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E-Mail: Anbieter im Test - GMX vs. Web.de, T-Online und Co.

Jeder zweite Deutsche hat eine E-Mail-Adresse von GMX oder Web.de, jeder zehnte von T-Online. Sind das die besten Anbieter? Unser Test - mit Überraschungen.

Briefkasten

© maymak / shutterstock.com

​Welcher Mail-Anbieter ist der beste? Unser Vergleichstest!

Man könnte meinen, Facebook, Twitter und WhatsApp würden E-Mail überflüssig machen. Aktuelle Zahlen beweisen allerdings das Gegenteil. Jeden Tag werden 215 Milliarden E-Mails auf der Welt verschickt, ein Viertel davon sind private Nachrichten. 2017 sollen es schon 225 Milliarden E-Mails sein, für 2018 werden 235 Milliarden prognostiziert. Zum Vergleich: Facebook nutzen 1,8 Milliarden Menschen, über Twitter werden täglich etwa 500 Millionen Kurznachrichten verbreitet​.

Während Unternehmen meist eigene Domains für E-Mail verwenden, bevorzugen viele Privatanwender Webmail-Dienste. Einheimische Anbieter sind in Deutschland beliebter als internationale Dienste: Jeder zweite Deutsche hat eine E-Mail-Adresse von GMX oder Web.de, mehr als zehn Prozent der Bundesbürger erledigen ihre elektronische Post über T-Online.​

Webmail muss nicht kostenlos sein – Premium-Dienste bieten viele Extras

Die meisten Anwender nutzen die kostenlosen Angebote der Webmailer, aber auch die kostenpflichtigen Varianten sind populär. Daher vergleichen wir die Webmail-Dienste mit dem größten Funktionsumfang – unabhängig davon, ob es sich um Bezahl- oder Gratis-Angebote handelt. Für viele Nutzer spielen die zahlreichen Extras der Webmail-Dienste eine große Rolle – vom Speicherplatz für Dateien über Online-Office bis hin zum SMS- und Fax-Versand. Daher erhalten sie in unserem Test eine größere Gewichtung als in anderen Vergleichen.

Es treten kostenpflichtige Webmail-Dienste aus Deutschland, nämlich Premium-Tarife von Emailn.de, GMX, Mail.de, StartMail, T-Online und Web.de, gegen die kostenlosen internationalen Dienste Gmail (von Google), Outlook.com (von Microsoft) und Yahoo Mail an. Um Ihnen zusätzlich den Vergleich der kostenpflichtigen Tarife mit den Gratis- Varianten der deutschen Anbieter zu ermöglichen, haben wir in der folgenden Tabelle alle Funktionen mit einem Sternchen gekennzeichnet, die sich in den kostenlosen Versionen ändern oder wegfallen. Lediglich StartMail bietet keinen kostenlosen Webmail-Dienst an.

GMX Startseite

© Screenshot WEKA / PC Magazin

GMX glänzt mit einem übersichtlichen Posteingang und vielen nützlichen Funktionen.

Speicherplatz: Genug für E-Mails, aber nicht immer für Dateien 

Viele Webmail-Dienste werben mit der Größe des Speicherplatzes für E-Mails. Doch er ist kein alleiniges Kriterium. Alle getesteten Dienste bieten genügend Speicherplatz für E-Mails, wenngleich es Unterschiede gibt. Google startete sein Angebot Gmail im Jahr 2004 mit einem GByte Speicherplatz – damals eine Sensation. Heute bietet Gmail 15 GByte für E-Mails und Dateien und ist damit eher schwach ausgestattet. Beim Testsieger Mail.de gibt es im Tarif Powermail gar kein Speicherplatzlimit für E-Mails – genau wie bei Outlook.com, dem Nachfolger von Microsoft Hotmail und Live. Auch Emailn.de und Web.de begrenzen den Speicherplatz für E-Mails nicht, sofern sich der Kunde für die Tarife Emailn All in One oder Web.de Club entscheidet. Selbst das ganze TByte Speicherplatz für E-Mails, das Yahoo Mail bietet, dürfte kaum auszureizen sein.​

Anders sieht es beim Speicherplatz für Dateien aus. Kommt eine E-Mail mit einem Dateianhang an, belegt sie den E-Mail-Speicher. Bei Bedarf lässt sich der Anhang in den Dateienspeicher verschieben, die E-Mail kann gelöscht oder archiviert werden. Beim Testsieger Mail.de ist der Speicherplatz für Dateien prinzipiell unbegrenzt: Man startet mit 10 GByte, und bei Bedarf kommen jeden Monat weitere 10 GByte Speicherplatz hinzu. GMX bietet dagegen nur 10 GByte Dateispeicher. Die Nummer eins in Sachen Speicherplatz ist T-Online: Im getesteten Tarif Mail & Cloud L stehen 100 GByte für Dateien zur Verfügung. Microsoft und Yahoo haben eine etwas andere Herangehensweise: Sie erlauben es dem Nutzer, ihre Cloud-Dienste OneDrive beziehungsweise Dropbox mit dem E-Mail-Konto zu verbinden, sodass sich dort E-Mail-Anhänge und andere Dateien speichern lassen. Für OneDrive und Dropbox können allerdings Kosten anfallen – je nachdem, für welches Tarifmodell sich der Kunde entscheidet.​

Mail.de Nachrichten

© Screenshot WEKA / PC Magazin

Der Testsieger Mail.de wirkt gegenüber GMX etwas altbackener, überholt GMX aber in Sachen Speicherplatz und Dateifunktionen.

