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Der Mrantz AV8003

Mr. Undercover

Der Marantz AV8003 macht auf schlicht. Mit nur zwei Knöpfen strahlt er Stereo-Simplizität aus. Doch unter seiner Frontklappe befinden sich zahlreiche Funktionstasten, denn der AV-Vorverstärker ist technisch voll auf der Höhe und beherrscht sogar Internet-Radio.

Marantz AV8003

© Video Homevision

Der Marantz AV8003

Preislich markiert Marantz mit der Prozessor-Vorstufe AV8003 das gehobene Mittelfeld im Test. Für 3.300 Euro gibt es eine Mischung aus mechanischer Sorgfalt und zeitgemäßer Elektronik, die alles Sinnvolle umfasst außer HDMI 1.4 - womit sich der Marantz-Vorverstärker in diesem Test in bester Gesellschaft befindet.

Was seine äußere Schlichtheit betrifft, könnte der Marantz, von vorne betrachtet, glatt als Stereo-Vorstufe durchgehen. Was die Details angeht, ebenfalls: Der komplett gekapselte Transformator und das verkupferte Chassis sind Merkmale, die sich schon in unzähligen Stereo-Verstärkern des Hauses Marantz bewährt haben, da sie Einstrahlungen und elektromagnetische Störfelder verringern.

Die Baugruppen wurden im Hinblick auf kurze Signalwege und nach Funktionen getrennt. So sitzen etwa die XLR-Buchsen der acht symmetrischen Vorverstärker-Ausgänge direkt auf den Ausgangsplatinen. Auch die gegen HF-Interferenzen gekapselte Eingangsstufe des UKW/MW-Tuners befindet sich direkt auf der Rückseite der Antennen-Eingänge.

Marantz Rückansicht

© Video Homevision

Marantz bietet nicht nur acht symmetrische Vorverstärker-Ausgänge, sondern auch einen Eingang für symmetrische Quellen. Auch die reichhaltigen Video-Anschlüsse in allen gängigen Standards lassen keine Wünsche offen.

Besonders zeitgemäßen Empfang ermöglicht allerdings eine Platine auf der gegenüberliegenden Seite der Rückwand: Hier kommen per Netzwerkkabel die Daten des Routers an, um Streaming von Audio und Video nach dem DLNAStandard (Digital Living Network Alliance) verfügbar zu machen.

Der Marantz spielt MP3, WAV und AAC ab und kann über einen Internet- Anschluss Web-Radio empfangen. Er ermöglicht sogar den Anschluss einer Audio-Komponente via XLR-Eingang.

Etwas altmodisch und knauserig wirken einzig die groben, zweifarbigen Menüs des On-Screen-Displays im "DOS-Look", die darüber hinaus ziemlich langsam reagieren. Vorbildfunktion hat dagegen der satt in der Hand liegende, rund laufende Drehknopf für die Kontrolle der Lautstärke auf der Frontplatte der Vorstufe. Auch die beiden Fernbedienungen für AVSystem und Nebenraum hinterlassen ein gutes Gefühl.

Frequenzgang Marantz

© Video Homevision

Gegenüber den anderen im Test zeigt sich der Marantz in Bass und Höhen leicht begrenzt. Mit 106 dB erreicht er über die Digital-Eingänge deutlich bessere Störabstände als über Cinch oder XLR (95/93 dB). Standby verbraucht nur 0,7 Watt, im Betrieb gibt sich der Marantz mit 45,5 Watt zufrieden.

Im Hörtest machte das Aufdrehen richtig Spaß, denn der Marantz ließ die Motoren in Action-Filmen wie "Ronin" oder "Tage des Donners" markerschütternd brüllen und Motorräder tieffrequent "brabbeln". Der Auftritt von Tom Cruise mit einer Harley Davidson ließ sich regelrecht auf dem Zwerchfell spüren. Die tonale Grundabstimmung war hell und klar mit erdigen Bässen. Seine außerordentlich plastische Räumlichkeit bot 3D-Kino für die Ohren.

Sogar in Stereo blieb die Räumlichkeit auf höchstem Niveau: Sehr gute Ortung, ein exzellenter Fokus und große Raumtiefe verdichteten sich zu einer phänomenalen Abbildungspräzision und Stabilität des Klang-Panoramas. Dazu kamen ein Kickbass und eine natürliche Stimmenwiedergabe.

Selbst die fragile Reibeisenstimme von Ober-Eagle Don Henley (zu hören auf dem Album "Hell Freezes Over") meisterte der Marantz mit Bravour und empfiehlt sich damit für Musik-Fans sowie Heimkino-Liebhaber.

Testurteil:

Marantz AV8003

€ 3.300;

+ überragende Abbildungspräzision+ zwei sehr gute Fernbedienungen+ Stereo-XLR-Eingang- kein HDMI-Audio-Rückkanal/keine 3D-Video-Durchschleifung

Gesamtwertung: überragend 90 %

Preis/Leistung: sehr gut

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