Kindle, Kobo, Tolino & Co.

5 E-Book-Reader im Vergleichstest

Kindle Paperwhite, Kobo Aura H2O, Tolino Vision, Pocketbook Sense und Icarus Illumina: Welcher E-Book-Reader beim Schmökern die Nase vorn hat, zeigt unser Vergleichstest.

Kindle Paperwhite

© Amazon

Kindle Paperwhite

Im Vergleichstest treten E-Book-Reader von Amazon, Kobo, Tolino, Pocketbook und Icarus gegeneinander an. E-Book-Reader (kurz E-Reader) bleiben bei Bücherwürmern weiterhin das beliebteste Lesegerät, auch wenn elektronische Bücher auch auf Tablets, Smartphones oder Computern gelesen werden. Das unterstreicht eine Studie der Unternehmensberatung Price Waterhouse Cooper (pwc): Demnach lesen über die Hälfte der Bibliophilen mit einem E-Reader. Wer sich erst einmal daran gewöhnt hat, dass er weder auf Reisen noch in der U-Bahn schwere Wälzer mit sich herumschleppen muss, will die Vorteile eines elektronischen Lesegerätes nicht mehr missen.

Im Vergleich zu einem Tablet sind E-Book-Reader mit ihrem Gewicht von knapp 200 Gramm sehr leicht und sogar leichter als die meisten Taschenbücher. Günstig und ausdauernd sind sie obendrein und selbst bei greller Sonne am Strand ist das Lesevergnügen kaum getrübt.

Leichter und länger lesen

Verantwortlich dafür ist die Technik, die in E-Readern steckt. Das matte Kunststoff-Display eines Lesegerätes arbeitet mit sogenannter elektronischer Tinte. Sie besteht aus mikroskopisch kleinen Flüssigkristall-Kapseln, die sich beim Anlegen einer Spannung unterschiedlich ausrichten. So lange die Teilchen in der gleichen Position verharren, wird keine Energie verbraucht. Erst beim Blättern müssen die Teilchen neu angeordnet werden, wobei Energie benötigt wird. Und selbst wenn die LED-Hintergrundbeleuchtung eines neueren E-Reader-Modells eingeschaltet ist, bleibt der Stromverbrauch niedrig. Bis zu acht Wochen lang kommen elektronische Lesegeräte mit einer Akkuladung aus.

Beleuchtete Bildschirme haben alle E-Reader im Test, sodass sich auch bei Kerzenlicht in E-Books gut schmökern lassen sollte. Gleich gut ausgeleuchtet sind die Displays allerdings nicht. So sind etwa bei Pocketbooks Sense unschöne Schatten sichtbar. Wer als Leser auf die Zusatzbeleuchtung bei seinem E-Reader verzichten kann, spart mit der Anschaffung eines einfachen Lesegerätes viel Geld. Amazons einfacher Kindle kostet etwa gerade mal 60 Euro.

Kindle Paperwhite für Unkomplizierte

Amazon Kindle Paperwhite

© Amazon

Keine Sorge um Lichtverhältnisse müssen sich Büchernarren machen, die sich für Amazons Kindle Paperwhite entscheiden. Weil ein neues Modell gerade vorgestellt wurde, gibt es den Paperwhite für rund 100 Euro. Für einen Aufpreis von stolzen 60 Euro (einmalig, ohne weitere monatlichen Gebühren) gibt es den Paperwhite mit einem 3G-Modul. Dieses hat den Vorteil, dass unabhängig von einer vorhandenen WLAN-Verbindung via Mobilfunk weltweit E-Books heruntergeladen werden können. Noch teurer ist der neue Kindle Voyage (190 Euro). Das Gerät ist leichter und das Display kontrastreicher. Dazu gibt es noch mehr Komfortfunktionen. Für den Test stand der Kindle Voyage noch nicht zur Verfügung.

Doch auch ohne 3G-Funktionalität glänzt Amazons Paperwhite mit ordentlicher Ausstattung und vor allem einfacher Bedienung. Das 6 Zoll (15 cm) große Lesegerät verfügt über ein E-Ink-Display der neuesten Generation, das nicht nur schnell, sondern auch sehr präzise reagiert. Ob im Buch geblättert oder ein Menü aufgerufen wird, die Eingaben erkennt der Screen sauber und zuverlässig. Die Menüführung ist recht einfach und praktischerweise lässt sich die Schriftgröße wie bei einem Smartphone mit zwei Fingern ändern. Ebenso gelungen wie einfach ist die Anbindung an Amazons Buchladen, Apps und Cloud-Dienst. Leseratten haben so per App auch auf ihrem Smartphone oder Tablet Zugriff auf ihre E-Books, wobei die letzte Leseposition gespeichert und synchronisiert wird.

