Könige der Illusion

Der Panasonic TX-P 65 VT 20 E

Ganz großes 3D-Kino

Panasonic sieht die Schnelligkeit der Plasmazellen als großen Vorteil für die 3D-Technik an. Das neue Flaggschiff TX-P 65 VT 20 E beweist eindrucksvoll, dass diese Technik noch richtig faszinieren kann.

Panasonic TX-P 65 VT 20 E

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Der Panasonic TX-P 65 VT 20 E

Schon der kleine Bruder TX-P 50 VT 20E hat in Ausgabe 6/2010 (Test: ab Seite 48) für seine 3D-Technik einen Innovationspreis abgestaubt. "Innovation" für ein Gerät, das - wenn man auf die vielen LCD-Verfechter hört - auf einer nicht mehr zeitgemäßen Technik basiert, das ist unerhört. Aber das Urteil steht und die hypermodernen LED-TVs müssen in puncto Geisterbilder und Bildruhe erst einmal das erreichen, was Panasonics Plasma-Gerät vorgelegt hat.

Bildergalerie

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Galerie

Der Panasonic TX-P 65 VT 20 E

Wahre Grösse

Empfohlener Sehabstand [ mindestens ]

  • TV: 5 m
  • PAL -DVD: 4 m
  • HD: 3 m

Das Thema Bildgröße spielt in der 3D-Technik eine erheblich wichtigere Rolle als in der 2D-Welt. Waren es bislang nur Pixelgröße und Signalauflösung, die die Bildgröße im Verhältnis zum Sehabstand begrenzten, kommt jetzt ein 3D-Killerargument hinzu: die Parallaxe. Die Stellung der Augen zueinander (leichtes Schielen) ist entscheidend für das 3D-Empfinden. Je näher ein Objekt, desto mehr müssen die Augen sich verdrehen.

Kritisch für 3D-TV ist, dass bei tief im Bild befindlichen Objekten die Augen parallel stehen sollen, die virtuellen Bilder auf dem Panel also ca. 6,5 cm voneinander entfernt sein müssen. Und da haben wir das Problem: Wenn ein 3D-Film für den durchschnittlichen 32-Zoll-TV produziert wurde, verdoppelt sich der "Augenabstand" für ein 65-Zoll-Modell.

Die Augen müssten voneinander weg nach außen schielen, und das kann kein Mensch. Recherchen bei allen Herstellern und im Blu-ray-Forum haben zu keiner Lösung dieser Problematik geführt. Was die in vielen 3DBlu-ray-Playern enthaltene Einstellung für die Display-Größe für Auswirkungen hat, konnte ebenfalls nicht zweifelsfrei ermittelt werden, sollte aber damit zu tun haben.

Die Angst war beim Testen der 3DGiganten also groß, die Augen von Redakteuren und Labormannschaft könnten in Mitleidenschaft gezogen werden. Doch alle Vorsicht schlägt schnell in blanke Euphorie um, wenn man den großen Panasonic in 3D-Aktion bewundert.

Offensichtlich werden Filme derart minimiert in ihrer 3D-Tiefe produziert, dass ein Verbiegen der Augen auch bei 165 cm Bilddiagonale nicht auftritt. Das Gegenteil ist der Fall: Der riesige Fernseher zeigt nicht nur einen optimalen Kino- Blickwinkel, sondern auch die Tiefe des 3D-Bildes wird durch die verbreiterte Parallaxe deutlich erhöht.

Düstere Aussichten

Rück- und Seitenanschlüsse

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Die Rück- und Seitenanschlüsse liegen wie neuerdings üblich auf einer Platine, hier sogar noch zusammen mit den Bedienelementen. Panasonic geizt dabei nicht mit Anschlüssen. Ein SDXC-Kartenslot für JPG-Fotos und AVCHD-Videos ist außergewöhnlich komfortabel.

