Blind Date

Das Bass-Fundament

Damit dominierte die Marke Denon einmal mehr hauchdünn den Stereo-Durchgang, was für die Musikalität ihrer Receiver-Familie spricht.

Beim Surround-Klang verkürzte sich der Abstand ein wenig. Der Onkyo- Receiver entfesselte in Action-Filmen wie "Die Hard 4" oder "Crank" das reinste Stahlgewitter. Der Japaner wirkte subjektiv viel kräftiger, als es auf dem Papier den Anschein hatte. Er kontrollierte die Boxen mit einer Unnachgiebigkeit, die an Sturkopf Bruce Willis alias Officer John McClane aus den "Die Hard"-Filmen erinnert.

Wer Special Effects mag, wird den Onkyo lieben. Wer auf Autorenfilme mit nuancierter Stimmwiedergabe oder Live-Konzerte von Blu-ray und DVD steht, könnte am dynamischen, hochauflösenden Präzisionsfanatiker das letzte Quentchen Lässigkeit und Wärme vermissen - ein Punkt, der gerade bei der Suche nach dem optimalen Lautsprecher-Partner eine bedeutende Rolle spielt.

Das beste Bass-Fundament

Der Denon, der bereits in Stereo sehr dreidimensional wirkte, profitierte vom Surround-Betrieb weniger als seine Mitbewerber, unterstrich allerdings einmal mehr seine musikalischen Qualitäten. Mit dem besten Bass-Fundament und der authentischsten Stimmwiedergabe machte er Konzert-Mitschnitte zum bewegenden Ereignis.

Das galt für das Robbie-Williams-Konzert "Live at Knebworth" ebenso wie für die Open- Air-Musik von Peter Cincotti aus "Live in New York". Filme machten ebenfalls Spaß, doch stahl ihm da der Yamaha etwas die Schau.

Der günstigste Receiver offenbarte seine Fähigkeit, einen geschlossenen und weitflächigen Raum zu erzeugen, und holte selbst feinste Details mit einer Klarheit aus dem 360-Grad-Klangdickicht, wie ein gutes Teleobjektiv einen Tiger im Dschungel aus großer Entfernung ans Licht bringt.

Auch die Vorbeifahrten im High-Speed-Oval hinter den Zuschauern aus dem Rennfahrer-Movie "Tage des Donners" gelangen mit atemberaubender Authentizität und perfekter räumlicher Abbildung. Damit erkämpfte sich der Yamaha im Surround-Durchgang ein Patt gegen den teureren Konkurrenten von Denon. Wer überwiegend Musik hört, ist mit dem Denon dennoch besser bedient. Für Filmfans empfiehlt sich dagegen der RX-V647.

Doch damit war die Entscheidung noch nicht getroffen. Wir wollten wissen: Was passiert in der Kombination mit verschiedenen, preislich angemessenen 5.1-Boxen-Sets? Dazu musste jeder Receiver abschließend noch mit jedem Lautsprecher-Ensemble auftreten. Zwar floss dieser Auftritt nicht in die Wertung ein, aber er gibt Aufschluss über ideale und weniger ideale Kombinationen.

Wenn man bedenkt, dass an manchen Stammtischen die Meinung vorherrscht, Verstärker machten keinen Unterschied im Klang, so fielen innerhalb einer vergleichbaren Preis-Range der Receiver die Unterschiede überraschend deutlich aus.

Auch wenn man die relativen Unterschiede nicht überbewerten sollte, ergibt sich aus unserer Tabelle auf ein nützlicher Leitfaden, um Paare zusammenzufügen, die optimal zusammenpassen und mit denen man lange gut fährt.

Die niedrigsten Scheidungsquoten in den jeweiligen Lautsprecher-Preisschichten dürften die Surround-Set/ Receiver-Paare Teufel Consono 35 und Denon AVR-1611, das Set Heco Victa 700 und der Receiver Yamaha RXV467 und die Kombination aus dem Onkyo TX-SR578 und dem Nubert-Ensemble erreichen. So ergab der Quer-Check für jedes 5.1-System einen anderen Receiver-Tipp.

Unsere Kombinationstipps sollen zu einem langen harmonischen Zusammenleben der getesteten Komponenten innerhalb ihrer Audio-Video- Systeme beitragen.

Fazit

Denon profilierte sich einmal mehr als Talentschmiede für kleine Musik-Genies. Und Onkyo haute einmal mehr so mächtig auf die Pauke, um der angestammten Rolle als Kraftmeier gerecht zu werden.

Der günstige Yamaha-Receiver überraschte: Mit Filmprogrammen lief er zu ungeahnter Hochform auf und punktete auch beim Surround-Klang. In Kombination mit dem Heco-Surround-Set ermöglicht er Kino-Spaß für knapp über 1.000 Euro.

Download: Tabelle

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