Vergleichstest

Fünf Micro-Subwoofer im Test

Für die richtige Würze bei Musik oder Heimkino sorgen meist große Subwoofer. Doch was die fünf kleinen Bass-Würfel im Test leisteten, grenzt fast schon an Zauberei. Im Testlabor: B&W ASW608, Canton Sub 600, Heco Phalanx Micro 200A, PSB HD8 und Sunfire HRS-8.

Micro-Subwoofer

© Hersteller/Archiv

Micro-Subwoofer im Test

3 Subwoofer bis 550 Euro

  • B&W ASW608 (450 Euro)
  • Canton Sub 600 (500 Euro)
  • Heco Phalanx Micro 200A (550 Euro)
2 Subwoofer bis 1.100 Euro
  • PSB HD8 (1.100 Euro)
  • Sunfire HRS-8 (850 Euro)

Wir haben fünf Micro-Subwoofer im Testlabor: B&W ASW608, Canton Sub 600, Heco Phalanx Micro 200A, PSB HD8 und Sunfire HRS-8. In vielen Spielfilmen werden fast unhörbare, aber spürbare tiefe Tonlagen verwendet, um dramatische oder gruselige Szenen akustisch zu untermalen. Hier kommt der Subwoofer zum Einsatz. Tiefdruckhilfen sind aufgrund ihrer Physis immer ein notwendiges Übel. Wer möchte seinen Wohnraum schon gerne mit 50 bis 100 Liter großen Kisten vollstellen? Leider erfordern aber eine tiefe untere Grenzfrequenz und ein hoher Schalldruckpegel große Bassbehausungen.

Dazu eine kleine Rechnung: Gehen wir davon aus, wir möchten einen Ton von 50 Hertz mit einem Schalldruck von 100 Dezibel wiedergeben. Während ein 18er-Chassis dafür einen Hub von etwa plus/minus einem Zentimeter benötigt, bewegt sich ein 38er-Bassist hier lediglich zwei Millimeter vor und zurück. Nun halbieren wir die Frequenz. Das heißt: Wir möchten einen Ton von 25 Hertz mit diesem Schalldruck wiedergeben.

Das 18er-Chassis müsste theoretisch nun einen maximalen Hub von 8,6 Zentimetern schaffen, während der 38er-Bassist gerade mal eine maximale Strecke von 1,5 Zentimetern zurücklegt. Und 100 Dezibel sind schnell erreicht. Dieses Rechenbeispiel zeigt deutlich, dass im Tiefbass eigene Gesetze gelten und Hub mal Fläche gefragt ist. Das Beispiel zeigt aber auch: Wenn der mögliche Hub groß genug ist, darf auch ein kleiner Subwoofer für die nötige Tiefenwirkung sorgen.

Micro-Subwoofer im Vergleichstest

Alle Probanden im Test weisen lediglich ein Bruttovolumen von etwa 16 (Sunfire) bis 26 Litern (Canton) auf. Ein Format, das im Wohnraum unauffällig zu integrieren ist. Wir haben uns einmal angeschaut, wie tief und wie laut respektive wie gut diese Kleinode ihre Arbeit machen.

Bildergalerie

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Galerie

+ bis zum Maximalpegel sauber spielender kleiner Subwoofer - etwas wenig Tiefgang und PegelfestigkeitGesamtwertung: gut 71 %Preis/Leistung: sehr gut

Testsieger bis 550 Euro: B&W ASW608 (450 Euro)

100 Dezibel Maximalpegel und 27 Hertz untere Grenzfrequenz sind für einen Basswürfel dieser Größe hervorragend. In Sachen Tiefgang ist der ASW608 Klassenbester. Besonders sinnvoll sind die Kombinationsmöglichkeiten der EQ- und Bass-Extension-Schalterstellungen. Etwaige durch die Raumakustik verursachte Bassprobleme lassen sich so weitestgehend umschiffen. Hier lesen Sie den vollständigen Test zum B&W ASW608.

Canton Sub 600 (500 Euro)

Der Canton SUB 600 spielt unauffällig gut. Er macht keine Nebengeräusche, bis zum Maximalpegel sind dank des Limiters keine Verzerrungen hörbar, und er intoniert zwar nicht sehr tief, aber sauber. Mit 40 Hertz unterer Grenzfrequenz und 101 Dezibel maximalem Schalldruck bietet der Würfel aus dem Taunus eine gute Ergänzung für Heimkino- und Musikanwendungen gleichermaßen. Mehr lesen Sie im Test zum Canton Sub 600.

Heco Phalanx Micro 200A (550 Euro)

In puncto Nebengeräuschen liegt der Micro auf Platz zwei. Die Limiterschaltung ist offensichtlich sauber ausgelegt, sodass selbst bei hohen Pegeln - und das sind satte 106 Dezibel im Maximum - keine nennenswerten Störgeräusche oder Verzerrungen wahrnehmbar sind. Hier finden Sie den vollständigen Test zum Heco Phalanx Micro 200A.

Testsieger bis 1.100 Euro: Sunfire HR S-8 (850 Euro)

Im Heimkino steht die gesamte Bandbreite bis 20 Hertz zur Verfügung, um alle über den 1-Kanal wiederzugebenden tieffrequenten Spezialeffekte mit angemessenem Pegel darzustellen. Das heißt: Mit dem Sunfire HRS-8 erwerben Sie einen Mini-Subwoofer, der alles rüberbringt, was die Quelle hergibt. Damit ist der Amerikaner unser Testsieger. Den vollständigen Test zum Sunfire HR S-8 lesen Sie hier.

PSB HD8 (1.100 Euro)

Im Hörtest zeigte der Kanadier ordentlichen Tiefgang mit guter Pegelfestigkeit. Der Bass spielt bis 37 Hertz hinunter und schafft Pegel von 103 Dezibel. Die minimale Überhöhung unterhalb 50 Hertz fiel nicht negativ auf. Im Gegenteil: Insbesondere im Heimkinobetrieb unterstützt dieser leichte Pegelzuwachs den imposanten, mächtigen Klangeindruck bei spektakulären Sound-Effekten - ein überzeugendes "Druckmittel" aus Kanada. Hier geht's zum Test des PSB HD8.

Fazit

Das gefällt mir: Alle Mini-Subwoofer liefern mehr, als man von ihnen erwartet. In jedem Fall sitzt man basserstaunt im Hörraum, wenn man angesichts der Größe das Tieftonfundament goutiert. In kleinen bis mittleren Räumen überzeugen die Basswürfel durch erwachsenes Potenzial.

Doch Subwoofer im Mini-Format zu konstruieren, die bis nahezu 20 Hertz hinunter mit angemessenem Schalldruck intonieren, gehört schon fast zur Zauberei. B&Ws Bassist, aber allen voran der Sunfire-Woofer zeigen, wie es geht. Nur wer die Chassis- und Verstärkertechnik sowie das Zusammenspiel beherrscht, kann solche Zauberwürfel bauen.

Download: Tabelle

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