Kindle Paperwhite Schule

© Amazon

Ein weiterer Vorteil von Amazons E-Reader ist die große Buchauswahl des Online-Kaufhauses. Weil Amazon auf ein eigenes E-Book-Format setzt, ist es allerdings nicht möglich, Lesestoff über das Leihsystem der Stadtbüchereien (Onleihe) zu beziehen.

Fazit: Für Leseratten, die unzählige Bücher verschlingen und Wert auf eine unkomplizierte Bedienung und Komfort legen, ist Kindles Paperwhite eine echte Empfehlung. Einkaufen muss der Bücherwurm bei Amazon.

Kobo Aura H2O fürs feuchte Vergnügen

Kobo Aura H2O

© Kobo

Wer diesen Dienst nutzen will, muss zu einem Reader greifen, der das sogenannte EPUB-Format unterstützt. Dazu zählt auch der neueste E-Reader des kanadischen Online-Buchhändlers Kobo. Der Aura H2O ist mit seinem 6,8 Zoll (17 cm) Bildschirm größer und etwas schwerer als Amazons Paperwhite, doch punktet er - wie der Name es schon vermuten lässt - mit der Tatsache, dass er auch mal ein Bad verträgt. Die Westentaschenbibliothek kann bis zu 30 Minuten bei einer Tiefe von einem Meter unter Wasser bleiben. Meer- oder Badewannenwasser sollte allerdings mit Leitungswasser abgespült werden.

Auch Kobo setzt hochwertige Technik ein. Das E-Ink-Display des Readers löst nicht nur mit beachtlichen 1430 x 1080 Pixeln auf, es ist auch noch besonders hell und kontrastreich. Ähnlich üssig wie bei Amazons Kindle ist die Bedienung über den Touchscreen. Die Menüführung ist zwar auch durchaus gelungen, doch werden Bücherfreunde Funktionen wie das Drehen ins Querformat vermissen. Ein wenig schmerzt zudem der Preis: Mit 180 Euro ist der wasserfeste Reader leider kein Schnäppchen.

Fazit: Wer auch mal am Strand oder in der Badewanne lesen will, sollte zum Aura H2O greifen. Ein wenig Wasser macht ihm nichts aus. Ganz abgesehen davon überzeugt der Reader mit seinem kontrastreichen Display.

Tolino Vision fürs leichte Handgepäck

Tolino Vision

© Tolino

Günstiger und leichter als Kobos Aura H2O ist der Tolino Vision. Erhältlich ist er über die Buchhandelsketten Thalia, Hugendubel, Bertelsmann und Weltbild sowie in Telekom- Läden. Letzteres erklärt sich dadurch, dass bei der Entwicklung der Tolino-Reader der Telekommunikationsreise mit den Buchhändlern zusammengearbeitet hat. Während die Buchhändler für die Inhalte zuständig sind, stellt die Telekom Tolino-Nutzern den Zugang zu 12.000 Hotspots zur Verfügung. So können Buchliebhaber auch unterwegs in Zügen, Flughäfen oder Cafes neuen Lesestoff auf ihre Reader laden. Genug Speicherplatz für die persönliche Bibliothek bietet der Vision aber allemal. Auf dem internen Speicher stehen 2 GByte für Bücher zur Verfügung - das reicht locker für 2.000 E-Books. Wer sein virtuelles Bücherregal weiter aufstocken will, erreicht das auch mit einer zusätzlichen micoSD-Karte.

Was den Tolino Vision außerdem attraktiv macht, ist sein geringes Gewicht. Mit 178 g gehört er zu den leichtesten Testkandidaten. Und wegen der abgerundeten Kanten liegt er außerdem gut in der Hand. Die Bedienung über den Touchscreen ist einfach und schnell. Richtig praktisch sind die beiden zusätzlichen Tasten (Homescreen und Licht).

Fazit: Der kleine handliche Tolino Vision liegt gut in der Hand und überzeugt mit guter Shop-Anbindung. Dazu gibt es über Telekom-Hotspots auch unterwegs immer Lesesto -Nachschub. Wenig exibel zeigt er sich mit Formaten.

