Spiegelreflexkamera Kaufberatung

DSLR kaufen: Hersteller, Einsatzzwecke und Trends

  1. Was muss ich beim DSLR-Kauf beachten?
  2. DSLR kaufen: Hersteller, Einsatzzwecke und Trends

Wie unterscheiden sich die Systeme der verschiedenen Hersteller?

Da jeder Hersteller seinen eigenen Brei kocht, ist man mit dem Einstieg bereits festgelegt. Angenommen, Sie starten mit einem Einsteigergehäuse und zwei Objektiven. Dann können Sie später ein hochwertigeres Gehäuse des gleichen Herstellers kaufen und die Objektive problemlos weiterhin verwenden. An Gehäuse anderer Hersteller passen die Objektive - von wenigen Ausnahmen abgesehen - aber nicht.

Lesetipp: DSLR-Kauf - auf welche Ausstattungsmerkmale muss ich achten?

Fremdhersteller von Objektiven wie Sigma oder Tamron bieten ihre Objektive zwar mit Anschlüssen für die Modelle mehrere Kamerahersteller an, aber auch da passt ein für Canon gebautes Objektiv nur an eine Canon und ein für Nikon gebautes nur an eine Nikon.

Blitzgeräte werden zwar über einen genormten Blitzschuh angeschlossen und sehen aus, als seien sie systemübergreifend verwendbar, sind sie aber nicht. Durch die komplexen Automatikfunktionen muss man später bei einem Systemwechsel auch das Blitzgerät tauschen. Nur einfache Zubehörteile wie Filter oder Speicherkarten sind dagegen komplett unabhängig vom Kamerahersteller.

Hier ein kurzer Überblick:

  • Canon und Nikon sind die Platzhirsche im Bereich der großen DSLRs mit Spiegel. Sie haben die meisten Modelle und decken den kompletten Bereich vom Einsteiger- (z.B. Canon EOS 1200D, Nikon D3300) bis zum Profimodell (z.B. Nikon D4s, Canon EOS 5DS und 5DS R) ab. Darüber hinaus punkten sie mit dem umfangreichsten Angebot an Objektiven und Zubehör.
  • Sony hat in den letzten Jahren in Tiefe und Breite des Angebots deutlich aufgeholt und besticht durch viele Innovationen. So entwickelte man dort neben klassischen DSLRs mit einem feststehenden Spiegel (z.B. Sony Alpha 77 II). Dieses Konstruktionsprinzip bietet eine Reihe von Vorteilen, vor allem wenn man die Kamera auch zum Videofilmen benutzt. Sony fokussiert sich jedoch mehr und mehr auf spiegellosen Systemkameras.
  • Leica, Hasselblad und Pentax mit seinen Mittelformat-Modellen bedienen den Profibereich - dafür sorgen allein schon Preise im hohen vierstelligen oder fünfstelligen Bereich. Pentax hat daneben auch eine Reihe von Amateurmodellen unterschiedlicher Kategorien vom Einsteigermodell K-r bis zur gehobenen K5-II s im Programm.
  • Olympus setzt mittlerweile komplette auf die kompakteren Modelle ohne Spiegel, wie auch Panasonic, Fujifilm und Samsung. Auch Sony, Canon und Nikon haben mittlerweile solche Kameras im Programm.
  • Ricoh geht mit seinen Objektiv-Sensor-Modulen im spiegellosen Gehäuse genauso einen Sonderweg, wie Sigma mit dem besonderen 3-Schichten-Sensor in der klassischen SLR Sigma SD1.

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Gibt es DSLRs für bestimmte Einsatzzwecke?

Nein. Der Einsatzbereich einer DSLR wird viel stärker durch das Objektiv bestimmt, als durch die Kamera selbst. Und auch da ist nicht nur der Brennweitenbereich entscheidend, sondern auch die Anfangsöffnung. Sie bestimmt mit über die Lichtmenge auf dem Sensor entscheidet und über die Tiefenschärfe und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Bildgestaltung.

Besondere DSLR-Eigenschaften sind nur in Ausnahmefällen gefragt. Dazu gehören:

  • Sportfotografie: Neben einem lichtstarken und langbrennweitigen Teleobjektiv braucht es hier eine schnelle Kamera, die auch längere Serien mit schneller Bildfolge schafft und dabei die Schärfe hält. Das schaffen vor allem Profigeräte wie die Canon EOS 1Dx oder die Nikon D4s.
  • Video: Für gute Videos in HD-Qualität sind die Topmodelle von Canon und Nikon dagegen kaum zu gebrauchen. Hier sind die spiegellosen Systemkameras den DSLRs mittlerweile mehr als eine Nasenlänge voraus. Auch das Objektiv muss für Video optimiert sein und zügig die Schärfe nachführen, ohne über das Ziel hinaus zu schießen.
  • Outdoor: Wenn Sie die Kamera auch dort benutzen, wo Sand, Wasser und Dreck ihr zusetzen, sollte es schon ein robusteres Modell sein. Die finden sich in erster Linie in der Profiklasse mit gesalzenen Preisen, aber auch immer mehr semiprofessionelle DSLRs bieten Staub- und Spritzwasserschutz.

Ich habe noch alte Objektive aus Analogzeiten - ist das ein Kaufkriterium?

Auf keinen Fall. Neue Fertigungstechniken machen auch bessere Objektive möglich, deshalb sind moderne Objektive jedem "Oldie" in der Abbildungsleistung überlegen. Wenn Sie eine DSLR anschaffen, weil Sie bessere Bilder machen wollen, macht das Arbeiten mit alten Objektiven keinen Sinn.

Lesetipp: Objektiv kaufen - was Sie wissen müssen

Dazu kommt: Auch bei passenden Anschlüssen innerhalb eines Systems werden nicht alle Funktionen vom Gehäuse zum Objektiv und umgekehrt übertragen. Man büßt also einen erheblichen Teil der Automatikfunktionen einer Kamera ein.

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Welche Trends sind zu beobachten?

Kaufen Sie Ihre DSLR dann, wenn Sie sie brauchen. Die Qualität hat sich in den letzten Jahren noch einmal deutlich verbessert und das wird auch in Zukunft so bleiben. Dafür ist neben dem Trend zu größeren Sensoren - also mehr Vollformat-Kameras - auch deren wachsende Auflösung zu beobachten. Schnellere Prozessoren schaffen es zudem, mehr Bilder in kürzerer Zeit und besserer Qualität abzuspeichern.

Der Trend geht langfristig vermehrt in Richtung spiegelloser Systemkameras. Klassische DSLRs sind deshalb aber noch lange nicht auf der "Roten Liste". Fakt ist: Die Lücke wird kleiner. Während die Spiegellosen bei der Bildqualität aufholen, werden DSLRs immer kompakter und handlicher. Wer heute in die DSLR-Welt einsteigt kann sicher sein, auch in vielen Jahren noch auf ein System mit Top-Qualität zugreifen zu können.

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