nicht viel Vorwissen. Dafür erlaubt sie dem Experten nur begrenzt Eingriffe für individuelle Einstellungen, etwa um den UPnP-Server anzupassen. Er kann weder festlegen, in welchem Ordner sich die Medien befinden, noch die Sortierung bestimmen.

In ihrer Funktion als UPnP-Server überzeugt die LinkStation Pro, wenngleich sich Hobbyfilmer über die Unterstützung von AVCHD-Videos (MTS-Dateien) freuen würden. Für den Fernzugriff auf Videos, Filme und Musik ist die Smartphone App WebAccess i gratis verfügbar, zur NAS-Konfiguration dient der SP Navigator.

LG N4B2: Tausend Talente

LG N4B2

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller, Archiv

Eine Tür versteckt bei der LG N4B2 die vier Festplatten-Einschübe. Geht im RAID-1- oder -5-Modus eine Festplatte kaputt, kann sie im laufenden Betrieb gewechselt werden, ohne dass Daten verloren gehen (genannt "Hot Swap").

Die LG N4B2 zählt zur Premium-Klasse unter den NAS-Systemen. Mit einer Höhe von 30 cm und einem Gewicht von 10 kg vermittelt sie auch sofort diesen Eindruck. Mitverantwortlich für dieses opulente Auftreten sind die vier Festplatten im Inneren, die je 1 TByte Speicher bieten.

In der ausgelieferten RAID-5-Konfiguration, die eine hohe Datensicherheit mit schnellen Transferraten erlaubt, ergibt das 2,65 TByte verfügbarer Speicher. Sollte der Speicher irgendwann knapp werden, lassen sich dank des eingebauten Blu-ray-Brenners Daten auf Disc auslagern. Soll wiederum eine Sicherungskopie einer Scheibe angelegt werden, genügen drei Tastendrucke an der Vorderseite.

HD-Stream und mobile Geräte

Als UPnP-Server konnte die LG N4B2 ihre sonst glänzende Vorstellung nicht fortsetzen. Sie unterstützt zwar die gängigsten Medienformate, der Nutzer kann jedoch mit einem Player das Medienarchiv nicht nach Ordnern durchsuchen. Auch ist es etwas umständlich, Musikstücke auszuwählen.

Netgear ReadyNAS Ultra 2 Plus: Starker Server

Auch wenn die ReadyNAS Ultra 2 Plus mit einem Straßenpreis von 319 Euro zur High Performance-Linie von Netgear gehört, bleibt sie auch für Laien bedienbar. Dank gebührt dem Setup-Assistenten, der den Nutzer durch die wichtigsten Einstellungen führt. Spezialisten können jedoch auch weiter reichende Einstellungen vornehmen.

Netgear Ultra 2 Plus

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller, Archiv

Einstellungen am NAS lassen sich über den Web-Browser vornehmen. Dazu zählt auch die Konfiguration des UPnP-Servers. Bei der Netgear Ultra 2 Plus kann der Nutzer etwa festlegen, in welchen Ordnern sich Videos, Bilder und Musik befinden.

Reicht der Funktionsumfang nicht aus, können zum Teil auch Add-ons installiert werden. Dadurch lernt das NAS etwa, Videoformate in Echtzeit zu transcodieren, falls ein UPnP-Client sie nicht versteht. Die Netzwerk-Festplatte bietet ihm alles an außer etwa ISOs von Discs und Fotos im BMP- oder GIF-Format.

Negativ fällt dagegen die vordefinierte Ordner-Struktur des UPnP-Servers auf, die in englischer Sprache verfasst ist und sich nicht anpassen lässt. Dafür punktet die Netgear-Festplatte mit ihren hohen Übertragungsraten und ihren Sicherungsmöglichkeiten. Über Ready-NAS Vault lassen sich Daten beispielsweise online sichern.

Außerdem können Nutzer über Ready-NAS Remote von überall auf ihre Netzwerk-Festplatte zugreifen. Installiert man die Software auf einem Computer, lassen sich Daten über den Datei-Explorer bequem auf die Festplatte schieben oder von dort wiedergeben. Auch für Mobilgeräte gibt es eine entsprechende App.

