Vergleichstest

Drei Subwoofer mit Auto-Raumkorrektur im Test

In Ihrem Heimkino wummert's? Dann stimmt etwas mit Ihrem Raum nicht. Wir zeigen Ihnen drei Problemlöser: selbst einmessende Subwoofer, die den Druck von den Ohren nehmen und wummerfreie Hörzonen garantieren.

Subwoofer mit Auto-Raumkorrektur

© Hersteller/Archiv

Subwoofer mit Auto-Raumkorrektur

Drei Subwoofer mit Auto-Raumkorrektur

Subwoofer klingen immer nur so gut wie der Raum, in dem sie spielen. Das klingt ernüchternd, ist aber leider so. Daher ist es sinnlos, sündhaft teure Bass-Boliden in einen "schlechten" Hörraum zu stellen: in der Hoffnung, dass dann der Bass knackiger und präziser klingt. Einzige Ausnahme: intelligente Subwoofer, deren Übertragungsfunktion sich an den Hörplatz anpasst.

Im Freifeld mustergültig

Die eigentliche Krux: Die meisten Subwoofer messen im Freifeld nahezu resonanzfrei; werden sie jedoch im Wohnraum platziert, sieht die Übertragungsfunktion zum Hörplatz alles andere als mustergültig aus. Denn hier spielt die Raumakustik mit.

Je nach Raumgröße und Beschaffenheit der Begrenzungsflächen, Hörplatz- und Subwoofer-Position werden die sogenannten Raummoden mehr oder weniger angeregt - sichtbar in der Übertragungsfunktion vom Subwoofer zum Hörplatz. Eine Berg- und Talfahrt von bis zu 20 Dezibel ist keine Seltenheit, ein unausgewogener, dröhnender und wummernder Bass also vorprogrammiert.

Praxis: Klangoptimierung im Heimkino

Im ersten Schritt gilt es, die bestmöglichen Positionen für den Subwoofer und den Hörplatz zu finden. Ein Praxistipp: Stellen Sie den Subwoofer möglichst auf die Hörposition und setzen Sie sich auf die bevorzugten Aufstellungsplätze. Dröhnt es dort, so gilt das auch nach dem Platztausch. Folglich sollte der Subwoofer dort stehen, wo es am besten klingt.

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B&W DB1
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Der B&W DB1 (4.250 Euro) überzeugt mit Souveränität und Tiefgang.

Selbst einmessende Subwoofer

In üblichen Wohnräumen wird jedoch immer eine Restwelligkeit bleiben, die das Hörvergnügen trübt. Doch auch hierfür gibt es eine Lösung.

Im zweiten Schritt kommt der selbst einmessende Subwoofer zum Zuge. Die intelligente Elektronik dieser Gattung findet dankenswerterweise inzwischen auch schon in Bassisten um 1.000 Euro Einzug. Im Gepäck haben sie leistungsstarke DSPs (digitale Signal-Prozessoren), ein Mikrofon und manche eine PC-Software, die die Einmessung steuert und auf dem Bildschirm sichtbar macht.

Kaufberatung: Fünf Raumakustik-Apps im Test

Was steckt dahinter? Prinzipiell wird die Übertragungsfunktion vom Subwoofer am Hörplatz - über mehrere Positionen gemittelt - gemessen und automatisch "bewertet". Das heißt: Gute Einmesssysteme unterscheiden zwischen den Peaks (den Schalldruckmaxima der Raummoden) und den Senken (den Schalldruckminima).

Die Überhöhungen werden durch eine gespeicherte Entzerrkurve reduziert, die Senken jedoch nicht oder nur minimal ausgeglichen.

Die richtigen Positionen

Der Hintergrund: Versucht man solche Schalldruckminima komplett auszugleichen, muss das Bass-Chassis übergebührlich hohe Verstärkerleistung und Membranhübe verkraften. Mit dem Ergebnis, dass die am Hörplatz gemessene Senke kaum aufgefüllt wird, anderswo im Raum jedoch eine massive Betonung im Frequenzbereich hörbar wird. Das heißt, bei der Vorauswahl der Positionen für Subwoofer und Hörplatz sollte das Augenmerk auf diejenigen Positionen gelegt werden, an denen die Senken gering ausfallen.

  • Erfreulicherweise liefert der kanadische Hersteller Paradigm eine Software zum SE Sub, die eine solche Vorauswahl sichtbar macht. Das Perfect Bass Kit zeigt vor der Einmessung die aktuelle Übertragungsfunktion auf dem Bildschirm an, sodass die Subwoofer-Position mit Augenmerk auf wenig ausgeprägte Schalldruckminima ausgerichtet werden kann.
  • Der Velodyne SPL 1000 kommt ganz ohne PC-Software aus. Hier muss man der intelligenten Korrekturfunktion der im Subwoofer integrierten Elektronik vertrauen.
  • Die Einmessung des DB1 von B&W erfolgt über eine PC-Software, die jedoch keine Messkurven sichtbar macht. Laut Hersteller sind die Korrekturen lediglich auf die Pegelüberhöhungen und nicht auf die Minima ausgelegt.

Das Ergebnis unseres Tests: Alle drei Bässe helfen gegen dröhende und wummernde Wohnraumverhältnisse, indem sie den gefürchteten Raumresonanzen zu Leibe rücken. Doch bei aller Euphorie muss man wissen, dass die EQ-Einmessungen nur den jeweiligen Effekt hörbar reduzieren; die eigentlichen Raummoden mit ihrem verzögerten Ausschwingen können sie nicht eliminieren. Die Unzulänglichkeiten des Hörraums werden also zum Großteil ausgeblendet und die eigentliche Qualität der Subwoofer wird somit offensichtlicher.

Fazit

Unter den drei Testkandidaten läuft der B&W DB1 außer Konkurrenz. Weder der Paradigm- noch der Velodyne-Bassist spielte derart mühelos, tiefbassstark und pegelfest.

In Anbetracht des Preises sticht der Paradigm SE Sub hervor. Seine gelungene Korrekturfunktion mit der praktischen visuellen Darstellung der Übertragungsfunktion via PC und der einfachen Aufstellungsoptimierung macht den Kanadier zu einem Geheimtipp. In puncto Pegelfestigkeit und Tiefgang reicht er zwar nicht ganz an den Velodyne-Subwoofer heran, doch für normale Hörraumgrößen ist er allemal potent genug.

Der Velodyne SPL 1000 legt vor allem in der Disziplin Pegelfestigkeit noch eins drauf. Es hat sich gezeigt: Einfacher und schneller kann man eine EQ-Einmessung kaum machen.

Download: Tabelle

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