Netzteile

Die Anschlüsse

Ausstattungsfragen

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© PC Magazin

Bei 15 Ampere Wechsellast (blau) schwankt die 12V-Ausgangsspannung des Silverstone gerade mal um rund 300 mV.

Dass die derzeit angebotetenen 80-Plus-Gold-Netzteile den Top-Baureihen entspringen, sieht man auch an der Ausstattung. Bis auf das Modell von FSP verfügen alle getesteten Netzteile über modulares Kabelmanagement. Hinter diesem sperrigen Begriff verbirgt sich die Möglichkeit, per Steckverbindung an der Rückseite des Netzteils nur die Strippen anzuschließen, die auch wirklich benötigt werden.

Relevante Unterschiede zwischen den Probanden ergeben sich bei der Zahl der mitgelieferten SATA- und Molex-Anschlüsse für Festplatten und Lüfter. Hier brillieren die Netzteile von Corsair und bequiet - letzteres vor allem auf Grund seiner acht zusätzlichen (nicht in der Tabelle aufgeführten) Anschlüsse für Gehäuselüfter.

Hingegen sind die Anschlüsse bei FSP ( 6 mal SATA, 4 mal Molex) und Enermax (6 mal SATA, 6 mal Molex) zumindest für Power-User etwas dürftig. Weitere Gimmicks wie Befestigungsschrauben oder Kabelbinder werden immer gerne genommen und von fast allen Herstellern auch beigelegt.

Vornehmlichste Aufgabe eines PC-Netzteils ist es, eine möglichst konstante Ausgangsspannung zur Verfügung zu stellen. Unter konstanter Volllast hatte kein Prüfling Probleme, die diesbezüglichen Vorgaben einzuhalten. Schwieriger wird die Aufgabe bei stark wechselnder Last. Im letzten Vergleichstest kamen damit nicht alle Prüflinge zurecht.

Diesmal jedoch ergaben sich in dieser Prüfung keine schweren Ausreißer. Auf durchwegs hohem Niveau konnten sich hier die Netzteile von Corsair, Seasonic und FSP leicht absetzen, während Antec und Enermax etwas schlechter abschnitten.

Leistungsgesellschaft

Während die Frage nach der maximalen Leistung bei den Versorgungsspannungen 3,3- und 5-Volt in der Praxis eher nebensächlich ist, ist sie bei 12 Volt durchaus von Bedeutung. Wer sich mit den Details der "Intel Power Supply Design Guide" auseinandersetzt, konnte noch bis zur 2005er Ausgabe nachlesen, dass keine Versorgungsspannung mehr als 240VA - bei 12 Volt wären das 20 Ampere - liefern darf.

In der aktuellen Ausgabe des Design Guides wird hingegen nur mehr auf die Europäische Norm EN 60950 hingewiesen. Diese wiederum limitiert die entsprechenden "TNV-Stromquellen mit Überstrom-Schutzeinrichtungen" auf 250VA - was bei 12 Volt knapp 21 Ampere entspricht.

Für den 12-Volt-Strombedarf eines modernen PCs ist das nicht ausreichend. Entsprechend hat Intel zwei getrennt gesicherte 12-Volt-Schienen für Mainboard und Prozessor vorgesehen. Das Mainboard und die darin befindlichen Steckkarten werden von der 12V1-Schiene über den 24-poligen-Mainboard-Stecker bedient.

Die CPU erhält eine eigene, "12V2" genannte, Schiene die mit dem 8-poligen-CPU-Stecker verbunden ist. Jede Schiene ist getrennt mit einer eigenen Strombegrenzung abgesichert. So können nun Mainboard und CPU jeweils knapp 21 Ampere beziehen, ohne gegen geltende Bestimmungen zu verstoßen.

Schienenverkehr

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Modulares Kabelmanagement - wie hier bei Seasonic - ist praktisch, weil sie dabei hilft, unnötigen Kabelsalat zu vermeiden.

Da aber auch leistungsfähige Grafikkarten mächtigen Stromhunger an den Tag legen, sind zwei Schienen mitunter nicht ausreichend. Schließlich verlangt eine richtig flotte Gaming-Grafikkarte unter vollem Stress ganz alleine schon nach 20 Ampere. Somit wird hier nochmals mindestens eine 12-Volt-Schiene erforderlich, die dann folgerichtig mit "12V3" bezeichnet wird. Ab 600 Watt Leistung ist sogar üblich, noch eine vierte Schiene ("12V4") hinzuzufügen.

Damit wird die ganze Angelegenheit jedoch etwas unübersichtlich zumal so mancher Netzteilhersteller bereits die 12V2-Schiene mit einem PCIe-Stecker für Grafikkarten versieht. Müssen sich aber eine leistungsstarke Grafikkarte und CPU eine Schiene teilen, kommt es schnell zur Abschaltung. Der Rechner stürzt bei starker Belastung - insbesondere bei 3D-Spielen unvermittelt ab.

Deshalb gilt es darauf zu achten, die Grafikkarte mit mindestens einer eigenen 12-Volt-Schiene (z.B. 12V3 oder 12V4) zu versorgen. Ein genaues Studium des Handbuchs ist dafür unvermeidbar. Immerhin war bei jedem Netzteil dieses Tests eindeutig zu klären, welcher PCIe-Anschluss zu welcher Schiene gehört - wenn auch nicht immer auf den ersten Blick.

So richtig genau nehmen es die meisten Netzteilhersteller mit der 21-Ampere-Grenze nicht. So liefern die Stromquellen von bequiet und Enermax bis zu 25 Ampere pro Schiene, Antec gar satte 40 Ampere.

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