Panasonic findet bei der 3D-Wiedergabe einen exzellenten Mittelweg aus Flimmerfreiheit und 3D-Übersprechen, die 3D-Brille bietet die beste Gesamtabschottung des Bildes und ist gut neigbar. Nicht so gut gefallen die Flimmereffekte von Neon-Zimmerbeleuchtung und die geringe Leuchtkraft des Plasma-Displays. Die Brillanz musste wohl dem Drang nach Zügelung des Stromverbrauchs nachgeben.

Mit 377 Watt beim Normfilm ist der Panasonic für Plasma-Technik recht sparsam, nach Ansicht des Gesetzgebers jedoch ein Verschwender. Man sollte sich jetzt noch einen dieser TV-Giganten sichern, bevor sie in einigen Jahren vielleicht verboten werden.

Was bleibt ist atemberaubendes 3D-Fernsehen im dunklen Raum. Mit gerade einmal 10 Candela Leuchtkraft bleiben 90 Prozent der Lichtenergie im Vergleich zum 2D-Bild auf der Strecke. Was zwischen diesen 10 Candela und dem 3D-Schwarzwert von 0,04 cd/cm² passiert, ist jedoch enorm. Man verliert sich förmlich in den fast flimmerfreien und kaum Übersprechfehler aufweisenden 3D-Welten, die sehr angenehm und präzise reproduziert werden. Mehr Heimkino-Faszination gibt es momentan nicht zu kaufen!

Auch zurück in der "normalen" TV-Welt macht Panasonics 65-Zöller eine gute Figur. Die Werkseinstellung ist stimmig, Farbtemperatur und Gamma entsprechen den gewählten Werten, und der Farbraum ist penibel normgerecht. Dank Zwischenbildern durch "Intelligent Frame Creation" und eines stotterarmen 24p Movie-Modus ist die Bilddarstellung auch von schnell bewegten Objekten sehr gut.

Die 600 Hz der Plasmablitze erzielen eine gute Quantisierung ohne Fehlkonturen bei Bewegungen. Aber auch wenn im 3D-Betrieb nur 300 Hz für jedes Auge übrig bleiben, sind Farbfehler kaum auszumachen.

Optimale Einstellungen

Modus: normalHelligkeit: +3Kontrast: 40Farbe: 30Schärfe: 5Farbtemp.: warmColour Management: einRGB-Gain: 0, 0, 6RGB-Offset: 0, 0, 2Gamma: 2,6Ecomodus: ausIntelligent Frame Cr.: ein

Mit Vierfach-Tuner inklusive CI-Plus-Option sowie jedem wichtigen Anschluss ist Panasonic auf alle Eingangs-Eventualitäten vorbereitet. Neben den USB-Buchsen, von denen einer durch den mitgelieferten WLAN-Adapter belegt ist, sorgt ein SDXC-Slot für die schnelle Wiedergabe von JPG-Fotos und AVCHD-Camcorder-Aufnahmen.

Wer eine Festplatte am zweiten USB-Port anschließt, kommt sogar in den Genuss der USB-Recording-Funktion, die den Panasonic zum ausgewachsenen TV-Recorder macht - inklusive luxuriöser Timer-Aufnahmen über den Programmführer.

"Viera Cast" nennt sich Panasonics Netzwerk-Angebot. Es ist innerhalb der letzten Monate deutlich ausgedehnt worden und konnte kürzlich das Movie-on-Demand-Portal "Acetrax" für sich gewinnen. Panasonic zeigt sich bei per DLNA-Heimnetz verströmten Filmen recht wählerisch, was Codecs betrifft.

Viele bunte Pixel

Plasma-Panel

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Plasma-Panel

Ein Plasma-Display baut sein Bild aus Zellen auf, die mit einer Edelgasmischung gefüllt sind, die bei Zündung die farblich phosphorisierten Zellwände zum Leuchten bringen. Nach Jahren der Entwicklung sind die Zellwände immer dünner geworden, die Gasgemische effektiver und die Phosphore schneller. Man sieht in unserem Laborbild schön die Elektroden, die das Zündfeld aufbauen. Sie liegen als horizontales Band mit Lochmuster über den Zellen.

Panasonic TX-P 65 VT 20 E,€ 5.000

Testurteil: sehr gut 86 %; Preis/Leistung: sehr gut

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