Pocketbook Sense für viellesende Fashion-Victims

Pocketbook Sense

© Pocketbook Sense

Kleiner und leichter als der Tolino Vision ist nur der Sense von Pocketbook. Der neue 6 Zoll (15 cm) große E-Ink-Reader wiegt lediglich 176 g und kommt mit einem besonders schmalen Rahmen aus. Den kleinen E-Reader gibt es in einer schicken von Kenzo gestylten Hülle aus Krokolederimitat.

Wie üblich bei Pocketbook strotzt das Lesegerät mit Extras: eine Dropbox-App ist ebenso vorhanden wie ein Schachspiel und Sudoku. Hinzu kommen jede Menge Wörterbücher, die beim Lesen fremdsprachiger Lektüre überaus hilfreich sind.

Nicht ganz so überzeugend sind dafür Ausstattung und Bedienung. Der Speicher des leichten Lesegerätes entspricht mit 4 GByte durchaus dem Standard. Ebenso standardmäßig gibt es einen Steckplatz für MicroSD-Karten. Doch setzt Pocketbook mit dem E-Ink Pearl-Display nicht ganz auf die neueste Technik. Pluspunkte gibt es aber für die recht ausgewogen wirkende Displaybeleuchtung. Positiv fallen auch die Zusatztasten zum Blättern an der Gehäuserückseite auf.

Etwas eigenwillig und gewöhnungsbedürftig ist hingegen die Bedienung. Auf dem Touchscreen gibt es verschiedene aktive Zonen über die der Leser zu den unterschiedlichen Menüs und Einstellungen gelangt. Ein wenig Einarbeitungszeit erfordert das Auffinden dieser Bereiche allerdings schon. Zudem reagiert der Bildschirm nicht immer sehr präzise, was zum Beispiel auch das Vergrößern der Schrift erschwert. Hervorzuheben bleibt aber, dass der Pocketbook-Reader im Gegensatz etwa zum Tolino Vision unzählige E-Buch-Formate unterstützt.

Fazit: Die Bedienung des kleinen Pocketbook-Readers ist leider ein wenig gewöhnungsbedürftig. Doch glänzt das Lesegerät nicht nur mit seinem schicken Cover, sondern mit Wörter- und Gratisbüchern.

Icarus Illumina für Individualisten

Icarus Illumina

© Icarus I

Auf besonders viele Formate versteht sich Icarus Illumina zwar nicht, dafür hebt er sich durch sein Betriebssystem von der Masse der E-Book-Reader ab. Auf dem elektronischen Lesegerät des niederländischen Herstellers Icarus läuft nämlich Android 4.2 Jelly Bean. Das eröffnet theoretisch die Möglichkeit, Android-Apps auf dem Reader zu installieren. Praktisch ist das nicht ganz so einfach, weil Apps als APK-Dateien heruntergeladen und anschließend installiert werden müssen.

Im Unterschied zu den anderen Geräten im Test, setzt Icarus Illumina auch auf eine Bedienung per Tasten. So lässt sich praktischerweise der Reader bequem mit einer Hand bedienen. Zusätzlich zu den am Seitenrand angebrachten Blättertasten gesellt sich auch eine Taste, mit der zum vorherigen Menüpunkt zurückgewechselt werden kann.

Keine Begeisterungsstürme löst die Ausstattung aus. Wie auch bei Pocketbooks Sense ist beim Illumina das ältere E-Ink-Pearl-Display verbaut. Während die Auflösung mit 1.024 x 758 Pixeln durchaus dem Standard entspricht, sind die Kontraste enttäuschend niedrig. Ärgerlich ist auch die schlechte Ausleuchtung des Touchscreens. Am Bildschirmrand sind unschöne Schatten deutlich erkennbar.

Eine direkte Anbindung an einen Online-Buchladen werden Leseratten außerdem vermissen. Über eine Voreinstellung im Browser gelangen sie unter anderem zu Gratisbüchern von Manybooks.net

Fazit: Icarus verfolgt mit dem Illumina und dem Android-Betriebssystem und der Tastenbedienung sicher einen guten Ansatz. Doch leider fehlen Apps, eine Shop-Anbindung und ein kontrastreiches, präzises Display.

Übersicht Testergebnisse

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