Vergleichstest

Internet- und Medienzentrale: Drei Router im Härtetest

Router sind das Herzstück eines jeden Heimnetzwerks. Sie ermöglichen heute nicht nur den Online-Zugang, sondern punkten mit vielen Zusatzfunktionen. Im Test mussten drei Geräte ihre Qualitäten als Multimedia-Zentrale unter Beweis stellen.

AVM Fritz!Box Fon WLAN 7270

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AVM Fritz!Box Fon WLAN 7270

Drei Router im Test

Für viele Nutzer ist der Router das langweiligste Gerät im Heimnetz. Die meisten sind froh, wenn sie möglichst wenig oder besser gar nichts mit den eher unspektakulären "Internet-Verbindungskisten" zu tun haben. Und das müssen sie oft auch gar nicht. Beachtung schenkt man dem Gerät in der Regel erst, wenn die Verbindung ins Internet plötzlich nicht mehr funktioniert.

Der Router im Heimnetz ist der Dreh- und Angelpunkt für alle Verbindungen ins Internet. Denn einmal eingerichtet, versorgen (WLAN-)Router zuverlässig alle verbundenen Geräte mit einem Internet-Zugang. Außerdem trennt er das öffentliche, unsichere Internet effektiv vom privaten Heimnetz mit seinen Komponenten ab. Damit sind alle an den Router angeschlossenen Geräte wie Computer oder Tablets vor unerwünschten Zugriffen aus dem Internet geschützt.

Manche Router haben noch deutlich mehr zu bieten als die zuvor geschilderten "klassischen" Verbindungs- und Schutzfunktionen. Immer häufiger sind die neuen WLAN-Router mit einem, teilweise sogar mit zwei USB-Anschlüssen ausgestattet. Daran lassen sich Speichersticks oder externe Festplatten anschließen - ähnlich wie an den USB-Anschluss eines Notebooks oder PCs. Der Clou dabei: Der angeschlossene Speicher ist dann in den meisten Fällen für andere Geräte im Netzwerk verfügbar und nutzbar.

Das ist sehr praktisch, wenn man beispielsweise seine digitale Fotosammlung mit verschiedenen Geräten betrachten möchte. Ein Umstecken des externen Speichers ist nicht notwendig. Ähnliches gilt für Dokumente, die für die Bearbeitung vorgesehen sind. Liegen die Dateien auf einem zentral zugänglichen Speicher, kann der Anwender die Daten von jedem beliebigen Rechner im Heimnetz bearbeiten.

Bei vielen WLAN-Routern mit USB-Host lassen sich angeschlossene Speichermedien als Netzlaufwerke freigeben und bei Bedarf auch durch ein Passwort sichern. Manche Geräte bieten eine ausgefeilte Benutzerverwaltung mit differenzierten Zugriffsrechten. Die Geschwindigkeit, mit der sich Daten auf den angeschlossenen USB-Speicher übertragen oder von diesem auslesen lassen, ist jedoch deutlich geringer als die Übertragungsgeschwindigkeiten von aktuellen, eigenständigen Netzwerk-Festplatten.

Foto-, Musik- und Video-Verteiler

Eine Erweiterung für Router sind die sogenannten Media-Server. Ein WLAN-Router mit dieser Funktion stellt alle Fotos, Musik- und Videodateien, die sich auf dem angeschlossenen USB-Speicher befinden, für Multimedia-Geräte im Heimnetz bereit. Zu diesen Geräten zählen netzwerkfähige Fernseher, Spielkonsolen, Blu-ray-Player und Web-Radios.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die Übertragungsstandards UPnP AV und DLNA. In der Regel unterstützen alle Media-Server einen dieser beiden zueinander kompatiblen Standards. Das gilt auch für netzwerkfähige Abspiel- oder Wiedergabegeräte, die auf die Inhalte des Media-Servers zugreifen.

Wenn Sie eine Festplatte mit Fotos, Musik und Videos an den WLAN-Router anschließen, greifen andere Geräte im Heimnetz auf diese Dateien zu. Voraussetzung ist nur, dass diese Wiedergabegeräte (Web-Radio, Bluray- Player, Spielkonsole oder TV) ebenfalls mit dem Heimnetz über den Router verbunden sind. Außerdem müssen sie DLNA oder UPnP AV "verstehen".

Media-Server gleich an Bord

Im Idealfall ist der Media-Server direkt im Router integriert. Dann greifen Wiedergabegeräte direkt auf den Router zu und spielen Multimedia-Dateien von den angeschlossenen USB-Geräten ab. Ist ein Media-Server zusätzlich auf einem Computer notwendig, muss dieser Rechner ständig laufen. Der Play-Max-Router (Testbericht) von Belkin arbeitet mit einem solchen externen Media-Server. Bei der FRITZ!Box Fon 7390 (Testbericht) und dem D-Link DIR-685 (Testbericht) ist der Media-Server im Router integriert.

Alle drei WLAN-Router können ein zusätzliches, verschlüsseltes Funknetz aufspannen. Das zusätzliche Netz öffnet einen Zugang ins Internet, der jedoch vom eigenen Heimnetz-WLAN komplett getrennt ist. Auf diese Weise lässt sich rasch ein drahtloser Internet- Zugang für Besucher und deren Notebook oder Tablet aufbauen, ohne ihnen gleich den kompletten Zugang zum eigenen Netzwerk freigeben zu müssen. Dieser Zugang wird auch als "Gast-" oder "Gäste-WLAN" bezeichnet. Alle drei getesteten Geräte unterstützen diese praktische Funktion.

Surf- und Multimedia-WLAN

Nur zwei WLAN-Router im Testfeld funken auf zwei verschiedenen WLAN-Frequenzen. Neben dem in Europa weit verbreiteten WLAN mit 2,4 GHz gibt es noch die Übertragungsmöglichkeit im höheren 5-GHz-Bereich. Die meisten WLAN-Router können zurzeit nur im Bereich von 2,4 GHz übertragen.

Vor allem in dichter besiedelten Regionen und in Mehrfamilienhäusern ist die Dichte dieser WLANs jedoch so hoch, dass sie sich gegenseitig überlagern und stören. Dies hat zur Folge, dass die Übertragungsqualität im eigenen Funknetz sinkt und teilweise aussetzt.

Flaggschiff: Neue AVM FRITZ!Box 6490 Cable

Beim Surfen im Internet machen sich solche Aussetzer kaum bemerkbar. Störungen treten jedoch bei kontinuierlichen Datenströmen wie zum Beispiel bei der Übertragung von Musik oder Videos via Netzwerk auf. Vor allem für den Transport von Medien per WLAN bietet sich deshalb der Wechsel auf den noch wenig belegten, höheren 5-GHz-Bereich an. Dann laufen Filme ruckelfrei beim Abspielen über das Netzwerk.

Belkins Play Max und AVMs FRITZ!Box Fon 7390 bieten gleichzeitig zwei voneinander unabhängige WLANs im niedrigen (2,4 GHz) und höheren Bereich (5 GHz) an. Beide Geräte sind deshalb Dual-Band-Router. Die Funknetze sind aufgrund ihrer weit auseinander liegenden Frequenzen vollständig voneinander abgeschirmt und kommen sich dadurch nicht in die Quere.

Zeitkritische Verbindungen wie Musik- oder Video-Übertragungen lassen sich hier über das höhere 5-GHz-WLAN leiten, während weniger zeitkritische Verbindungen wie Surfen mit dem Notebook über das niedrigere 2,4-GHz-WLAN laufen.

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