3 Engel für guten Sound

Der Onkyo TX-SR608

Dampf in allen Kanälen

Ausstattung und Power im Überfluss bietet der Onkyo TX-SR608. Während Denon abgespeckt hat, klotzt Onkyo mit insgesamt sieben HDMI-Anschlüssen. Und auch klanglich lässt der dynamische Japaner nichts anbrennen.

Onkyo TX-SR608

© Video Homevision

Der Onkyo TX-SR608

Onkyo pflegt derzeit ein sehr fein abgestuftes Produktportofolio. Zwischen dem TX-SR578 und dem TX-SR608 liegen gerade mal 50 Euro. Die Unterschiede sind relativ fein. Durchschnittsbenutzer dürften sie, was die Ausstattung betrifft, kaum bemerken. Echte Freaks werden beim TX-SR608 jedoch kleine Highlights entdecken, über die nicht jeder Receiver verfügt.

So findet sich das darin eingesetzte Audissey-DSX-Verfahren außer in Receivern von Onkyo und der firmeneigenen Nobelserie Integra derzeit nur in einigen großen Denon-Modellen. Audissey verbindet man zwar in erster Linie mit automatischer Einmessung und Raumentzerrung, die am TX-SR608 in der Version 2EQ eingesetzt wird. Doch das kalifornische Technologie-Unternehmen mausert sich langsam zu einem zweiten Dolby.

Anschlüsse

  • 7 x HDMI
  • 2 x S/P-DIF
  • 3 x YUV Component

Neben Technologien wie Dynamic Volume zaubern die Amerikaner inzwischen auch Raumklanglösungen in Form von DSX, das am TX-SR608 den Aufbau von 7.1-Kanal-Systemen (bei größeren Receivern sogar von 9.1- und 11.1-Systemen) erlaubt. Somit kann der Receiver, der auch Dolby Pro Logic IIz für zusätzliche Höhenlautsprecher enthält, mit Hilfe von zusätzlichen Wide- und High-Kanälen den Raumeindruck künstlich verstärken.

Der Onkyo-Receiver kann mit einer Zertifizierung nach THX Select 2 Plus aufwarten. Aber auch Receiver, deren Hersteller auf Prüfung und Siegel verzichten, können eine vergleichbare Qualität bieten. In Deutschland hat das THX-Qualitätssiegel im Receiver-Bereich keinen Einfluss auf die Kaufentscheidungen.

Punkten kann der TX-SR608 bei vielen Anwendungen mit doppelten Subwoofer- und zwei Vorverstärker-Ausgängen, was dem Systemausbau sehr entgegenkommt. Was der Onkyo vielen seiner Mitbewerber voraushat, ist ein analoger RGB-Video-Eingang für 15-polige D-Sub-Stecker von Notebooks. Somit lassen sich YouTube-Videos und andere Filme aus dem Web oder von der Festplatte via Receiver auf den Bildschirm bringen.

Logische Bedienbarkeit

Fernbediengung

© Video Homevision

Sehr aufgeräumt mit leicht auffindbarer Lautstärkeregelung glänzt die Fernbedienung des Onkyo-Receivers.

Bei allen, denen es auf einfache und logische Bedienbarkeit ankommt, steht Onkyo nicht erst seit gestern in der Gunst ganz vorne. Mit seinen leicht durchschaubaren On-Screen-Menüs, die sich auch via HDMI abrufen lassen, lässt sich der Receiver gut konfigurieren, selbst wenn sich der Benutzer nicht auf die Einmess-Automatik verlassen möchte und manuell das Grundsetup der Lautsprecher vornimmt. Sehr praktisch sind außerdem die Direktwahltasten zum Umschalten zwischen den Quellen.

Onkyo TX-SR608, € 500

+ extrem dynamisch+ sechs HDMI-Eingänge+ Quellen-Direktwahl- könnte etwas mehr Körper gebrauchen

Im Stereo-Durchgang profitierte der Receiver von seinen kräftigen, schnellen Endstufen. Mit äußerster Sorgfalt zeichnete er Konturen von Instrumenten und Vokalisten nach und enthüllte jeden Lufthauch. So etwa bei Peter Gabriels Album "Scratch my Back". Die Bässe gab der Onkyo schlank und präzise wieder. Attacke und Kontrolle offenbarten sich auf Aufnahmen wie "Soldier of Love" von Sade.

Für den Surround-Test kam der HDTrickfilm "Ghost Story" zum Einsatz. Hier baute der Onkyo einen großen Raum auf und blieb keine Details schuldig. Auch Peter Cincottis DVDKonzertmitschnitt "Live in New York" klang sehr transparent und differenziert. Der Bass wirkte konturiert und trocken. Den Stimmen und natürlichen Instrumenten hätten jedoch etwas mehr Wärme und Körper gut getan, um sich durchsetzen zu können.

Testurteil: gut 64 %; Preis/Leistung: sehr gut

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