3 Engel für guten Sound

Der Denon AVR-1911

Simplify your Life

Denon speckt ab: Die Reduktion aufs Wesentliche bei den Anschlüssen soll Klang und Bedienung zugute kommen. Dadurch verliert der AVR-1911 sehr deutlich in der Ausstattungswertung, kann sich aber knapp beim Klang behaupten.

Denon AVR-1911

© Video Homevision

Der Denon AVR-1911

Die letzten Jahre gab es förmlich eine Explosion bei Anschlüssen und Ausstattung. Manchmal drängte sich das Gefühl auf, nicht die Vernunft, sondern lediglich der freie Raum auf der Receiver-Rückseite würde den Anschluss-Umfang bestimmen. Das führte nicht nur zu Stress bei den Benutzern, die mitunter vor lauter Anschlüssen und Konfigurationsoptionen den Überblick verloren.

Die Entwickler hatten demgegenüber Konflikte zwischen der bestmöglichen Bild- und Tonverarbeitung auf kleinstem Raum zu lösen. Denn beste Qualität setzt kürzeste Wege für die empfindlichen Audio- und Video-Signale voraus. Zudem belasten unnötige Features das Budget und gehen ebenfalls zulasten der Wiedergabequalität.

Anschlüsse

  • 5 x HDMI
  • 1 x USB Typ A
  • 1 x YUV Component

Weil HDMI sich mehr und mehr als Standard für Bild- und Tonübertragung durchsetzt - man kann mit HDMI 1.4a über das Kabel zum TVGerät auch noch den Fernsehton zum Receiver leiten - haben die Japaner beim AVR-1911 weitgehend auf analoge Video-Ein- und Ausgänge sowie Audio-Rec-Out-Buchsen verzichtet.

Schon blickt der Laie bei den übersichtlichen Anschlüssen besser durch und dürfte in aller Regel nichts vermissen, sofern er kein analoges Au-dio-Aufnahmegerät anschließen will. Immerhin kann der Receiver analoge Video-Signale mit einem 10-Bit-Video-Prozessor vom Typ ABT 1030 skalieren und von Halb- auf Vollbilder umwandeln. Macht maximal 1080p für alle Bildquellen. Video-Menüs via HDMI erleichtern zudem den Umgang mit der schlichten kleinen AV-Maschine.

Offen für neues

Fernbediengung

© Video Homevision

Nichts zu mäkeln gibt es an der übersichtlichen Fernbedienung des AVR-1911.

In Sachen neue Medien zeigte sich Denon spendabel. Für Memory Sticks mit WMA-, AAC- oder MP3-Dateien installierten die Entwickler leicht zugänglich auf der Frontplatte einen USB-Eingang. Hier lässt sich ebenfalls ein iPod oder iPhone mit dem originalen USB-Adapterkabel direkt anschließen. Für alle, die es luxuriöser mögen, bietet Denon noch die Docks der ASD-Serie, die unter anderem die Bildausgabe via S-Video-Ausgang ermöglichen.

Klanglich ist Denon ein ebenso harmonisches Konzept gelungen wie bei der Ausstattung. Der AVR-1911 ist kein Receiver der Extreme. Mehr als Top-Leistungen in Einzeldisziplinen zeichnet seine Wiedergabe eine Musikalität aus, die sich schwer beschreiben, aber leicht fühlen lässt.

Wer die Augen schließt, gewinnt - viel intensiver als bei den Geräten der Konkurrenz - den Eindruck, echten Musikern zu lauschen. Das macht seine Stereo-Performance über die Analog-Eingänge, wenn das Album "Scratch my Back" von Peter Gabriel erklingt, zu einem Erlebnis.

Denon AVR-1911, € 500

+ natürliche Klangfarben+ voluminöser Bass+ Front-USB- wenige Anschlussmöglichkeiten

Beim Surround-Klang blieben die Grundtugenden des Denon erhalten: So klangen Stimmen recht natürlich und der Bass besaß den nötigen Kick. Die besonders realistische Raumwiedergabe trägt zum ansprechenden Gesamteindruck bei.

Mit diesem Receiver machen Live-Konzerte genauso viel Spaß wie Actionfilme, deren Spezial-Effekte durch den satten, druckvollen Bass des AVR-1911 profitierten. Der Wechsel von 5.1-DVDs auf nativen HD-Ton von der Blu-ray Disc brachte eine noch etwas feinere Auflösung und löste den Ton noch freier von den Lautsprechern ab. So kam der Ton des Trickfilms "Ghost Story" extrem weiträumig und mitreißend herüber.

Unterm Strich kann man von einem 500-Euro-Receiver in puncto Klang nicht mehr erwarten. Was die Ausstattung betrifft, teilweise schon.

Testurteil: gut 64 %; Preis/Leistung: sehr gut

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