Google unterscheidet nicht zwischen Speicherplatz für E-Mails und Dateien. Sollten die kostenlosen 15 GByte Speicherplatz aufgebraucht sein, gibt es mehr gegen Gebühr. Für 1,99 US-Dollar monatlich erhält der Kunde 100 GByte Speicherplatz, für 9,99 US-Dollar im Monat ein ganzes TByte. StartMail bietet keinen zusätzlichen Speicherplatz für Dateien – das kostet Punkte. Die maximale Größe für Dateianhänge entscheidet darüber, ob sich bestimmte Dateien verschicken und empfangen lassen. Der Testsieger Mail.de, der Preis-Leistungs-Sieger emailn.de und Web.de erlauben großzügige Dateianhänge bis 100 MByte. Bei Gmail und StartMail sind dagegen nur 25 MByte drin – das reicht womöglich nicht für alle Fälle. Beispielsweise kann ein per Vollformatkamera aufgenommenes Digitalfoto mehr als 25 MByte groß sein.​

Microsoft und Yahoo begrenzen Dateianhänge ebenfalls auf 25 MByte, haben sich jedoch eine Lösung für größere Dateien ausgedacht: Diese landen in OneDrive oder Dropbox, während in die E-Mail automatisch ein Download-Link eingefügt wird. Wer Dateianhänge online bearbeiten will, sollte sich für Outlook.com oder Gmail entscheiden. Microsofts Webmail-Dienst Outlook.com ist eng mit Office 365 verzahnt. Wer etwa ein Abonnement von Office 365 Home oder Office 365 Personal abschließt, kann per Mail erhaltene Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien im Browser bearbeiten. Google verknüpft Gmail mit seinem Online-Speicher Google Drive und dem kostenlosen Online-Office Google Docs.​

Eine oder viele E-Mail-Adressen? 

Kunden von T-Online Mail & Cloud L erhalten 50 E-Mail-Adressen, bei GMX Top Mail gibt es 50 GMX-Adressen und dazu 20 Fun-Domains wie ist-einmalig.de oder partyheld.de. Selten brauchen einzelne Anwender so viele E-Mail-Adressen. Aliase, universell einsetzbare Stellvertreter-Adressen für die Hauptadresse(n), sind dagegen sehr nützlich. Wenn man seine Adresse nicht preisgeben will, benutzt man einfach einen Alias. Gmail und Yahoo begrenzen​ die Anzahl möglicher Aliase nicht – das ist sehr gut. Zusätzlich bietet Yahoo noch sogenannte Wegwerf-Adressen an: Das sind spezielle Adressen, die sich nach Verwendung sofort löschen lassen. Microsoft liefert zu jeder Adresse bis zu zehn Aliase, die sich aber nur einmal pro Jahr ändern lassen.​

StartMail: Sicherheit dank PGP 

Das Konzept von StartMail setzt voraus, dass jeder Nutzer eine eigene feste E-Mail-Adresse besitzt. Aliase gibt es dennoch. StartMail Persönlich verschlüsselt alle Nachrichten mit dem PGP-Verfahren und sorgt so für besonders sichere Kommunikation. Leider fehlen dem Dienst andere Leistungsmerkmale, wodurch er auf dem letzten Platz im Vergleich landet.​

Lesetipp: E-Mails mit OpenPGP und mehr sicher verschlüsseln

E-Mail made in Germany 

Die kostenpflichtigen Angebote von GMX, Web.de und T-Online verdanken ihr gutes Abschneiden im Test Extras wie dem SMS- und MMS-Versand, aber auch zwei Sicherheitsaspekten: E-Mail made in Germany und De-Mail. E-Mail made in Germany ist eine gemeinsame Initiative der Provider 1&1, Deutsche Telekom/T-Online, Freenet, GMX, STRATO und Web.de, die sich verpflichtet haben, hohe Sicherheitsstandards einzuhalten. Sie garantieren, dass Daten ausschließlich in Deutschland gespeichert und dabei deutsche Datenschutzstandards eingehalten werden. Dabei nutzen sie nach eigenen Angaben nur Rechenzentren in Deutschland, die mit modernster Sicherheitstechnik ausgestattet sind. Damit Anwender E-Mail made in Germany auf Anhieb erkennen, kennzeichnen die Websites und mobilen Apps alle untereinander zugestellten E-Mails mit einem Gütesiegel. Daten zwischen den Diensten werden immer verschlüsselt übertragen.​

Noch sicherer ist das Verfahren De-Mail, das die Testkandidaten GMX, Web.de und T-Online anbieten. Das rechtsverbindliche System garantiert nachweisliche und vertrauliche Online-Kommunikation. Absender und Empfänger von De-Mails sind eindeutig identifizierbar. Wer eine De-Mail-Adresse reserviert, muss sich ausweisen. Am einfachsten geht das mit einem elektronischen Personalausweis mit eID-Funktion. Mit der eID-Funktion erfolgt auch die sichere Anmeldung am De-Mail-Konto. Sie ist vom Gesetzgeber als Standard vorgesehen und wird für die meisten Versandoptionen von De-Mail benötigt. Wer keinen Personalausweis mit eID-Funktion hat, kann De-Mail nur begrenzt nutzen.

 In der folgenden Galerie sehen Sie die Ergebnisse unseres Vergleichs und die Bewertungen für die Anbieter.

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Hier sehen Sie, wie E-Mail-Anbieter wie GMX, Web, T-Online und mehr in unserem Vergleichstest abgeschnitten haben.

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