Synology DiskStation DS212j: Cleverer Könner

Trotz des geringen Preises von 180 Euro ist die Synology DiskStation DS212j ein wahres Multitalent, wenn es um das Bereitstellen von Medien geht. Zwar ist die Betaversion des brandneuen Diskstation Managers DSM 4.0 noch nicht ganz ausgereift. So muss man etwa, um AVI-Videos im Heimnetz bereitzustellen, den entsprechenden Eintrag aus den Benutzerdefinierten MIME-Typen löschen. Jedoch lassen sich in diesem Testfeld an der Synology die umfangreichsten Einstellungen am UPnP-Server vornehmen.

Synology Diskstation DS212j

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller, Archiv

In die Synology Diskstation DS212j muss der Nutzer die Festplatten selbst einbauen. Mit einem Schraubenzieher bewaffnet ist das aber auch schnell erledigt.

Der Nutzer hat etwa die Möglichkeit, Musik im FLAC-, AAC-, OGG- oder AIFF-Format in Echtzeit transcodieren zu lassen. Um all diese Funktionen zu nutzen, muss zuvor die Media Station aus dem Paket-Zentrum installiert werden, in der sich noch viele weitere attraktive Add-ons befinden: etwa die Photo Station, über die der Nutzer Fotos und Videos ins Web hochladen und dadurch überall abrufen kann. Negativ fällt nur das etwas billig wirkende Gehäuse aus Kunststoff auf.

Western Digital My Book Live: Maximaler Minimalismus

Western Digital beschränkt sich bei der My Book Live auf die wichtigsten Eigenschaften einer NAS: auf das Sichern und Bereitstellen von Daten im Netzwerk. An der Netzwerk-Festplatte im Buch-Format und -Design findet man deshalb nur den Anschluss für Strom und eine LAN-Buchse. An der Vorderseite zeigt eine LED den Status des Speichers an. Mehr braucht es in vielen Fällen auch nicht. Inhalte gelangen vom Computer über das Heimnetz auf die Platte.

Paket-Zentrum

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller, Archiv

Über das Paket-Zentrum lassen sich zusätzliche Dienste installieren. Gleichzeitig kann der Nutzer stets die Auslastung des NAS im Blick behalten.

Medien werden über den erstklassigen TwonkyMedia-Server angeboten. Leider fehlen die Konfigurationsmöglichkeiten der Version für den Computer. Auch sonst sind die Einstellmöglichkeiten eingeschränkt, was Vernetzungsneulingen aber mehr helfen als schaden wird.

So empfangen Sie Fernsehen am Computer

Ein Nachteil ist jedoch, dass mit unserer getesteten Firmware-Version Deutsch als Sprache für das Web-Menü nicht auswählbar war. Um auf Daten von unterwegs zugreifen zu können, liefert Western Digital die beiden hilfreichen Apps WD2go und WD Photos.

Alles dabei mit Smartphone-Apps

Alle fünf NAS-Systeme in diesem Testfeld bieten Apps für Smartphones und Tablet-PCs, um überall auf seine Medien zuzugreifen. Die Daten sind also online immer erreichbar. Darum hat man mit dem Kauf eines NAS gewissermaßen seine eigene kleine Cloud erschaffen.

Die Verbindung per Smartphone klappt zuverlässig. In der App DS Audio von Synology gibt der Nutzer etwa die IP-Adresse des Servers ein und meldet sich mit seinen Nutzerdaten an. Danach kann er durch seine Musik stöbern, als ob sie sich direkt auf seinem Mobilgerät befinden würde. Aber Vorsicht: Zu langes Hören via mobiles Internet wird schnell teuer oder reizt die Internet-Flatrate aus.

Fazit

Es muss nicht die teuerste Netzwerk-Festplatte sein für sorgenfreies Medien-Streaming im Heimnetz. Auch günstige Modelle wie die Synology DS212j bieten alle Annehmlichkeiten und sind dazu noch Stromsparer.

Tabellen mit Messdaten und Ergebnissen

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